Präventionsveranstaltung „Schockanrufe”

Im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft zwischen der Polizei Idar-Oberstein, der Stadt Idar-Oberstein, dem Landkreis Birkenfeld sowie der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen fand jetzt eine erste Präventionsveranstaltung zum Thema „Schockanrufe“ statt, zu der rund 70 Personen kamen. Allein durch diese perfide Form des Telefonbetrugs erbeuten organisierte Banden jährlich mehr als 10 Millionen Euro in Rheinland-Pfalz. Daneben gibt es mit dem Enkeltrick, den falschen Polizeibeamten, dem Liebesbetrug oder auch dem Anlagebetrug noch weitere Betrugsarten, die alle eine Gemeinsamkeit haben: die oft älteren Menschen zur Herausgabe von Geld und Wertgegenständen zu bewegen.

In seiner Begrüßung dankte Bürgermeister Friedrich Marx auch „den Beamten der Kriminalpolizei, die heute mit ihrem Vortag aus ihrer täglichen Arbeit mit der Bearbeitung von Betrugsdelikten aus erster Hand berichten, wie die Täter vorgehen und wie man sich im Ernstfall richtig verhält“. Darüber hinaus kündigte er an, die gemeinsame Präventionsarbeit fortzusetzen. „Die vereinbarte Sicherheitspartnerschaft soll nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch mit Leben gefüllt werden“, so der Bürgermeister.

Polizeirätin Kimberly Short, Leiterin der Polizeiinspektion Idar-Oberstein, wies unter anderem darauf hin, „wenn bei Ihnen während eines Telefonats Zweifel aufkommen, legen Sie auf und rufen Sie die Polizei“. Ziel der Veranstaltung war es, durch gezielte Aufklärung, umfassende Information und persönliche Ansprache das Bewusstsein für diese Betrugsmaschen nachhaltig zu schärfen. „Wer gut informiert ist, erkennt verdächtige Situationen schneller, handelt besonnener und kann sich dadurch wirksam schützen“, so Kimberly Short weiter. Des Weiteren stellte die Leiterin der Polizeiinspektion auch drei der Bezirksbeamten für die Stadt Idar-Oberstein vor, die häufig in den Stadtteilen unterwegs und für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar sind.

In ihrem Vortrag informierten Kevin Breitenstein und Christoph Klein fachkundig über die Vorgehensweise der Täter sowie eindeutige Warnsignale, an denen ein Betrugsversuch zu erkennen ist. Dies sind unter anderem der enorme Zeitdruck, den die Täter aufbauen, die Forderung nach unbedingter Geheimhaltung, die Forderung nach Geld bzw. Wertsachen und ungewöhnliche Übergaben. Der eindeutige Apell der Beamten des Fachbereichs „Vermögen“ im Kommissariat 43 der Kriminalinspektion Idar-Oberstein ist: „Seien Sie misstrauisch und fragen Sie nach. Legen Sie den Telefonhörer auf, wenn Sie unsicher sind, reden Sie auf keinen Fall mit Fremden am Telefon über Geld und fragen Sie Zivilkräfte der Polizei immer nach dem Dienstausweis.“ Wichtig sei auch, so die Kriminalkommissare weiter „die Polizei auch über Betrugsversuche zu informieren, denn häufig werden in einer Region innerhalb kurzer Zeit viele Versuche der jeweiligen Betrugsmasche unternommen. Dann wäre es sogar möglich die Läufer, die die Wertgegenstände abholen sollen, festzunehmen“. Marco Steeb, stellvertretender Leiter des Kommissariats 43 berichtete, dass im Bereich Idar-Oberstein bereits drei dieser Abholer festgenommen werden konnten.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen und es wurde sogar von eigenen Erfahrungen mit Betrugsversuchen berichtet. In einem sind sich alle Beteiligten einig: Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, die auf jeden Fall eine Fortsetzung finden wird. Auch nach der offiziellen Fragerunde wurden noch zahlreiche Einzelgespräche mit den anwesenden Polizistinnen und Polizisten geführt.

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