Nazi-Aussteiger liest im JAM

Der ehemalige Neonazi Christian E. Weißgerber engagiert sich heute im Kampf gegen rechte Strukturen.

Am Mittwoch, 6. November 2019, um 19 Uhr liest Christian E. Weißgerber im Jugendtreff am Markt aus seinem neusten Buch „Mein Vaterland! Warum ich ein Neonazi war“. Der Text ist eine vielversprechende Kombination aus spannender Autobiographie und scharfer, politischer Analyse. Die Lesung wird unterstützt durch den Jugendfonds Birkenfeld und gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Christian E. Weißgerber ist einer der bekanntesten Ex-Neonazis in Deutschland. Er wurde 1989 in Ostdeutschland geboren, dort suchte er mit 16 Jahren den Kontakt mit der rechtsextremen Szene. Im Lauf der Zeit wurde er zu einem der populärsten Gesichter innerhalb der Neonazi-Szene Thüringens. Er organsierte zahlreiche Demos, verfasste Schriften, produzierte Propaganda-Videos und war Sänger in einer rechtsextremen Band. 

Ab 2009 begann Weißgerbers Ausstieg, „der kein ‚Erweckungserlebnis‘ gewesen ist“, wie er sagt, sondern ein langer, nie ganz abgeschlossener Prozess. Während seines Studiums entfernte er sich dann immer mehr von den neonazistischen Kontakten, reflektierte seine Vergangenheit kritisch und lebte zwei Jahre lang isoliert, bevor er um Hilfe beim Aussteigerprogramm „EXIT Deutschland“ bat. Seit 2012 engagiert sich Weißgerber im Kampf gegen rechte Strukturen, indem er Aufklärungsarbeit und Prävention leistet und Vorträge an Schulen hält.

Der Eintritt zur Lesung ist frei. Es wird jedoch um vorherige Anmeldung gebeten unter Telefon 06781/64-475 oder -476, E-Mail jugendtreff@idar-oberstein.de.