Joachim Król auf den Spuren von Albert Camus

Joachim Król bringt die Kindheitsgeschichte von Albert Camus voller Leidenschaft und Emotionen auf die Bühne. (Foto: Remo Fröhlicher)

Im Rahmen ihres Theaterprogramms präsentiert die Stadt Idar-Oberstein gleich zum Anfang des neuen Jahres das wahrscheinlich bewegendste Theaterereignis der Saison. Die Produktion „Der erste Mensch – Die unglaubliche Geschichte einer Kindheit“ ist am Samstag, 18. Januar 2020, um 19.30 Uhr im Stadttheater zu sehen. Darin zeichnen Joachim Król und das Orchestre du Soleil die Kindheitsgeschichte des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus nach. Um 18.45 Uhr erfolgt im Bankettsaal des Stadttheaters eine Einführung in das Stück.

Die Schule ein Ort, der einem den Blick auf das Leben öffnet? Ein junger Schüler, für den das Lernen ein wildes Abenteuer ist, bei dem ihm täglich neue Welten erschlossen werden? Der kleine Albert Camus hat das so erlebt. Moderne Bildungspolitiker und Pädagogen müssen sich irritiert die Augen reiben, wenn sie seine Geschichte hören. In einem sensationellen erzählerischen Parforceritt entführt Joachim Król sein Publikum in dieser emotionalen Theaterproduktion als Ich-Erzähler in eine Welt voller Armut, Lebensfreude und „natürlicher Schönheit“. Die Musik des Orchestre du Soleil liefert den mitreißenden Soundtrack zu diesem hochaktuellen Stück über das „Abenteuer Bildung", an dessen Ende ein Mann, der als Kind in einer Familie  von Analphabeten aufwächst, mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird.

In seinem autobiographischen Roman „Der erste Mensch" begibt sich Albert Camus auf die Suche nach seinem Vater, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist und den er nie kennengelernt hat. Damit beginnt für den Erzähler eine Reise zurück in seine Kindheit. Er kehrt heim in die Hitze Algiers, in die Armut und die Unschuld. Er lässt seine Kindheit Revue passieren, beschreibt – so humorvoll wie berührend und in einer Sprache von poetischer Schönheit – die freie Schwerelosigkeit am Strand, in der Sonne, im Meer. Er erzählt von seiner schweigsamen Mutter im Armenviertel Algiers und der dominanten Großmutter, die nur durch die Unterstützung seines Volksschul-Lehrers davon überzeugt werden kann, dass der Junge ins Gymnasium gehört. Dort begreift er, „dass ich alles, was ich wollte, erreichen würde, und dass nichts, was von dieser Welt ist, mir jemals unmöglich sein würde."

Nähere Informationen zu den städtischen Kulturveranstaltungen gibt es unter www.kultur.io. Karten sind erhältlich bei den bekannten Vorverkaufsstellen sowie unter www.ticket-regional.de.