Stadt erhält 15.000 Euro Bundeswaldprämie

Ministerin Julia Klöckner übergibt Bescheid an OB Frühauf

Bundesministerin Julia Klöckner überreichte den symbolischen Scheck über die Bundeswaldprämie in Höhe von rund 15.000 Euro an Oberbürgermeister Frank Frühauf. Mit ihnen freuen sich (hintere Reihe von links) Stadtkämmerer Carsten Stützel, Stefan Tatsch, stellvertretender Leiter des Stadtbauamtes, Stefan Hagner, zuständiger Sachbearbeiter des Stadtbauamtes, und Revierleiter Martin Döscher. (Foto: Stadtverwaltung Idar-Oberstein)

Einen Bewilligungsbescheid über die Bundeswaldprämie in Höhe von 14.922,27 Euro für die Stadt Idar-Oberstein hatte Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, mit in die Edelsteinstadt gebracht. Die Übergabe des symbolischen Schecks an Oberbürgermeister Frank Frühauf erfolgte vor der idyllischen Kulisse des Obersteiner Schlossweihers.

OB Frühauf begrüßte die Bundesministerin herzlich in Idar-Oberstein und wies auf die großen Herausforderungen hin, vor denen private und kommunale Waldbesitzer derzeit stehen. „Die Fichte hat sich entgegen unseren Annahmen als nicht zukunftsfähig erwiesen, auch Buchen sind teilweise bereits von den Trockenperioden und den Klimaänderungen betroffen“, so der Oberbürgermeister. Daher müssten große Anstrengungen unternommen werden, um den Wald zukunftssicher aufzustellen. „Doch gerade in unserer Region haben wir durch die zahlreichen Steilhänge hohe Unterhaltungs- und Erntekosten, was die Ertragssituation des Wirtschaftswaldes schwierig gestaltet.“ Daher freut sich der Oberbürgermeister über die Unterstützung aus Berlin, auch wenn er sich durchaus einen höheren Betrag gewünscht hätte. Denn die Bundeswaldprämie beträgt zwar grundsätzlich 100 Euro pro Hektar Wald, es handelt sich dabei jedoch um eine sogenannte De-minimis-Beihilfe. Das bedeutet, dass von der maximalen Prämienhöhe von 200.000 Euro andere waldspezifische Förderungen abgezogen werden. Daher verblieb für die Stadt Idar-Oberstein letztlich noch ein Betrag von knapp 15.000 Euro.

„Dürre, Borkenkäferbefall und Stürme haben die deutschen Wälder in den letzten Jahren stark unter Stress gesetzt und geschädigt“, unterstrich Bundesministerin Klöckner. Die Bundesregierung hat daher aus dem Konjunktur- und Zukunftspaket 500 Millionen Euro für den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder bereitgestellt. Mit dieser sogenannten Bundeswaldprämie unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft einmalig kommunale und private Waldbesitzer, die sich mit einer aktiven, nachhaltigen und verantwortungsvollen Bewirtschaftung für den Erhalt der Wälder einsetzen. Die Prämie leistet damit einen Beitrag zum Erhalt der Wälder und der unverzichtbaren Waldfunktionen für unsere Gesellschaft.

Doch die Bundeswaldprämie soll nur ein Anfang sein. Daher unterstützt Julia Klöckner auch die Resolution des Idar-Obersteiner Stadtrates und zahlreicher weiterer Kommunalparlamente zur Einführung einer Wald-Klimaprämie. „Wenn wir CO2-Emissionen einen Preis geben, dann müssen wir umgekehrt auch diejenigen unterstützen, die unseren Wald als maßgeblichen Klimaschützer erhalten, pflegen und bewirtschaften. Für die langfristige Honorierung dieser Klimaschutzleistung habe ich kürzlich ein Modell vorgestellt." Mit den Einnahmen aus diesem Modell sollen vor allem auch die Kommunen in die Lage versetzt werden, die Generationenaufgabe des zukunftsfesten und nachhaltigen Waldumbaus umzusetzen. „Das geht nur mit den Fachleuten vor Ort, denn der Waldumbau muss natürlich auch standortgerecht erfolgen“, so Ministerin Klöckner.  

Dass es dabei je nach Standort ganz unterschiedliche Ausgangslagen und Herausforderungen gibt, unterstrich auch Martin Döscher, Leiter des Forstreviers Idar-Oberstein: „Der Wald in unserem Revier besteht zu etwa 50 Prozent aus Eichen, da sind wir ganz gut aufgestellt.“ Aber auch seine Mitarbeiter mussten er kürzlich im Stadtteil Kirchenbollenbach drei Tage lang einen Kiefernbestand abhacken, weil die vertrockneten Bäume auf Wohnhäuser zu stürzen drohten. „Ähnliches hatten wir auch an anderen Stellen im Stadtgebiet“, so Döscher. Erfreulich ist aus seiner Sicht, dass sich immer mehr Unternehmen für Projekte engagieren möchten, mit denen sie ihre CO2-Bilanz verbessern können. „Wir führen derzeit Gespräche darüber, wie diese Unternehmen geeignete Maßnahmen hier vor Ort unterstützen können.“ Dabei liegt das Augenmerk vor allem auch auf der Nachhaltigkeit dieser Projekte. Unternehmen, die sich für solche Maßnahmen interessieren, können sich gerne mit Revierleiter Martin Döscher unter Telefon 06782/8099734 oder E-Mail martin.doescher@wald-rlp.de in Verbindung setzen.