Tragikomisches Stück über die multikulturelle Gesellschaft

Bei einem Abendessen eskaliert die Diskussion über religiöse und ethnische Traditionen. (Foto: Sabine Haymann)

Für sein Debütstück "Disgraced“ wurde der Autor Ayad Akhtar bereits mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem 2013 mit dem Pulitzer-Preis und 2017 bei der Verleihung des 18. Nestroy-Theaterpreises in Wien mit dem Autorenpreis für das beste Stück. Das Tournee-Theater Thespiskarren zeigt das Schauspiel „Geächtet" ("Disgraced") im Rahmen des städtischen Theaterprogramms am Sonntag, 25. Februar 2018, um 19.30 Uhr im Stadttheater Idar-Oberstein.  Um 18.45 Uhr findet im Bankettsaal des Stadttheaters eine Einführung in das Stück statt.

Wenn ein Moslem, der seine Herkunft verachtet, ein Jude, der Political Correctness über alles stellt, eine aufgestiegene Afroamerikanerin im Karriere-Rausch und eine weiße Christin, die der Kunst des Islams verfallen ist, sich zum Abendessen treffen, dann ist das Konfliktpotenzial auch so schon riesengroß. Doch auch äußere Einflüsse bleiben nicht aus bei diesem Dinner, das in der schicken Upper-East-Side-Wohnung von Amir und Emily stattfindet. Der Pakistani Amir ist Anwalt, die Afroamerikanerin Jory seine Konkurrentin in der Firma. Sie begleitet ihren Mann, den jüdischen Kurator Isaac, der sich zuvor Emilys Bilder angesehen hat und ihr an diesem Abend die frohe Nachricht überbringt, dass ihre Werke in seiner nächsten Ausstellung gezeigt werden. Der Abend gehört Emily. Für ganze zwei Minuten. Danach beginnen die Diskussionen um Tradition, Glaube und Fundamentalismus. Wenn Amir erzählt, wie er an Flughäfen angestarrt wird, weil man in ihm immer einen Terroristen vermutet oder Jory sich empört, dass Verschleierung der Frau das Individuum auslösche, fliegen harte Thesen durch die Luft. Und viele von ihnen schweben noch lange im Raum.

Die Auseinandersetzung mit gängigen Klischees über religiöse oder ethnische Zugehörigkeiten bestimmt dieses Stück, das viel mit den tragikomischen Theaterstücken von Yasmina Reza gemein hat. Mal subtil und witzig, mal nachdenklich, mal aggressiv – immer geht es darum, die eigene Meinung und Perspektive zu hinterfragen. Ein unverzichtbares Stück Literatur in einer multikulturellen Welt, in der es noch immer an adäquaten Antworten auf die gestellten Fragen mangelt.

Karten gibt es in Idar-Oberstein bei den Vorverkaufsstellen Buchhandlung Carl Schmidt & Co., Telefon 06781/41078, Buchhandlung Schulz-Ebrecht GmbH, Telefon 06781/22574, Tourist-Information, Telefon 06781/64871, M&R GmbH, Telefon 06781/567353, Wochenspiegel, Telefon 06781/94770, sowie im Internet unter www.ticket-regional.de.