Bahnübergang Eisenbahnstraße soll erneuert werden

Martin Schweda von der DB AG stellte die verschiedenen Varianten für die zukünftige Gestaltung des Bahnübergangs vor. (Foto: Stadtverwaltung Idar-Oberstein)

Mehr als 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren zur Infoveranstaltung zum Bahnübergang Eisenbahnstraße in die Hessensteinhalle gekommen. Eingeladen hatten die Deutsche Bahn (DB) AG und die Stadt Idar-Oberstein, die dabei über das weitere Vorgehen bezüglich des aktuell gesperrten Bahnübergangs im Stadtteil Weierbach informierten.

Bürgermeister Friedrich Marx begrüßte die Teilnehmer und wies darauf hin, dass man lange auf diesen Termin gewartet habe. Denn bereits im Januar 2019 wurde besagter Bahnübergang außer Betrieb genommen. Grund hierfür war die hohe Störquote der technischen Sicherungsanlagen.

Wie Martin Schweda, Projektleiter der DB AG, erläuterte, wurden seither von der Bahn mehrere Varianten für eine zukünftige Verkehrsführung im Kreuzungsbereich Eisenbahnstraße / Im Hofacker entwickelt und untersucht. Wobei der komplette Wegfall des Übergangs bereits frühzeitig von der Stadt Idar-Oberstein abgelehnt wurde. Martin Schweda stellte die verschiedenen Varianten, ihr Vor- und Nachteile sowie die Durchführbarkeit der Maßnahmen vor. Dabei unterstrich er, dass bei der Bahn ein Paradigmenwechsel stattgefunden habe: „Solche Maßnahmen werden nicht mehr primär nach Kostengesichtspunkten, sondern nach Sicherheitsaspekten beurteilt.“

Bei der sehr ausführlichen Darstellung ging Schweda auch auf die Problemfelder, die sich bei dieser Maßnahme darstellen, ein. Dies sind vor allem eine geringe Straßenbreite, vorhandene Bebauung und eingeschränkte Sichtverhältnisse. Weiterhin war zu beachten, dass aufgrund einer vor der Schließung des Bahnübergangs erfolgten Verkehrszählung nur eine relativ geringe Verkehrsbelastung in diesem Bereich festgestellt wurde.

Insgesamt hatte die Bahn fünf Varianten untersucht, dies waren eine 1:1-Erneuerung, eine Beseitigung des Bahnüberganges mit konstruktivem Ersatzbauwerk (etwa einer Unterführung), eine Erneuerung nur für Fußgänger- und Radverkehr, eine Erneuerung auch für (eingeschränkten) Kfz-Verkehr sowie eine Erneuerung ohne Einschränkungen. Aufgrund der Ausführungen von Martin Schweda wurde rasch deutlich, dass lediglich die Varianten Erneuerung nur für Fußgänger- und Radverkehr sowie für eingeschränkten Kfz-Verkehr in Betracht kommen. Die anderen dürften entweder aufgrund geänderter technischer Regelwerke überhaupt nicht mehr umgesetzt werden oder wären aufgrund eines unverhältnismäßig hohen Aufwandes oder von massiven Eingriffen in Privateigentum kaum realisierbar.

In der anschließenden lebhaften Diskussion, bei der Martin Schweda auch die zahlreichen Fragen der Teilnehmer kompetent beantwortete, wurden die jeweiligen Vor- und Nachteile dieser beiden Varianten ausgetauscht. Bei der Variante nur Fußgänger- und Radverkehr wurden vor allem Sicherheitsaspekte vorgetragen, da hierbei die Erreichbarkeit der Eisenbahnstraße für Feuerwehr oder Notarzt stark eingeschränkt sein könnte.

Um ein Stimmungsbild der Anwesenden zu den beiden Varianten zu erhalten, ließ Bürgermeister Marx schließlich über diese abstimmen. Es zeigte sich, dass etwa zwei Drittel der Teilnehmer die Variante mit eingeschränktem Kfz-Verkehr befürworteten, ein Drittel die andere Variante. „Letztlich muss der Stadtrat beschließen, welche Variante umgesetzt werden soll. Aber natürlich wird er dabei die Interessen der Anlieger berücksichtigen“, unterstrich Marx, der auch noch eine gute Nachricht bezüglich der Finanzierung der Maßnahme vermelden konnte: Aufgrund geänderter Eisenbahnkreuzungsrichtlinie wird die Kommune künftig nicht mehr an den Kosten beteiligt. Die Kosten werden auf die DB AG, den Bund und das Land verteilt. Somit entstehen der Stadt Idar-Oberstein oder gar den Anliegern keine Kosten.