Eine Freundschaft im Dritten Reich

Initiative StattKino zeigt Film über Erich Kästner

Im Rahmen ihrer Reihe „Film im Theater“ zeigt die Initiative StattKino in Kooperation mit dem städtischen Kulturamt am Freitag, 20. März 2020, um 19.30 Uhr im Stadttheater Idar-Oberstein das Drama „Kästner und der kleine Dienstag“. Er erzählt die wahre Geschichte über die ungewöhnliche Freundschaft des Schriftstellers Erich Kästner zu einem Jungen, der in der berühmten Ufa-Verfilmung „Emil und die Detektive“ von 1931 als Kinderdarsteller mitwirkte. Um 18.30 Uhr serviert der Landgasthof Böß im Bankettsaal des Stadttheaters als passende Speise einen „Freundschaftsschmaus“. Hierfür ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Erich Kästner (Florian David Fitz) lernt 1929 seinen wohl größten kleinen Fan kennen. Es ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Die wilden Zwanziger neigen sich dem Ende zu. Kästner, der scharfsinnige Publizist und spitzzüngige Gebrauchslyriker, hat gerade mit „Emil und die Detektive“ sein erstes Kinderbuch auf den Markt gebracht, die Kinder verehren ihn.

Zu seinen Fans gehört auch der erst acht Jahre alte Hans-Albrecht Löhr (Nico Kleemann). Von dessen glühendem Fanbrief ist Kästner so begeistert, dass er den persönlichen Kontakt sucht und ihm in der späteren Verfilmung auch die Rolle des „kleinen Dienstag“ vermittelt. Der Film wird ein Riesenerfolg und die Freundschaft zwischen dem Schriftsteller und dem Jungen wird über die Jahre immer intensiver.

Doch dann kommen die Nazis an die Macht, kritische Intellektuelle werden als „undeutsch“ diffamiert. Kästners Bücher werden verboten und öffentlich verbrannt. Doch selbst sein Berufsverbot lässt den „Zersetzungsliteraten“, wie er von den Nazis bezeichnet wird, nicht ans Exil denken. Der Schriftsteller wird jedoch zur Gefahr für den Jungen, der selbst schließlich zum „Primaner in Uniform“ wird – für den überzeugten Pazifisten Kästner kaum zu ertragen.

Der Film setzt auf Verdichtung, auf wenige Figuren und ein wesentliches Thema: Wie kann man als kritischer Intellektueller das „Dritte Reich“ physisch und seelisch überleben? Eine Antwort gibt Florian David Fitz, der den verbotenen Autor mit einem (bitter) süffisanten Lächeln spielt und damit vorzüglich das Wesen Kästners trifft.

Der Eintritt zum Film kostet 4 Euro, inklusive Essen 14 Euro. Bei der Filmvorführung herrscht freie Platzwahl. Anmeldungen zum Essen werden je nach Verfügbarkeit bis Montag, 16. März 2020, unter Telefon 06781/64-884 oder E-Mail kultur@idar-oberstein.de entgegen genommen.