Entwicklungsperspektiven für die Innenstädte diskutiert

Großes Interesse an der Veranstaltung hatten Bürger, Eigentümer und Makler (Foto: Stadtverwaltung)

Durch das Banner wirkt das frühere Café Keller bis zum Abriss etwas ansehnlicher. (Foto: Stadtverwaltung, Sarah Wagner)

Unter dem Motto „Leerstände in den Innenstädten von Idar und Oberstein – was tun?“ trafen sich mehr als 40 Interessierte Bürger, Eigentümer und Makler, um unter anderem über Entwicklungsperspektiven für Leerstände und Immobilien in den Innenstadtbereichen zu diskutieren.

Citymanagerin Samira Brächer stellte auch in diesem Rahmen ihre Arbeit, ihre Funktion und auch ihr Büro im Pop-Up-Store an Gilsbachs Eck vor. Sarah Wagner, von der städtischen Wirtschaftsförderung gab einen kurzen Überblick über die bisherigen Maßnahmen und die weiteren Pläne für das Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Unter anderem waren dies intensive Reinigungsaktionen in den Fußgängerzonen Oberstein und Idar, die Eröffnung des Pop-Up-Stores, die Installation von Blumenkörben an Laternen im Stadtteil Idar sowie das Aufstellen von Blumenkübeln in Oberstein und vieles andere mehr. Seit längerem gibt die Wirtschaftsförderung der Stadt Immobilienbesitzern die Möglichkeit, die Daten ihrer Leerstände zu übermitteln, die dann in einem Kurz Exposé erfasst werden, damit der Kontakt zu Investoren vermittelt werden kann. Leider gab es von Seiten der Inhaber bisher wenig Resonanz. „Im Rahmen des Förderprogramms ‚Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren‘ möchten wir das Thema - Beseitigung von Leerständen – erneut aufgreifen“, beschreibt Caroline Pehlke unter anderem die Intention dieses Treffens.

Dabei ist festzustellen, dass Leerstände aus den unterschiedlichsten Gründen entstehen, ein geändertes Konsumverhalten in der Bevölkerung spielt ebenso eine Rolle, wie der bauliche Zustand der Immobilien, das hohe Mietniveau im Verhältnis zum Zustand sowie auch das scheinbar mangelnde Interesse der Inhaber an einer Vermietung. Die Auswirkungen der Leerstände spüren nicht nur der verbleibende Handel und die Gastronomie, sondern auch die Bewohner.

Ziel des Treffens war es auch, die Anwesenden Immobilieninhaber und Händler nach deren Einschätzung zur Situation zu fragen. Diese bemängelten zum Beispiel, dass es vor allem in der Obersteiner Innenstadt zu wenige Mülleimer gibt, daher wird der Müll oft einfach auf die Straße geworfen. Darüber hinaus wurden fehlende kostenlose Parkplätze sowie die mangelnde Kaufkraft bei den Bewohnerinnen und Bewohnern thematisiert.

Zwei sehr unschöne Leerstände, das frühere Café Keller und das frühere Café Blatt, wurden im Laufe des Jahres von der Stadt aufgekauft und werden schnellstmöglich abgerissen. Besonders beim früheren Café Keller gestaltet sich die Maßnahme als sehr herausfordernd, da Teile des maroden Gebäudes sehr nah an der darüberliegenden Kreuzgasse liegen. Um den Schandfleck etwas zu verbergen, wurde im Rahmen des Förderprogrammes ein Bannerüber die gesamte Länge des Hauses im Erdgeschoss angefertigt. Auch das frühere Café Blatt wurde mit einem Banner, der Informationen zur Felsenkirche und der Buchung von Führungen enthält, versehen, bis der Abriss erfolgt. An beiden Standorten sollen Plätze entstehen, die die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone erhöhen sollen.

Auch mit Veranstaltungen in den Innenstädten von Oberstein und Idar sollen die Fußgängerzonen belebt werden, hier wurden bereits in dem Treffen mit Einzelhändlern in Idar erste Ideen entwickelt und Anfang des kommenden Jahres soll es weitere Treffen geben.