Mit Kindern im Gespräch

Qualifizierung für sprachliche Bildung in Kitas

Auf einer Infotafel sammelten die pädagogischen Fachkräfte ihre Highlights aus der Qualifizierungsmaßnahme.

Von März 2018 bis Februar 2019 nahmen insgesamt zwanzig pädagogische Fachkräfte aus verschieden Kindertagesstätten im Landkreis Birkenfeld und Umgebung an einer Qualifizierungsreihe für sprachliche Bildung in Rheinland-Pfalz teil. Die Fortbildungsveranstaltung fand in Idar-Oberstein statt und wurde vom Institut für Lehrerfort- und Weiterbildung (ILF) Mainz in Kooperation mit der Sprachfachberatung des Kindergartenreferats des Kirchenkreises Obere Nahe und der Fachberatung der Kitas in Trägerschaft der Stadtverwaltung Idar-Oberstein angeboten. Nunmehr konnten die erfolgreichen Teilnehmer, die in insgesamt neun Modulen qualifiziert wurden, ihre Zertifikate entgegennehmen.

Sprachbildung und Sprachförderung ist eine zentrale Aufgabe in der pädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Die Qualifizierung erfolgte nach dem weiterentwickelten Rahmencurriculum des Landes zur sprachlichen Bildung in Kitas „Mit Kindern im Gespräch – Strategien zur sprachlichen Bildung von Kindern in Kindertageseinrichtungen“, welches das bisherige Rahmencurriculum „Sprache – Schlüssel zur Welt – Materialien zur Qualifizierung von Sprachförderkräften in Rheinland-Pfalz“ ablöst. Inhaltich bietet es eine Weiterentwicklung und ergänzt in hervorragender Weise den im bisher umgesetzten Curriculum erarbeiteten Zugang. Dies war die erste Weiterbildung, mit der das ILF in Idar-Oberstein zu Gast war. Als Referentinnen konnten dazu Christina Freude und Waltraud Frick-Lorenz verpflichtet werden. Da die Zusammenarbeit von Organisatoren wie Teilnehmern als sehr erfolgreich bewertet wurde, sind bereits weitere Angebote im Gespräch.

Das Konzept zu dieser Qualifizierungsreihe wurde von Prof. Dr. Gisela Kammermeyer mit ihrem Team an der Uni Koblenz-Landau auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt und in verschiedenen Projekten erprobt. Der Fokus liegt auf der Interaktion als Motor menschlicher Entwicklung und auf dem systematischen Einsatz von Sprachförderstrategien in Schlüsselsituationen des Alltags. Das Konzept unterstützt die Fachkräfte dabei, systematisch ihre Sprachförderkompetenz auszubauen. Sprachförderstrategien werden erarbeitet, in der Arbeit mit den Kindern angewendet und die Umsetzung wird reflektiert.

Vorrangig geht es dabei um Gespräche, in denen die Erfahrungen, Meinungen und Gedankengänge der Kinder Raum bekommen. Solche wertschätzenden Gespräche ermöglichen den Kindern, sich häufiger und intensiver zu beteiligen und damit ihre Sprachkompetenz auszubauen. Den Fachkräften geben sie Einblick in den Spracherwerbsprozess des jeweiligen Kindes und Anknüpfungsmöglichkeiten für entwicklungsgerechte Anregungen. Darüber hinaus wird in der Qualifizierung erarbeitet, wie den Kindern systematisch Gelegenheit gegeben werden kann, Schriftbedeutung kennenzulernen und über Sprachenvielfalt nachzudenken.