Bürger arbeiten am Mobilitätskonzept mit

Mehr als 70 Bürger beteiligten sich an dem Workshop zum MOKO Rad. (Foto: Stadtverwaltung Idar-Oberstein)

Im Rahmen des Mobilitätskonzeptes Alltagsradverkehr „MOKO Rad“ fand ein Bürgerworkshop in der Messe statt, an dem mehr als 70 Personen teilnahmen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Friedrich Marx präsentierte das mit der Erstellung des Konzeptes beauftragte Planungsbüro PGV-Alrutz GbR die Ergebnisse der Onlinebefragung aus den Monaten März und April. Dazu eigene Eindrücke zu Wegeinfrastruktur, Service und Fahrradparken, die die Mitarbeiterinnen des Planungsbüros bei einer Radtour durch Idar-Oberstein gesammelt und in Bildern festgehalten hatten.

Ziele des Mobilitätskonzeptes sind die Steigerung der aktiven Mobilität im Alltag, insbesondere der Fahrradnutzung, die Ertüchtigung des Radverkehrsnetzes unter Berücksichtigung der Verkehrssicherheit für alle Teilnehmer sowie die Verknüpfung mit anderen Mobilitätsformen. Hieraus wird mit Beteiligung der Bürger eine Gesamtstrategie für die Stadt entstehen, die als Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung dienen soll. Vor allem ein gut befahrbares Radverkehrsnetz ist von zentraler Bedeutung für eine stärkere Nutzung des Fahrrades für den Alltag sowie den speziellen Radtourismus.

Zweck der durchgeführten Online-Befragung war es, Kennzahlen zum Mobilitätsverhalten zu erheben, die aktuelle Zufriedenheit festzustellen und darüber hinaus Verbesserungswünsche herauszuarbeiten. Diese Gelegenheit nutzten 369 Personen, von denen 77 Prozent überwiegend das Auto nutzen, 14 Prozent täglich bis mehrmals die Woche das Fahrrad und 3 Prozent den bevorzugten Weg zu Fuß zurücklegen. Am häufigsten wünschen sich die Teilnehmer spezielle Radwege, möglichst abseits des Kfz-Verkehrs, eine bessere Kennzeichnung, wenn das Radfahren entgegen der Einbahnstraße erlaubt ist, aber auch Bike Sharing und ausreichend Fahrradständer.

Der neutrale Blick der Planungsgemeinschaft auf die Radwegesituation in Idar-Oberstein lieferte zahlreiche positive Eindrücke, wie den verträglichen Mischverkehr zum Beispiel in der Bismarckstraße, separate Radwege wie im Bereich Weierbach oder auch straßenbegleitende Führungen entlang der Hauptstraße zwischen Oberstein und Nahbollenbach. Es gibt aber auch negative Eindrücke wie zu schmale Radwege, schwer zu umfahrende Barrieren oder auch Abstellanlagen, die nicht mehr den Anforderungen entsprechen.

Heike Prahlow, Geschäftsführerin von PGV-Alrutz GbR, informierte die Anwesenden auch über rechtliche Rahmenbedingungen und stellte verschiedene beispielhafte Lösungsansätze vor, wie die Fahrradstraße, die Freigabe von Einbahnstraßen für den gegengerichteten Radverkehr, Schutzstreifen wie auch Piktogrammketten. Auf keinen Fall darf der Bereich der Abstellanlagen in Vergessenheit geraten, da sich auch hier die Anforderungen in den vergangenen Jahren stark geändert haben. Hier muss unter anderem dem Diebstahl- und Wetterschutz hohe Bedeutung zukommen.

In der anschließenden Gruppenarbeit ging es einerseits um das Radwegenetz für Idar-Oberstein, wie auch um die Erfahrungswerte, Konfliktpunkte und Verbesserungswünsche der Teilnehmer. Das Radwegenetz wurde in zwei Sektoren aufgeteilt, der westliche Bereich ergänzt die Hauptachse Idar und Oberstein um die Stadtteile Enzweiler, Göttschied, Algenrodt, Regulshausen und Tiefenstein, der östliche Bereich um das Wohngebiet Struth/Neuweg und die Stadtteile Nahbollenbach, Georg-Weierbach und Weierbach.

Die Ergebnisse des Workshops werden vom Planungsbüro in die bisherige Konzeption eingearbeitet, bevor es noch eine gemeinsame Radtour mit den Akteuren des Planungsbüros und Vertretern der kommunalen Gremien gibt. Abschließend werden die Lösungsansätze den politischen Gremien präsentiert, die auch über die Umsetzung beraten. Bürgermeister Friedrich Marx wies zudem darauf hin, dass noch bis Freitag, 7. Oktober 2022, Anregungen und Wünsche zum MOKO Rad per E-Mail an tiefbau@idar-oberstein.de gesendet werden können.