Großer Erfolg für das SolarCar-Team der Realschule plus Idar-Oberstein: Beim SolarCaRS+Cup 2026 an der Hochschule Kaiserslautern sicherte es sich mit dem selbst entwickelten DiaMINT-Racer den Gesamtsieg und setzte sich dabei gegen starke Konkurrenz aus ganz Rheinland-Pfalz durch.
Der Weg zu diesem Erfolg begann bereits im Dezember des vergangenen Jahres. Nach dem ersten Kennenlernen des Projekts und dem Bau eines Go-Karts auf Basis eines Infento-Bausatzes startete Anfang Februar die Sponsorensuche. Dank der Unterstützung einiger Unternehmen aus der Region konnten innerhalb kurzer Zeit rund 4.000 Euro gesammelt werden. Damit war die Grundlage geschaffen, um das Fahrzeug zu entwickeln und die benötigten Materialien anzuschaffen.
Mit den erhaltenen Mitteln wurde jedoch nicht nur das Fahrzeugprojekt finanziert. Parallel entstand von Grund auf das neue DiaMINT-Lab, der schuleigene Makerspace. Gemeinsam richteten die Schülerinnen und Schüler die Werkstatt ein, bauten Regale auf, organisierten Werkzeuge und schufen so innerhalb weniger Wochen eine tolle Arbeitsumgebung. Das DiaMINT-Lab soll künftig für zahlreiche weitere MINT-Projekte genutzt und kontinuierlich erweitert werden.
Bereits bei der ersten Probefahrt zeigte sich, dass das Go-Kart für die vorgesehenen Anforderungen des Wettbewerbs nur bedingt genutzt werden kann. Das Fahrzeug erwies sich als zu instabil bei der Lenkung und dem Fahrwerk. Statt an der ursprünglichen Konstruktion festzuhalten, analysierte das Team die Schwachstellen und entwickelte eigene Lösungsansätze. Aus zahlreichen Skizzen und Überlegungen entstand schließlich ein außergewöhnliches dreirädriges Fahrzeugkonzept. Der spätere DiaMINT-Racer überzeugte nicht nur durch seine Optik, sondern vor allem durch seine hohe Wendigkeit, die sich im Wettbewerb noch als entscheidender Vorteil erweisen sollte.
Ab Ende Februar wurde im ehemaligen KoARaum mit Hochdruck gearbeitet. Woche für Woche entstanden Solardach, Fahrwerk, Hinterachse und Lenkung. Bereits nach wenigen Wochen konnte das Team die erste Fahrt absolvieren. Doch bis zum fertigen Wettbewerbsfahrzeug lagen aber noch zahlreiche Herausforderungen vor den Schülerinnen und Schülern.

Besonders die Kühlung des Elektromotors entwickelte sich zu einer echten Geduldsprobe. Immer wieder musste das Team Rückschläge hinnehmen. Verschiedene Kühlkonzepte mit Ventilatoren, Kühlakkus, Eiswürfeln und sogar Eisspray wurden entwickelt und getestet – leider ohne Erfolg. Nach etwa 25 Minuten Fahrzeit schaltete der Motor regelmäßig wegen Überhitzung ab. Wenige Tage vor dem Wettbewerb konnte immer noch keine erfolgreiche Testfahrt auf der Langstrecke verzeichnet werden.
Am Sonntag vor dem Rennen entschied sich das Team nach einer weiteren erfolglosen Testfahrt, den Motor zu öffnen, um zusätzliche Lüftungsöffnungen hineinzubohren. Das Risiko war dabei hoch: Hätte der Umbau nicht funktioniert, wäre eine Teilnahme am Wettbewerb wahrscheinlich nicht mehr möglich gewesen. Doch der Mut wurde belohnt. Bereits bei den anschließenden Testfahrten zeigte sich, dass die neue Lösung funktionierte und erstmals ein kompletter Akku leergefahren werden konnte.
Dann war es schließlich so weit. Bereits um 6:30 Uhr startete die Gruppe Richtung Kaiserslautern. Nach dem Aufbau der Boxengasse begann der Wettbewerb mit einer Fahrzeugpräsentation vor Publikum und Jury. Yusra und Noah stellten den DiaMINT-Racer vor und präsentierten die Besonderheiten des Fahrzeugs, während Jeremiah das Fahrzeug auf der Strecke vorführte. Für ihren überzeugenden Auftritt erreichte das Team mit acht von zehn Punkten einen hervorragenden zweiten Platz und schuf damit eine ausgezeichnete Ausgangsposition für die weiteren Wettbewerbe.

Im anschließenden Kurzslalom gingen Abd Alkhafi und Noah für unser Team an den Start. Obwohl beide ihre Läufe fehlerfrei absolvierten, blieb der DiaMINT-Racer etwas hinter seinen Möglichkeiten und belegte Rang fünf. Die Enttäuschung hielt sich jedoch in Grenzen, denn im darauffolgenden Langparcours sollte das Team eindrucksvoll zurückkommen.
Bei dieser Übung zeigte Jeremiah eine herausragende Leistung. Hier zahlten sich die Trainingsstunden der vorangegangenen Wochen aus. Besonders die hohe Wendigkeit des selbst entwickelten Dreirad-Konzepts spielte seine Stärken voll aus. Jeremiah absolvierte den anspruchsvollen Parcours in einer fabelhaften Zeit von 1:56 Minuten und sicherte sich damit den ersten Platz. Mit dieser Spitzenleistung brachte er den DiaMINT-Racer wieder in Schlagdistanz zum führenden Team aus Morbach.
Die Entscheidung fiel schließlich im Langstreckenrennen. Hier ging es darum, auf einem ungefähr 350 Meter langen Rundkurs innerhalb von 75 Minuten eine möglichst große Distanz zurückzulegen. Bei dieser Disziplin musste nach jeder Runde der Fahrer gewechselt werden, sodass alle Teammitglieder teilnehmen konnten. Aufgrund der bekannten Überhitzungsprobleme gingen fast alle Teams vorsichtig ins Rennen. Das Team aus Idar-Oberstein setzte ebenfalls auf eine defensive Strategie und fuhr zunächst kontrolliert im Schritttempo, um Energie zu sparen. Das Risiko eines technischen Ausfalls wollten wir nicht eingehen.
Als sich im weiteren Rennverlauf zeigte, dass Akku und Motor zuverlässig arbeiteten, wurde das Tempo deutlich erhöht. Während einige Konkurrenten zunehmend langsamer wurden oder technische Probleme bekamen, konnte der DiaMINT-Racer Runde für Runde schneller werden und fuhr in den letzten Minuten mit voller Geschwindigkeit über die Strecke. In rasantem Tempo und spektakulären Manövern überholte er einen Konkurrenten nach dem anderen. Erst in der letzten Minute vor Rennende ging dem Fahrzeug die letzte Energie aus – ein Zeichen dafür, dass die vorhandene Akkukapazität nahezu perfekt genutzt worden war.
Anschließend begann das große Warten auf die Siegerehrung. Die Spannung stieg von Minute zu Minute. Als zunächst die Realschule plus Westhofen als Drittplatzierte aufgerufen wurde, war klar, dass nur die Teams aus Idar-Oberstein und Morbach um den Gesamtsieg kämpften. Schließlich fiel die Entscheidung: Das Team der Realschule plus Idar-Oberstein konnte tatsächlich den SolarCaRS*Cup 2026 gewinnen. Unter großem Applaus nahmen die Schülerinnen und Schüler ihre Urkunde sowie einen Gutschein im Wert von 300 Euro entgegen. Von diesem Preisgeld soll zum Schuljahresende ein gemeinsamer Ausflug des Teams finanziert werden.
Der Erfolg wäre ohne die Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer nicht möglich gewesen. Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen Sponsoren – Groh + Ripp, OIE AG, Kreissparkasse Birkenfeld, HGS Dienstleistungen, Herbert Stephan KG und Roland-Stiftung – die das Projekt finanziell unterstützt haben. Ebenso bedanken wir uns bei Daniel Krieger und Thomas Arend für die Herstellung zahlreicher 3D-gedruckter Bauteile, bei Christine Brombacher vom Internationalen Bund für die Unterstützung beim Transport sowie bei den vielen Kolleginnen und Kollegen, die durch Vertretungsstunden die zusätzliche Projektarbeit ermöglicht haben.
Der Sieg beim SolarCaRS+Cup zeigt eindrucksvoll, was Schülerinnen und Schüler mit Teamgeist, Kreativität, technischem Know-how und Ausdauer erreichen können. Die Mitglieder des SolarCar-Teams planten, konstruierten und bauten ihr Fahrzeug weitgehend eigenständig, meisterten zahlreiche technische Rückschläge und investierten viele zusätzliche Stunden in Testfahrten und Optimierungen. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass sie innerhalb weniger Monate nicht nur ein siegreiches Solarfahrzeug entwickelten, sondern gleichzeitig mit dem DiaMINT-Lab einen neuen Makerspace aufbauten, der von nun an motivierten Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten zum Tüfteln, Forschen und Entwickeln bieten wird.
