Die Rettung der Felsenkirche
Gleich sechs Mal zeigt die Theatergruppe Heimspiel in Kooperation mit dem Kunstverein Obere Nahe am Originalschauplatz das Stück „Felsenkirche 1926“. Jeweils von Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. und 11. bis 13. September 2026 verwandelt sich das Wahrzeichen der Stadt Idar-Oberstein in eine Theaterbühne, und zwar freitags und samstags jeweils um 19.30 Uhr, sonntags jeweils um 18 Uhr.
Vor 100 Jahren drohte die Obersteiner Felsenkirche in absehbarer Zeit einzustürzen. Bauliche Gutachten hatten ergeben, dass die Außenmauer völlig marode war, das beständig in das Gebäude und den Boden eindringende Wasser hatte im Laufe der Jahrhunderte den Mörtel aus den Mauerritzen gespült.
Es ist dem beherzten Handeln des damaligen oldenburgischen Regierungspräsidenten Walther Dörr, einem gebürtigen Idarer, zu verdanken, dass das Obersteiner Wahrzeichen erhalten blieb. Dörr trieb unermüdlich Gelder für die Sanierung der Kirche und die Restaurierung des kostbaren Altarbildes auf, dessen Rang in der Kunstgeschichte erst durch sein Engagement deutlich gemacht wurde. Dörr, und der von ihm beauftragte Architekt Wilhelm Heilig gaben der Kirche weitgehend ihr heutiges Äußeres und Gesicht.
Das Theaterstück „Felsenkirche 1926“ zeigt nicht nur Dörrs Kampf um den Erhalt der Kirche und die damit verbundenen heftigen Auseinandersetzungen und Querelen, sondern nimmt das Publikum auch mit in das turbulente Oberstein der nicht immer ganz so glänzenden „Goldenen Zwanziger“.
Was im Leben wirklich zählt
Am Sonntag, 20. September 2026, um 16 Uhr spielt die Theaterkiste in der Göttenbach-Aula das Stück „Habenichts & Tunichtgut“ von Frank Puchalla. Ein witziges und herzerwärmendes Theaterstück für alle Menschen ab 6 Jahren – rund ums Geld und was im Leben wirklich zählt.
Tunichtgut lebt in Saus und Braus. Selbstzufrieden hockt sie auf einem Haufen Gold und rührt keinen Finger. Denn dafür hat sie ja ihre Dienerin Habenichts, die ihr jeden Wunsch von den Augen abliest. Doch – oh Schreck – eines Tages ist das Gold dann weg. Und so lautet der Beschluss, dass Tunichtgut jetzt etwas lernen muss. Aber was? Und wo? Und wie?
Schnell muss es gehen, keine Mühe machen und viel Geld einbringen, findet Tunichtgut. Also setzt sie alle Hoffnung auf ein zweifelhaftes Experiment von Dr. Dr. Dr. Trichter und auf die verlockenden Versprechungen des Geldes selbst. Wird Tunichtgut es schaffen, einen neuen Haufen Gold zu bekommen? Und was hat Habenichts dazu zu sagen?
Das exaltierte Lebensgefühl der 20er
Am Samstag, 26. September 2026, um 20 Uhr bringt das Ensemble metamorph die Produktion „The roaring twenties“ auf die Bühne der Göttenbach-Aula. Die Mischung aus Stummfilm, Revue und Avantgarde lässt das Publikum vollkommen in das Lebensgefühl dieser Epoche eintauchen. Die Live-Musik wird gespielt von Kathrin Isabelle Klein – Klavier, Achim Seyler – Schlagzeug und weiteren Ensemblekollegen.
Die 1920er Jahre sprüh(t)en vor Innovation und Energie. So zeigt es Ladislav Starewitschs fantastischer Puppenfilm „Die Wunderuhr“, der mit Live-Begleitung wie zu damaligen Zeiten und der originalen Filmmusik von Paul Dessau, arrangiert vom Mainzer Komponisten Bernd Thewes, dargeboten wird. „La revue de cuisine“ von Bohuslav Martinů holt die Tanzmusik des Varieté in den Konzertsaal, während Paul Hindemiths Kammermusik Nr. 1 bei ihrer Uraufführung, wie so vieles in den 20er Jahren, zu einem handfesten Skandal führte. Das 13-köpfige Ensemble findet sich für dieses Projekt in seinen Heimat(en) zusammen und lässt diese exaltierte Zeit wieder aufleben.
Infos und Tickets
Nähere Informationen zum Programm gibt es unter www.idar-oberstein.de/theatersommer, Karten sind im Vorverkauf unter www.ticket-regional.de und bei den angeschlossenen Vorverkaufsstellen erhältlich. Der THEATERSOMMER ist ein Festival der Stadt Idar-Oberstein, das von der Kreissparkasse Birkenfeld, der Firma Effgen Schleiftechnik, der OIE AG, der Bürkle Stiftung und vom Land Rheinland-Pfalz gefördert wird.
