Projekt „Geselle trifft Gazelle“ feiert 10-jähriges Jubiläum

Eine emotionale Reise in Kultur Ruandas

Zentrale Akteure der 10-jährigen Erfolgsgeschichte des Vereins „Geselle trifft Gazelle“(Foto: Eva Grosser)

Die Trommelgruppe Umucyo umrahmt die Veranstaltung musikalisch(Foto: Eva Grosser )

Als im Jahr 2013 die ersten jungen Gesellen in das afrikanische Land Ruanda aufbrachen, konnte sich keiner der Organisatoren vorstellen, dass man 10 Jahre später dieses Jubiläum feiern wird. Heiko Herzog, Vorsitzender des Vereins Geselle trifft Gazelle e.V. beschreibt in seiner Begrüßung kurz den Werdegang des Projektes, das vom Bildungsausschuss des Fachverbandes Farbe – Gestaltung – Bautenschutz Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen wurde. Ziel dabei war es, den Nachwuchs zu fördern und die soziale Kompetenz zu stärken. „In den vielen Jahren haben wir bei nahezu allen Teilnehmern festgestellt, dass dies Erlebnisse der Reise die Junggesellen verändert haben,“ beschreibt Herzog seine Erfahrungen. Auf das afrikanische Land Ruanda fiel die Wahl damals, weil bereits eine Partnerschaft mit dem Land Rheinland-Pfalz bestand.

Michael Maurer vom Referat für Ruanda in der Staatskanzlei überbrachte die Grüße von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ließ die Geschichte der Partnerschaft Revue passieren. Dabei streifte er auch das dunkelste Kapitel der Geschichte Ruandas. Im Jahr 1994 kam es zu einem Völkermord an nahezu 1 Million überwiegend Tutsi, der von radikalen Hutu begangen wurde. Trotz kontroverser Diskussionen hat Rheinland-Pfalz an der Partnerschaft festgehalten und es hat sich über die Jahre herausgestellt, dass diese Entscheidung richtig war. Für den Partnerschaftsverein Ruanda überbrachte Christina Berthold ihre Gratulation zum Jubiläum und erinnerte an den damaligen Ministerpräsidenten Prof. Bernhard Vogel, der 1982 den Begriff der „Graswurzel-Partnerschaft“ geprägt hat, dabei sollten Menschen und Vereine beider Länder zusammengebracht werden und sich die Menschen auf Augenhöhe begegnen. Dies lebt das Projekt „Geselle trifft Gazelle“ von Beginn an vorbildlich. Aus Ruanda angereist war Michael Kleinbub, der als Business-Scout für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor Ort ist und deutsche Unternehmen für das afrikanische Land begeistern möchte. Parallel dazu arbeitet Anna Peter als Business-Scout in Deutschland ebenfalls für die GIZ an diesem Vorhaben.

Ein ganz besonderes Projekt stellte Anna Peter vor, dabei werden die Dächer von Schulgebäuden weiß gestrichen, dadurch sinkt in den Räumen die Temperatur sinkt und die Schüler können sich besser konzentrieren. In diesem Jahr erstmals in das Ausbildungskonzept integriert. Der Ehrenlandesinnungsmeister Jörg Baumann erzählte von den Anfängen des Projektes, Die  Reise nach Ruanda sollte eine einmalige Aktion sein, unter anderem müsse man die Kosten im Blick behalten und dann waren die Beteiligten so begeistert von der Reise, dass sie immer wieder Sponsoren gewinnen konnten und daraus dieses Erfolgsprojekt wurde.

Moderiert wurde die gesamte Veranstaltung von Lukas Herzog, der nach den Grußworten eine Fragerunde leitete. Michael Kleinbub berichtete, dass Ruanda sehr ambitioniert Projekte angeht und dabei auch die ärmere Bevölkerung im Fokus hat. Die Regierung in Ruanda möchte die Schulausbildung fördern und die Handwerksausbildung fördern.

Anschließend gab es die Premiere des neuen Dokumentarfilms, in dem Martin Boosfeld in sehr emotionalen Bildern die diesjährige Reise nach Ruanda für das Publikum erlebbar macht. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der ruandischen Trommelgruppe Umucyo. Nach dem offiziellen Teil gab es bei ruandischen Spezialitäten noch ausreichend Gelegenheit zu ausführlichen Gesprächen.