Marlene Dietrich und die Nazis

Gedenkveranstaltung mit Ausstellungseröffnung und Filmvorführung

Die Wanderausstellung der Gedenkhalle Oberhausen geht der komplexen Beziehung zwischen Marlene Dietrich und Deutschland nach. (Foto: © Deutsche Kinemathek – Marlene Dietrich Collection Berlin)

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus richten die Stadt Idar-Oberstein und der Verein Schalom auch in diesem Jahr wieder eine Gedenkveranstaltung aus. In deren Mittelpunkt steht diesmal die Eröffnung der Ausstellung „Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis.“, außerdem wird der Film „Beate und Marlene“ gezeigt. Wanderausstellung und Film sind Eigenproduktionen der Gedenkhalle Oberhausen.

Die Gedenkveranstaltung findet am Samstag, 27. Januar 2018, um 19 Uhr in der Göttenbach-Aula statt. Nach Grußworten von Oberbürgermeister Frank Frühauf und dem Schalom-Vorsitzenden Axel Redmer erläutert Regisseur Hendrik Lietmann die Entstehungsgeschichte des Films „Beate und Marlene“ und führt in die Ausstellung ein. Nach der Filmvorführung steht der Regisseur für eine Diskussion über sein Werk zur Verfügung.

Den Großteil ihres Lebens stand Marlene Dietrich in der Öffentlichkeit. Die Schauspielerin und Sängerin gilt als Diva und erster deutscher Weltstar; dementsprechend viel wurde über sie geschrieben und berichtet. Einen weniger beachteten Bereich ihres Lebens thematisiert die Ausstellung „Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis.“: Ihr Verhältnis zu Deutschland und den Deutschen, zu Unrecht, Krieg und Frieden. So hatte die Diva schon seit 1933 eindeutig Stellung gegen die Nationalsozialisten bezogen. Anhand zahlreicher Dokumente, Fotografien und weitgehend unbekannter Filmsequenzen rekonstruiert die Ausstellung die Haltung, für die Marlene Dietrich ihr gesamtes Leben stand.

Aus dieser entschiedenen Haltung erklärt sich auch, dass Marlene Dietrich das deutsch-französische Ehepaar Beate und Serge Klarsfeld bewunderte. Diese setzten sich in jahrzehntelanger Arbeit dafür ein, NS-Täter vor Gericht zu bringen. Dabei ging es ihnen nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit. Respekt und Bewunderung beruhten auf Gegenseitigkeit, so dass sich bis zum Tod von Marlene Dietrich im Jahr 1992 ein regelmäßiger Kontakt ergab. Diesem Umgang miteinander geht die Ausstellung auch nach, vor allem aber der Film „Beate und Marlene. Eine Gesellschaft braucht die Ausnahmen“.

Die Ausstellung wird vom 29. Januar bis 6. Februar 2018 in der Göttenbach-Aula gezeigt und ist von Montag bis Donnerstag jeweils von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung sowie zur Gedenkveranstaltung ist frei. Nähere Informationen gibt es beim Stadtjugendamt Idar-Oberstein, Sebastian Herzig, Telefon 06781/64-531, E-Mail sebastian.herzig@idar-oberstein.de, oder Sabine Moser, Telefon 06781/64-542, E-Mail sabine.moser@idar-oberstein.de.