Entwicklung für den Kernbereich Idar angestoßen

Hubert L. Deubert (mit Mikrophon) und Oberbürgermeister Frank Frühauf (rechts daneben) sammelten die zahlreichen Ideen und Wünsche für die Entwicklung im Kernbereich Idar. (Foto: Stadtverwaltung Idar-Oberstein)

Zur Auftaktveranstaltung der Bürgerbeteiligung für das Sanierungsgebiet ‚Kernbereich Idar‘ waren mehr als 50 Teilnehmer in die Turnhalle der Heidensteilschule gekommen. Dabei arbeiteten sie gemeinsam mit Vertretern der Stadt sowie des beauftragten Planungsbüros Deubert & Partner die Stärken und Schwächen des geplanten Sanierungsgebietes heraus und formulierten Wünsche für dessen zukünftige Entwicklung. Diese Ergebnisse werden in zwei Workshops am Montag und Dienstag, 20. und 21. Juni 2022, jeweils um 18.30 Uhr in der Turnhalle der Heidensteilschule vertieft. Die Stadtverwaltung Idar-Oberstein lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, an diesen Workshops teilzunehmen und sich mit ihren Ideen und Anregungen in die verschiedenen Arbeitsgruppen einzubringen.

Zum Beginn der Auftaktveranstaltung begrüßte Oberbürgermeister Frank Frühauf die Teilnehmer und wies darauf hin, dass der Beteiligung der Öffentlichkeit von großer Bedeutung bei der Durchführung solcher Sanierungsprogramme sei. Dies hätten die Erfahrungen mit ‚Aktive Stadt‘ und ‚Soziale Stadt“ im Stadtteil Oberstein gezeigt. „Der Unterschied zu diesen Programmen ist jedoch, dass es nunmehr aufgrund der stark verbesserten Finanzlage der Stadt keine Zuschüsse des Landes mehr gibt“, erklärte Frühauf. Trotzdem seien sich Rat und Verwaltung einig, dass das Projekt nunmehr angegangen werden muss. „Wir halten es für notwendig und geboten, um eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität im Kernbereich Idar zu erreichen.“ Wobei der Kernbereich Idar zunächst das Areal zwischen Idarbach, Bismarckstraße und Kobachstraße umfasst.

Hubert L. Deubert, Inhaber des beauftragten Planungsbüros, erläuterte anschließend die Ziele der geplanten Sanierung. Diese sind insbesondere die Aufwertung von öffentlichen und privaten Gebäuden sowie von Grün- und Freiflächen, die Erneuerung und Anpassung der Infrastruktur sowie die Umsetzung von Mobilitätskonzepten. Immer bedeutender werden außerdem Maßnahmen für den Klimaschutz und zur Klimaanpassung. Hierzu hat sein Büro bereits eine Bestandsaufnahme und -analyse der vorhandenen Einrichtungen durchgeführt. Diese und die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung fließen dann in das sogenannte integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ein, das das Grundgerüst für die zukünftige Entwicklung im Sanierungsgebiet bildet. „Die Stadtsanierung lebt also davon, dass die Bürgerinnen und Bürger mitgehen“, unterstrich Deubert. Auch er wies darauf hin, dass es bei diesem Sanierungsgebiet keine staatlichen Zuschüsse für private Modernisierungsmaßnahmen gibt. Eigentümer von Gebäuden im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet können jedoch für ihre Maßnahmen von einer erhöhten steuerlichen Abschreibung profitieren. Dies sei gerade für Investoren lukrativer als die Gewährung von Zuschüssen. 

Nach den einleitenden Informationen konnten sich die Teilnehmer dann aktiv an der Auftaktveranstaltung beteiligen. Auf verschiedenfarbigen Handzettel konnten die Bürgerinnen und Bürger notieren, was ihnen im geplanten Sanierungsgebiet und darüber hinaus gefällt und nicht gefällt. Außerdem konnten sie ihre Wünsche und Ideen hierzu mitteilen. Von dieser Möglichkeit wurde rege Gebrauch gemacht und so konnte bereits eine Vielzahl von Statements und Anregungen erfasst werden. In der sich anschließenden engagierten Diskussion wurden diese Aspekte nochmals erörtert. Weiterhin wurde unter anderem eine stärkere Einbindung von Jugendlichen in den Beteiligungsprozess gefordert und es wurde diskutiert, ob weitere Bereiche wie beispielswiese die angrenzende Kobachstraße in das Sanierungsgebiet aufgenommen werden sollten. Hierzu führte Hubert L. Deubert aus, dass es erfahrungsgemäß sinnvoller sei, mit einem relativ kleinen Sanierungsgebiet zu beginnen und dieses dann sukzessive zu erweitern.

Im Ergebnis der Auftaktveranstaltung haben sich aus den Anregungen der Teilnehmer bereits drei Themenfelder für die Workshops am 20. und 21. Juni herauskristallisiert: Verkehr und Grünflächen / Stadtbild, Kultur, Einzelhandel, Gastronomie / Kinder, Jugend und Senioren. Diese Themenfelder werden in den Arbeitsgruppen behandelt, dabei werden die Ergebnisse der Stärken- und Schwächen-Analyse sowie der Wünsche weiter vertieft und Maßnahmen hierzu ausgearbeitet. Dabei hoffen Verwaltung und Planungsbüro auf eine ebenso lebhafte und konstruktive Beteiligung wie bei der Auftaktveranstaltung.

Die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung werden zeitnah auf der städtischen Internetseite unter www.idar-oberstein.de/leben/wohnen/lebendiges-idar veröffentlicht. Dies dient auch der Vorbereitung der Teilnehmer auf die Workshops.