Der schwarze Tag des Dorfrichters Adam
Am Sonntag, 23. August 2026, um 20 Uhr zeigt das Chawwerusch Theater auf Schloss Oberstein eine zeitgemäße Version des Klassikers „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist.

In der Inszenierung von Walter Menzlaw erzählen drei Schauspieler vom schwärzesten Tag des Dorfrichters Adam: Kopfschmerzen, eine verschwundene Perücke – und ein delikater Gerichtsfall, streng beaufsichtigt von der Gerichtsbarkeit aus der Stadt. Witwe Marthes kleine Welt war bis gestern in Ordnung: Tochter Eve verlobt, der geerbte Krug unversehrt. Doch Eve wurde abends im Garten mit ihrem Verlobten Ruprecht gesehen, kurz darauf war der Krug zerbrochen – Marthe zieht vor Gericht. Adam soll den Fall klären und Eves Ehre retten.
Durch Adams Ausweichen und seine Versuche, die Wahrheit im Dunkeln zu halten, liegt am Ende nicht nur der Krug, sondern auch das Vertrauen in die Justiz in Scherben. Der Blick aufs Wesentliche zeigt die Abgründe im idyllischen Dorfleben: Macht wird heimlich für eigene Zwecke missbraucht. Und doch bleibt „Der zerbrochene Krug“ eine Komödie – Kleists Sprachwitz sorgt fortwährend für urkomische Situationen.
Wegen fehlender Parkmöglichkeiten am Schloss steht ab 19 Uhr ein kostenloser Shuttle-Service ab der Bushaltestelle „Schlossstraße“ zur Verfügung. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in der Messe Idar-Oberstein statt.
Kopfkino für die Ohren
Am Sonntag, 30. August 2026, um 19 Uhr steht in der Messe Idar-Oberstein mit „SOS 1928! – Männer, die vom Fliegen träumen“ ein faszinierendes Live-Hörspiel der Theatergruppe Mienenspiel auf dem Programm.

Rom 1928: Mussolini entdeckt für seine Propaganda ein völlig neues Medium: das Radio. Doch die Geschichten im Äther brauchen tollkühne Helden. Daher starten der opportunistische Kapitän Nobile und seine Crew kurzerhand ein größenwahnsinniges Unterfangen: per Luftschiff an den Nordpol. Schnell ist klar, dass zwischen Madonna und Mussolini, Eierlikör und Eisbären, Kommunisten und Kannibalen es zu mehr als nur leichten Turbulenzen kommt. Dabei ist Nobile doch nur ein kleiner Mann, der vom Fliegen träumt.
Das Hörspiel ist Kopfkino für die Ohren. Gemeinsam mit einer Geräuschemacherin, atmosphärischem Licht- und Soundkonzept sowie dem Kantorei-Chor Obere Nahe erwecken fünf Sprecherinnen und Sprecher die Geschichte zum Leben. „SOS 1928!“ ist angelehnt an wahre Begebenheiten und inspiriert vom ältesten erhaltenen Hörspiel in deutscher Sprache. Das Theater Mienenspiel verwandelt den Stoff in eine moderne, turbulente Komödie.
Die Rettung der Felsenkirche

Gleich sechs Mal zeigt die Theatergruppe Heimspiel in Kooperation mit dem Kunstverein Obere Nahe am Originalschauplatz das Stück „Felsenkirche 1926“. Jeweils von Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. und 11. bis 13. September 2026 verwandelt sich das Wahrzeichen der Stadt Idar-Oberstein in eine Theaterbühne, und zwar freitags und samstags jeweils um 19.30 Uhr, sonntags jeweils um 18 Uhr.
Vor 100 Jahren drohte die Obersteiner Felsenkirche in absehbarer Zeit einzustürzen. Bauliche Gutachten hatten ergeben, dass die Außenmauer völlig marode war, das beständig in das Gebäude und den Boden eindringende Wasser hatte im Laufe der Jahrhunderte den Mörtel aus den Mauerritzen gespült.
Es ist dem beherzten Handeln des damaligen oldenburgischen Regierungspräsidenten Walther Dörr, einem gebürtigen Idarer, zu verdanken, dass das Obersteiner Wahrzeichen erhalten blieb. Dörr trieb unermüdlich Gelder für die Sanierung der Kirche und die Restaurierung des kostbaren Altarbildes auf, dessen Rang in der Kunstgeschichte erst durch sein Engagement deutlich gemacht wurde. Dörr, und der von ihm beauftragte Architekt Wilhelm Heilig gaben der Kirche weitgehend ihr heutiges Äußeres und Gesicht.
Das Theaterstück „Felsenkirche 1926“ zeigt nicht nur Dörrs Kampf um den Erhalt der Kirche und die damit verbundenen heftigen Auseinandersetzungen und Querelen, sondern nimmt das Publikum auch mit in das turbulente Oberstein der nicht immer ganz so glänzenden „Goldenen Zwanziger“.
Das weitere Programm
- Am Sonntag, 20. September 2026, um 16 Uhr zeigt die Theaterkiste in der Göttenbach-Aula das Stück „Habenichts & Tunichtgut“ von Frank Puchalla. Die witzige und herzerwärmende Geschichte dreht sich rund ums Geld und was im Leben wirklich zählt. Das Theaterstück für Groß und Klein ist für alle Menschen ab 6 Jahren geeignet.
- Am Samstag, 26. September 2026, um 20 Uhr bringt das Ensemble metamorph die Produktion „The roaring twenties“ auf die Bühne der Göttenbach-Aula. Die Mischung aus Stummfilm, Revue und Avantgarde lässt das Publikum vollkommen in das exaltierte Lebensgefühl dieser Epoche eintauchen. Die Live-Musik wird gespielt von Kathrin Isabelle Klein, Achim Seyler und weiteren Ensemblekollegen.
Infos und Tickets
Nähere Informationen zum Programm gibt es unter www.idar-oberstein.de/theatersommer, Karten sind im Vorverkauf unter www.ticket-regional.de und bei den angeschlossenen Vorverkaufsstellen erhältlich. Der THEATERSOMMER ist ein Festival der Stadt Idar-Oberstein, das von der Kreissparkasse Birkenfeld, der Firma Effgen Schleiftechnik, der OIE AG, der Bürkle Stiftung und vom Land Rheinland-Pfalz gefördert wird.
