Der „Tag des offenen Denkmals“ findet jährlich am zweiten Sonntag im September statt und wird bundesweit von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz (DSD) koordiniert. In diesem Jahr findet der Tag am Sonntag, 13. September 2026 unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“ statt. Für Idar-Oberstein präsentieren sich die Felsenkirche, Schloss Oberstein und das Industriedenkmal Bengel bei diesem besonderen „Schaufenster der Denkmalpflege“. Deutschlandweit haben sich bereits mehr als 5000 Denkmale angemeldet, die ihre Türen öffnen und dadurch den Tag dadurch zum größten Kulturevent Deutschlands. machen.
Hoch über der historischen Altstadt von Oberstein thront die mittelalterliche Felsenkirche – eines der bekanntesten Wahrzeichen Idar-Obersteins. Zwischen 1482 und 1484 unterhalb der Burg Bosselstein in eine natürliche Felsnische gebaut, verbindet sie eindrucksvoll Natur, Architektur, Kunst und Geschichte. Der Zugang führt durch einen in den Felsen geschlagenen Tunnel und über 234 Stufen. Im Inneren erwarten Besucherinnen und Besucher bedeutende Kunstwerke wie ein mittelalterlicher Flügelaltar, historische Tafelmalereien, Schnitzarbeiten, ein naturgewachsenes Achatkreuz und der Prospekt der Stumm-Orgel. Zahlreiche Sagen und Legenden, darunter die Geschichte zweier Brüder und ihrer Liebe zu einer Frau, verleihen dem außergewöhnlichen Gotteshaus zusätzliche Faszination. An diesem Sonntag kann die Kirche von 10 bis 16 Uhr auf eigene Faust besichtigt werden. Es werden Gästeführer vor Ort sein, die Fragen zum Bauwerk Felsenkirche und zu ihrer Geschichte beantworten können. Darüber hinaus wird nach Verfügbarkeit ein Organist sein musikalisches Können zum Besten geben wird. Der Eintritt ist frei!
Schloss Oberstein ist eine mittelalterliche Wehranlage aus dem Jahr 1320 und prägt bis heute das historische Stadtbild von Idar-Oberstein. Einst Residenz der Grafen von Daun-Oberstein, wurde die Anlage im Laufe ihrer Geschichte mehrfach besetzt und 1855 durch einen verheerenden Brand weitgehend zerstört. Seit 1988 befindet sich die Ruine im Besitz der Stadt Idar-Oberstein, der Burgenverein Schloss Oberstein engagiert sich bereits seit 1981 für ihre Restaurierung.
Heute bietet Schloss Oberstein Besucherinnen und Besuchern spannende Einblicke in seine wechselvolle Geschichte. Neben der Ausstellung zum Schlossbrand von 1855 können unter anderem die wiederhergestellten unterirdischen Magazine, das „Verlies“ und eine archäologische Ausgrabungsstätte besichtigt werden. Die 2023 fertiggestellte Überdachung des Nordostturms ermöglicht dabei neue Einblicke in die historische Anlage. Geöffnet ist das Schloss sonntags von 11 bis17 Uhr und am Tag des offenen Denkmals ist der Eintritt frei.
Zum Tag des offenen Denkmals öffnet auch das Industriedenkmal Jakob Bengel in der Wilhelmstraße seine Türen und lädt dazu ein, ein bedeutendes Kapitel der regionalen Schmuck- und Industriegeschichte zu entdecken. Die 1870 gegründete Fabrik zählt zu den herausragenden Zeugnissen der Obersteiner Schmuck- und Metallwarenindustrie. Original erhaltene Maschinen, Werkzeuge und Produktionsanlagen vermitteln eindrucksvoll, wie einst Uhrketten, Bijouteriewaren und Schmuck mit handwerklicher Präzision gefertigt wurden.
Die historischen Fabrikräume geben zugleich Einblicke in die Gestaltungskultur von Jugendstil und Art Déco. Eine Dauerausstellung informiert über die Geschichte und Technik der Schmuckproduktion in Oberstein. Ergänzt wird das Angebot durch die Villa Bengel mit wechselnden Ausstellungen zu Schmuck, Bijouterie und Design. So verbindet das Industriedenkmal eindrucksvoll die industrielle Vergangenheit Idar-Obersteins mit der heutigen Schmuck- und Kulturszene. Das Industriedenkmal Bengel ist sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Am Tag des offenen Denkmals können das Industriedenkmal Jakob Bengel und die Villa Bengel zwischen 10 und 16 Uhr im Rahmen einer kostenlosen Führung besichtigt werden. Außerdem besteht bis 16 Uhr die Möglichkeit, aus Kettenelementen, die mithilfe der historischen Kettenmaschinen vorgefertigt wurden, ein eigenes Schmuckstück zu gestalten. Ab 16 Uhr finden zwei Vorträge im Tandem statt: Theo Smeets, Professor am Campus Edelstein und Schmuck der Hochschule Trier in Idar-Oberstein, beleuchtet in seinem Vortrag „Netzwerke und Schmuck“ die sozialen Beziehungen, die sich hinter Schmuckstücken verbergen. Manfred Rauscher, ehemaliger Stadtarchivar in Idar-Oberstein, Historiker und Buchautor, spricht unter dem Titel „Sponsoren, Mäzene, Spender – oft im Verborgenen“ über bedeutende Spenderpersönlichkeiten, die die Heimat- und Stadtgeschichte Idar-Obersteins geprägt haben. Der Eintritt zum Industriedenkmal und zu den Vorträgen ist frei.
