Deutsches Edelsteinmuseum präsentiert „Schätze des Landes Rheinland-Pfalz“

v.l.n.r.: Dieter Hahn, Aufsichtsratsvorsitzender der Stiftung Deutsches Edelsteinmuseum, Anette Fuhr, Museumsleiterin, Edelsteinkönigin Bettina Reiter, Dr. Angela Kaiser-Lahme, Direktorin Burgen, Schlösser, Altertümer, Oberbürgermeister Frank Frühauf.

Oberbürgermeister Frank Frühauf mit der Amtskette

Die Wanderausstellung mit dem Titel „Unsere Heimat: Schätze des Landes Rheinland-Pfalz“ ist bis Ende März auch im Deutschen Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein zu sehen. Die Ausstellung richtet den Blick auf das kulturelle Erbe des Landes in all seinen Facetten, Gattungen und zeitlichen Epochen. Es geht nicht darum detailliert aufzulisten, sondern mehr um ein Neugierig-Machen. Von zentraler Bedeutung sind die Menschen von heute, die Erben und Erbinnen. Gerade sie sollen in der Ausstellung „zu Wort kommen“, ganz im Sinne von: „Wir machen Geschichte lebendig“. Die Präsentation umfasst 13 Objekte, die in Idar-Oberstein um zwei weitere ergänzt werden. Passend zur Schmuck- und Edelsteinregion konnten die Deutsche Edelsteinkönigin Bettina Reiter und Oberbürgermeister Frank Frühauf als Kulturpaten gewonnen werden, die zwei außergewöhnliche Kulturgüter mit regionalem Bezug präsentieren.

In seiner Begrüßung zeigt sich Dieter Hahn, Aufsichtsratsvorsitzender der Stiftung Deutsches Edelsteinmuseum, begeistert von der Ausstellung. Er dankt Museumsleiterin Anette Fuhr für ihr Engagement, die Ausstellung nach Idar-Oberstein zu holen sowie der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) für die Konzeption und den Aufbau der Präsentation.

Frau Dr. Angela Kaiser-Lahme, Direktorin für Burgen, Schlösser, Altertümer bei der GDKE drückt ihre große Freude aus, die „Schätze des Landes in dieser Schatzkammer zu präsentieren“. Mit ganz unterschiedlichen Exponaten zeigt die Ausstellung die unglaubliche Vielfalt des Landes, aber auch wie differenziert und vielfältig der Begriff „Heimat“ ist.

Einerseits gehört der „Gold-Solidus“, die einzige bisher gefundene Goldmünze, die Karl den Großen, den ersten mittelalterlichen Kaiser zeigt zu den Exponaten. Die Münze hat einen Durchmesser von ca. 5 cm, stammt aus der Epoche um 800 n. Chr. und wurde in Ingelheim gefunden. Als eine der Innovationen, die die Römer in die Region brachten wird der Weinbau bezeichnet. Wein ist auch heute noch eines der bekanntesten Produkte von Rheinland-Pfalz. Das Römerschiff ist das Wahrzeichen des Ortes Neumagen-Dhron und ein Nachbau davon fährt heute wieder auf der Mosel. Die Ausstellung präsentiert ein Modell des Schiffes.

Für die Edelstein- und Schmucktradition unserer Region präsentiert Oberbürgermeister Frank Frühauf die Amtskette, die aus dem Jahr 1965 stammt. Die Kette ist aus Sterlingsilber, mit acht Landschaftsachaten, deren Zeichnung das Profil einer Dorflandschaft mit Kirchturm darstellt sowie einer Achatellipse, auf der das Stadtwappen graviert ist. Der Oberbürgermeister freut sich darüber als Kulturerbe das heimische Kunsthandwerk darzustellen. Insgesamt wurden von Gold- und Silberschmieden, Edelsteinschleifern, Fassern und Graveuren rund 400 Stunden an der Amtskette gearbeitet. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung regt Frühauf erneut an, aufgrund der Einzigartigkeit das regionale Kunsthandwerk zum Weltkulturerbe zu ernennen.

Die Deutsche Edelsteinkönigin Bettina Reiter suchte sich die Gemme „Ares und Demeter“ von August Rudolf Wild als Kulturgut aus. Im November 1936 begann August Rudolf Wild mit dem Gravieren der Grand-Prix-Gemme für die Weltausstellung in Paris. Der Kriegsgott Ares und die Fruchtbarkeitsgöttin Demeter sollten die damalige politische Situation widerspiegeln. Aus Angst vor einem erneuten Krieg wollte er mit dieser Kamee ein Zeichen setzen. Es gelang ihm eine einzigartige Arbeit, die den ersten Preis in Paris gewann. In ihrer Erläuterung betont die Deutsche Edelsteinkönigin, dass „August Rudolf Wild, obwohl er durch den 1. Weltkrieg seine Ausbildung abbrechen musste, als Autodidakt die hiesige Graveurkunst auf ein neues Niveau gehoben hat.“.

  • Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 29. März 2020 täglich von 10 bis 17 Uhr im Deutschen Edelsteinmuseum zu sehen.