Neujahrempfang mit hoffnungsvollem Blick in die Zukunft

Offener Kanal wird mit dem Kulturpreis ausgezeichnet

Chefredakteur Lars Hennemann hielt die Neujahrsansprache für die drei Veranstalter. (alle Fotos: Stadtverwaltung Idar-Oberstein)

Die Bachwagge sorgten für die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs.

Oberbürgermeister Frank Frühauf (l.) überreichte die Urkunde für den Kulturpreis 2021 an die Vertreter des Offenen Kanals, den stellvertretenden Vorsitzenden Moritz Forster, Beisitzerin Stefanie Schepp und FSJler Jonas Meyer (v. l.).

Bäckermeister Alfred Wenz (4. v. l.) überreichte eine Neujahrsbrezel an Chefredakteur Lars Hennemann, Oberst Dietmar Felber, Edelsteinkönigin Cécile Elligson, Oberbürgermeister Frank Frühauf und Bürgermeister Friedrich Marx (v. l.).

Nach zweijähriger Pandemiepause richteten Nahe-Zeitung, Artillerieschule und Stadt Idar-Oberstein wieder ihren gemeinsamen Neujahrsempfang aus. Hierzu konnten Redaktionsleiter Stefan Conradt, Oberst Dietmar Felber, Leiter der Artillerieschule und General der Artillerietruppe, und Oberbürgermeister Frank Frühauf rund 400 Gäste in der Messe Idar-Oberstein willkommen heißen. Die kurzweilige Veranstaltung wurde musikalisch von den Bachwagge, dem Kulturpreisträger der Stadt Idar-Oberstein des Jahres 2020, umrahmt. Die Gesangsgruppe, die sich vor allem der Pflege des heimischen Liedgutes widmet, aber auch aktuelle Schlager im Repertoire hat, sorgte für Stimmung und gute Laune im Saal.

„Seit dem letzten Neujahrsempfang im Januar 2020 hat sich die Welt dramatisch verändert“, konstatierte Oberbürgermeister Frühauf in seiner kurzen Begrüßungsansprache. Diese herausfordernden Zeiten könne man nur gemeinsam bewältigen, so der OB, der zum gesellschaftlichen Zusammenhalt aufrief und sich vor allem bei den ehrenamtlich Engagierten bedankte, die in den vergangenen beiden Jahren viel zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen beigetragen hätten.

Für die drei Veranstalter hielt Lars Hennemann, seit Sommer 2021 Chefredakteur der Rhein-Zeitung, die Festansprache. „Das ist kein normaler Neujahrsempfang“, so Hennemann, „denn es ist das erste Mal seit langem, dass wir uns wieder in dieser Form und nicht nur digital treffen.“ Der Journalist richtete trotz aller aktuellen Herausforderungen einen hoffungsvollen Blick in die Zukunft und rief die Anwesenden dazu auf, „das noch leere Blatt des Jahres 2023 mit Buchstaben zu füllen.“ Dazu identifizierte er einige wichtige Themen, darunter die Sicherheitspolitik. Hier habe die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten vieles als selbstverständlich erachtet. „Aber eine Demokratie, die nicht wehrhaft sein kann oder will, wird nicht auf Dauer bestehen.“ Darum wünscht sich Hennemann auch, dass der Bundeswehr wieder der Respekt und die Wertschätzung entgegengebracht werden, die ihr gebührten. Ebenso hofft er, dass im neuen Jahr öfter mal „ja“ gesagt werde. „Ich habe den Eindruck, dass auf jeden, der eine Idee äußert, sofort zehn Leute kommen, die erklären, warum diese Idee nicht funktioniert.“ Aber da wir in komplexen Zeiten lebten, gäbe es meist keine Lösungen, die sofort funktionieren. Daher benötige man eine neue Diskussionskultur und auch etwas mehr Mut und Lust, Neues zu wagen. Zur Diskussionskultur gehöre aber auch, denjenigen, der eine andere Meinung habe, nicht gleich als Feind oder Idiot zu sehen. „Denn das bedroht die Suche nach dem bestmöglichen Kompromiss, die dringend Not tut.“

Würdigung für kulturelles Engagement

Nach der Ansprache des Chefredakteurs folgte der Ehrungsteil des Neujahrsempfangs. Hier holte Oberbürgermeister Frank Frühauf die Verleihung des Förderpreises für Kunst und Kultur der Stadt Idar-Oberstein für das Jahr 2021 an den Offenen Kanal Idar-Oberstein/Herrstein e. V. nach. Die Verleihung des aktuellen Kulturpreises 2022 an H. Peter Brandt konnte wegen der Erkrankung des Preisträgers leider nicht vorgenommen werden und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Bei den Preisträgern des Kulturpreises der vergangenen Jahre ergäbe sich ein bemerkenswert vielfältiges Bild kultureller Aktivitäten in Idar-Oberstein, unterstrich Oberbürgermeister Frühauf. Diese würden vor allem von ehrenamtlich engagierten Menschen initiiert, ohne diese Freiwilligen wären viele kulturelle Angebote nicht leistbar. „Das gilt auch für den Offenen Kanal (OK), er ist der Trägerverein von naheTV / Studio Idar-Oberstein und dient dem Betrieb und der Unterstützung des Senders.“ Der OK wurde 1996 gegründet und hat rund 100 Mitglieder. Die aktiven Vereinsmitglieder betreiben den Sender, betreuen die Produktionstechnik, veranstalten Seminare und Workshops im Bereich Medienkompetenz, Studiotechnik und vielem mehr. „Der OK ist somit das Fundament des naheTV-Studios Idar-Oberstein, ohne ihn gäbe es unser regionales Bürgerfernsehen also gar nicht“, unterstrich OB Frühauf. Während der Corona-Pandemie unterstützte naheTV die hiesige Kulturszene sehr stark mit zahlreichen Live-Streams von Veranstaltungen. Die Veranstaltungen wurden höchst professionell in digitaler Form auf der Homepage und den Social Media Kanälen von naheTV präsentiert und machten damit Kultur-Events für Menschen erlebbar, die nicht vor Ort sein konnten. „Es war vor allem diese wertvolle Unterstützung in schwierigen Zeiten, die den Kulturausschuss dazu bewog, dem Offenen Kanal den Kulturpreis zuzusprechen.“ Damit bereichere der Offene Kanal die Kulturszene der Stadt und Region ungemein und dafür gebühre ihm völlig zu Recht die Auszeichnung mit dem Förderpreis für Kunst und Kultur der Stadt Idar-Oberstein. Die Auszeichnung ist verbunden mit einem Preisgeld von 2.500 Euro, das von der Kreissparkasse Birkenfeld gesponsert wird.

Bäckerinnung stiftet Neujahrsbrezel

Zum Abschluss des öffentlichen Teils gab es dann noch eine Premiere: Bäckermeister Alfred Wenz, Obermeister der Bäckerinnung Rhein-Nahe-Hunsrück, hatte eine Neujahrsbrezel gebacken und überreichte sie auf der Bühne an Oberbürgermeister Frühauf. Vorher waren bereits Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsidentin Malu Dreyer in den Genuss dieses Backwerks gekommen, das Glück und Gesundheit für das neue Jahr bringen soll. Natürlich wurde die mit einer Mohn-, Nuss- und Marzipanfüllung versehene Hefebrezel noch auf der Bühne angeschnitten und probiert. Das einstimmig Urteil aller Tester: sie schmeckt hervorragend. Davon konnten sich auch die Gäste überzeugen, denn natürlich ergänzte die Neujahrsbrezel beim anschließenden Empfang im Foyer der Messe den vorbereiteten Imbiss.