Der diesjährige THEATERSOMMER Idar-Oberstein präsentiert vier regionale Produktionen und das Chawwerusch Theater spielt den Klassiker „Der zerbrochene Krug“ auf Schloss Oberstein. Oberbürgermeister Frank Frühauf, Kulturreferentin Annette Strohm sowie Vertreter der regionalen Kooperationspartner stellten die Stücke jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz in den Räumen der OIE AG vor.
OIE-Vorstand Thomas Johann begrüßte die Gäste und erläuterte, dass er als „Kulturinteressierter immer wieder begeistert ist von der Programmvielfalt und dass er sich auf die diesjährigen Aufführungen freut. Die OIE ist als Energieversorger regional verwurzelt und freut sich, als Sponsor mit dazu beitragen zu können, Menschen über die Kultur zusammenzubringen“, so Johann weiter.
Oberbürgermeister Frank Frühauf freut sich auch für dieses Jahr wieder auf das außergewöhnliche Programm und die gute Zusammenarbeit mit den regionalen Kooperationspartnern. Darüber hinaus dankte er Annette Strohm und deren Team für die gute Arbeit, die das Kulturamt immer wieder leistet. „Sie setzen die einzelnen Facetten zusammen und machen einen Edelstein daraus“, bringt Frühauf seine Begeisterung über die Veranstaltungen im Rahmen des THEATERSOMMERS zum Ausdruck. Der OB dankte auch den Sponsoren – neben der OIE sind das die Kreissparkasse Birkenfeld, die Firma Effgen, die Bürkle Stiftung und das Land Rheinland-Pfalz – für die langjährige Förderung des Festivals. „Von dieser Verbundenheit profitieren auch unsere Bürger und auswärtigen Gäste, denn ohne diese Unterstützung könnten wir dieses Festival nicht realisieren.“ Kulturreferentin Annette Strohm zeigt sich begeistert, dass passend zum diesjährigen Kultursommermotto „Die Goldenen Zwanziger“ gleich drei Produktionen von hervorragenden regionalen Künstlern präsentiert werden können.
Anschließend stellte sie die weiteren Veranstaltungen im diesjährigen THEATERSOMMER näher vor. Am Sonntag, 23. August 2026 bringt das Chawwerusch Theater auf Schloss Oberstein eine zeitgemäße Version des Klassikers „Der zerbrochene Krug“, von Heinrich Kleist auf die Bühne. Ein Stück für Drei, das Sprachwitz, Spannung und Gesellschaftskritik auf raffinierte Weise verbindet. Im Mittelpunkt steht Dorfrichter Adam, der ausgerechnet einen Fall um einen zerbrochenen Krug verhandeln soll – und dabei zunehmend selbst unter Verdacht gerät. Während er sich immer tiefer in Ausflüchte und Lügen verstrickt, geraten nicht nur die Wahrheit, sondern auch das Vertrauen in die Gerichtsbarkeit ins Wanken. Mit pointiertem Humor und zeitloser Aktualität erzählt Kleist von Machtmissbrauch, Verantwortung und der Suche nach Gerechtigkeit.
In der Messe Idar-Oberstein steht am Sonntag, 30. August 2026 mit „SOS 1928! - Männer die vom Fliegen träumen“ das faszinierende Live-Hörspiel von der Theatergruppe Mienenspiel und dem Kammerchor Plus Obere Nahe musikalisch eindrucksvoll untermalt wird, auf dem Programm. Bei der Pressekonferenz erzählen Roland Lißmann, der die musikalische Leitung hat und Lukas Herzog, der für die technische Leitung verantwortlich zeichnet von ihrer Zusammenarbeit für das Stück. Das Kopfkino für die Ohren versetzt uns in das Jahr 1928: Mussolini entdeckt für seine Propaganda ein völlig neues Medium: Das Radio! Doch die Geschichten im Äther brauchen tollkühne Helden: Der opportunistische Kapitän Nobile und seine Crew starten kurzerhand ein größenwahnsinniges Unterfangen: Per Luftschiff an den Nordpol! Schnell ist klar: Zwischen Madonna und Mussolini, Eierlikör und Eisbären, Kommunisten und Kannibalen kommt es zu mehr als nur leichten Turbulenzen. Dabei ist Nobile doch nur ein kleiner Mann, der vom Fliegen träumt
An gleich zwei Wochenenden, vom 4. bis 6. September sowie vom 11. bis 13. September 2026, hält das fesselnde Drama „Felsenkirche 1926“ von der Theatergruppe Heimspiel in Kooperation mit dem Kunstverein Obere Nahe Einzug in die Kirche. Für die Regie des Stückes zeichnet Claudia Stump verantwortlich, der Text stammt von Jörg Staiber und die Musik von Mikk Schunke. Gemeinsam erläuterten sie bei der Pressekonferenz die Idee hinter dem Stück. Das Obersteiner Wahrzeichen drohte in absehbarer Zeit einzustürzen und nur dem beherzten Handeln des damaligen oldenburgischen Regierungspräsidenten Walther Dörr, einem gebürtigen Idarer ist es zu verdanken, dass die Felsenkirche erhalten blieb. Dörr trieb unermüdlich Gelder für die Sanierung der Kirche und die Restaurierung des kostbaren Altarbildes ein. Die Zuschauer werden genau ein Jahrhundert zurückversetzt in eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, der großen Sehnsüchte und der existenziellen Herausforderungen für das monumentale Bauwerk. Es ist ein maßgeschneidertes Event, das die packende Historie der Stadt perfekt mit dem Geist der Zwanziger Jahre verknüpft.
Am Sonntag, 20. September 2026, spielt die Theaterkiste, bestehend aus den hiesigen Künstlerinnen Loraine Iff und Kathy Becker das Stück „Habenichts & Tunichtgut“ von Frank Puchalla in der Göttenbach-Aula. Tunichtgut lebt in Saus und Braus. Selbstzufrieden hockt sie auf einem Haufen Gold und rührt keinen Finger. Denn dafür hat sie ja ihre Dienerin Habenichts, die ihr jeden Wunsch von den Augen abliest. Doch - oh Schreck- eines Tages ist das Gold dann weg. Und so lautet der Beschluss, dass Tunichtgut jetzt etwas lernen muss. Aber was? Und wo? Und wie? Ein witziges und herzerwärmendes Theaterstück für alle Menschen ab 6 Jahren - rund ums Geld und was im Leben wirklich zählt.
Den glanzvollen Schlusspunkt des Themenschwerpunkts setzt am Samstag, 26. September 2026, die Veranstaltung „The roaring twenties“ von dem Ensemble metamorph in der Göttenbach-Aula, die das Publikum mit einer Mischung aus Stummfilm, Revue und Avantgarde vollends in das Lebensgefühl der Epoche eintauchen lässt. Drei herausragende Werke der 20er Jahre werden von Kathrin Isabelle Klein und Achim Seyler, die für dieses Projekt in ihre Heimat(en) zurückkommen und weitere Ensemblekollegen, in einem Konzert-Film-Abend präsentiert. Bei der Pressekonferenz verspricht Kathrin Isabelle Klein, dass es ein besonderes Erlebnis ist, den Stummfilm aus den 1920er Jahren mit der modernen Live-Musik zu erleben. "Die Wunderuhr" von Ladislaw Starewitch, eine Jazzsuite aus dem Ballett "La revue de cuisine" von Bohuslav Martinů lässt Tanzmusik der 20er Jahre in kunstvoller Weise im Konzertsaal erfahrbar werden, und die Kammermusik op. 24 Nr. 1 von Paul Hindemith.
In einem waren sich alle Beteiligten einig, auch der diesjährige THEATERSOMMER wird ein besonderes Erlebnis für alle Kulturinteressierten.
- Nähere Informationen zu den Stücken gibt es unter www.idar-oberstein.de/kultur. Karten sind unter www.ticket-regional.de sowie bei den angeschlossenen Vorverkaufsstellen erhältlich.
