Am Sonntag, 3. Mai 2026, um 19 Uhr spielt die Formation DOTA in Duo-Besetzung im Stadttheater Idar-Oberstein. Dabei singt Dota Kehr begleitet von Gitarrist Jan Rohrbach unter anderem Lieder zu Gedichten von Mascha Kaléko. Das Konzert ist der Auftakt des diesjährigen THEATERSOMMER Idar-Oberstein, der am 16. Juni 2026 auf Schloss Oberstein von der American Drama Group mit dem Stück „Mac Beth“ fortgesetzt wird.
Dota Kehr ist Berlinerin, textet, singt und macht seit 2003 mit ihrer Band DOTA Musik. Inzwischen wurden 16 Alben aufgenommen und unzählige Touren im In- und Ausland gespielt. Dota trifft den Nerv der Zeit mit Musik, die hüpft und tanzt, innehält, vom Baggersee-Steg springt, schwimmt und taucht. Sie mixt Folk und Indietronica und lässt hier und da ihre Liebe zur brasilianischen Musik aufblitzen. Ihre Texte berühren durch Unmittelbarkeit, Dota spricht nicht vom Elfenbeinturm, sondern von den Leuten hier und jetzt.
Auf einem Konzert steckt ihr ein Fan ein Büchlein zu, Autorin: Mascha Kaléko. Kaléko fing in den 1920er Jahren in Berlin an zu schreiben, ab 1929 veröffentlichte sie in Tageszeitungen, die frühen Gedichte sind pointierte Alltagsskizzen auf Berlinerisch. Sie machte sich einen Namen, verkehrte mit den Großen der Berliner Bohème im Romanischen Café. 1933 erschien ihr erstes Buch „Das lyrische Stenogrammheft“ und fand gleich großen Anklang. Ihr Erfolg als Literatin brach mit der Machtübernahme der Nazis jäh ab, als Jüdin durfte sie nicht mehr veröffentlichen. 1938 verlässt sie Berlin, aber die Stadt bleibt ihr fester Bezugspunkt.
Dota ist begeistert von der Direktheit der Gedichte, der Verknappung der Sprache und fasst den Plan, aus den Texten Musik zu machen. Dass sie die Gedichte Kalékos aufgegriffen und Songs daraus gemacht hat, ist ein Glück. Wie Dota erzählt Kaléko in ihren Texten nicht von Mythen und fernen Sphären, sondern von Menschen. So ist es auch gar nicht verwunderlich, dass es Dota so leichtfällt, diesen verwandten Texten ihre Stimme zu leihen. Dota und ihre Band haben den Gedichten eine zusätzliche Ebene, neue Farben, manchmal auch zum Text in Kontrast gesetzt, gegeben und haben das Kunststück geschafft, dass man, während man die Lieder hört, kein einziges Mal an Lyrik mit musikalischer Begleitung denkt. Dota hat die Texte Mascha Kalékos in unsere Zeit gerettet, noch mehr: sie klingen, als wären sie jetzt geschrieben, in dieser Form.
Mittlerweile sind zwei Alben mit Texten von Mascha Koléko entstanden. In 2026 spielt Dota wieder einige ausgewählte Konzerte mit diesem Programm. Beim Konzert in Idar-Oberstein in Duobesetzung mit Jan Rohrbach. Es werden Lieder von den beiden Kaléko-Alben und einige Stücke mit eigenen Texten zu hören sein: Akustisch, konzertant, mitreißend. Das Koléko-Programm „In der fernsten der Fernen“ wird in diesem Jahr mit dem deutschen Weltmusikpreis Ruth ausgezeichnet. Damit würdigt das Rudolstadt Festival herausragende Leistungen in den Genres World, Roots, Folk und Lied. Der Preis wird im Rahmen des Festivals übergeben, das vom 2. bis 5. Juli 2026 stattfindet.
- Karten gibt es im Vorverkauf unter www.ticket-regional.de und bei den angeschlossenen Vorverkaufsstellen. Der THEATERSOMMER ist ein Festival der Stadt Idar-Oberstein, das von der Kreissparkasse Birkenfeld, der Firma Effgen Schleiftechnik, der OIE AG, der Bürkle Stiftung und vom Land Rheinland-Pfalz gefördert wird. Nähere Informationen zum diesjährigen Programm werden zeitnah unter www.idar-oberstein.de/theatersommer veröffentlicht.
