Der Lapidärmeister hat in den vergangenen 50 Jahren ein umfangreiches, in seinem Umfang und seiner Vollständigkeit einmaliges Archiv zur Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Stadt Idar-Oberstein aufgebaut. Dieses ist zudem das schriftliche „Gedächtnis“ der hiesigen Edelstein- und Schmuckindustrie.
„Kultur bedeutet für mich das Bewahren der Geschichte des Edelstein- und Bijouteriehandwerks in Idar-Oberstein, welches als Alleinstellungsmerkmal für die Stadt eine große Bedeutung hat“, so beschrieb Dieter Jerusalem die Beweggründe seiner Sammelleidenschaft. Mit großem Engagement trug er so im Lauf der Jahrzehnte eine Sammlung zusammen, die aus rund 500 Leitz-Ordnern besteht. Diese enthält Originalquellen sowie Kopien aus Zeitungen, Amtsblättern und anderem. Die Unterlagen enthalten umfassende Informationen über nahezu alle Firmen der Stadt, die im Bereich der Edelstein- und Schmuckbearbeitung tätig waren. Autoren und Journalisten aus der ganzen Welt nutzten die Quellen für Recherchen und Berichte, auch das Fernsehen war öfters bei ihm Gast. Etliche Studierende schrieben bei ihm Bachelor-, Master- und sogar Doktorarbeiten. Ein Teil der Sammlung besteht aus Originalunterlagen, die die Nachkriegszeit, die französische Besatzung sowie die „Entnazifizierung“ in Idar-Oberstein dokumentieren und damit von hohem historischem Wert sind.
Erst Ende 2025 hatte Dieter Jerusalem seine umfangreiche Privatsammlung an die Stadt Idar-Oberstein verkauft und dem Stadtarchiv übergeben. Der Kaufpreis wurde durch zahlreiche Spender finanziert, von denen die meisten einen Bezug zur Wirtschaftsgeschichte der Stadt haben und die daran interessiert sind, dieses Wissen für die Nachwelt zu erhalten. Für das Stadtarchiv stellt die Sammlung von Dieter Jerusalem eine enorme Bereicherung dar, sie bietet eine breitere Quellenbasis, was den Nutzerservice verbessert.
Oberbürgermeister Frank Frühauf informierte Dieter Jerusalem über die Entscheidung der Jury und gratulierte zur Auszeichnung mit dem Kulturpreis. „Ich freue mich riesig darüber, dass mir diese Ehre für mein Lebenswerk zuteilwird“, erklärte der Preisträger. Die offizielle Preisverleihung erfolgt im Rahmen des kommenden Neujahrsempfangs. Sie ist verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro, das von der Kreissparkasse Birkenfeld gesponsert wird.
