Kantorei Idar-Oberstein mit Kulturpreis ausgezeichnet

Oberbürgermeister Frank Frühauf überreichte die Verleihungsurkunde des Kulturpreises an Superintendentin Jutta Walber, Hans-Otto Kleindopf, Gründer des Chores und heute noch aktiver Sänger der Kantorei, und Kreiskantor Roland Lißmann (v. l.).

Anschließend gaben die Sänger dem Publikum eine Kostprobe ihres Könnens.

Im Rahmen des gemeinsamen Neujahrsempfangs von Stadt, Nahe-Zeitung und Bundeswehr in der Messe Idar-Oberstein wurde auch der Förderpreis für Kunst und Kultur der Stadt Idar-Oberstein für das Jahr 2017 verliehen. Preisträger ist die Kantorei Idar-Oberstein, Oberbürgermeister Frank Frühauf überreichte die Verleihungsurkunde an Superintendentin Jutta Walber und Kreiskantor Roland Lißmann. Der Kulturpreis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro verbunden, das von der Kreissparkasse Birkenfeld gestiftet wurde.

„Die Kultur hat die Aufgabe, zu erfreuen, zu belehren und zu bewegen“, zitierte OB Frühauf den altrömischen Dichter Horaz. Und mit der Verleihung des Kulturpreis würden Künstler gewürdigt, die in den vergangenen Jahren mit ihrem kulturellen Schaffen viel in Idar-Oberstein bewegt hätten, die andere Menschen mit ihrem Wirken erfreut und zum Nachdenken gebracht hätten. Laut den entsprechenden Richtlinien kann der Förderpreis sowohl für herausragende künstlerische Leistungen als auch für besondere Verdienste von oder zur Heranbildung von Nachwuchskünstlern vergeben werden. „Beide Voraussetzungen hat die Kantorei Idar-Oberstein in den vergangenen Jahrzehnten in hervorragender Weise erfüllt“, so der Oberbürgermeister.

Die Kantorei Idar-Oberstein wurde 1966 als Folgechor der Nahe-Chorgemeinschaft durch Kantor Hans-Otto Kleindopf gegründet. Er leitete den Chor bis 2003, seit 2011 ist Kreiskantor Roland Lißmann Chorleiter und dirigiert zur Zeit rund 50 Sängerinnen und Sänger. Der Chor widmet sich in erster Linie der geistlichen Chormusik verschiedener Gattungen und Musikepochen. Er ist innerhalb der Stadt Idar-Oberstein und dem Kreis Birkenfeld der einzige Chor, der regelmäßig die großen Werke geistlicher Musik wie Kantaten, Messen, Oratorien und Passionen aufführt. Beispielsweise wurden in den vergangenen Jahren unter anderem Haydns „Schöpfung“ oder das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Auch die Stadt Idar-Oberstein griff bei Veranstaltungen immer wieder auf die Kantorei zurück, so 2010 bei der Kultursommereröffnung mit „König David“ oder 2012 mit „A Mass for Peace“ und „A Mass for Children“. Dabei hat die Kantorei auch immer wieder mit anderen Kulturvereinen, mit Schulen oder Tanz- und Theatergruppen kooperiert und damit neben der geistlichen Chormusik natürlich auch „weltliche“ Programme gestaltet.

Einer der Höhepunkt des Schaffens war sicherlich der Auftakt des letztjährigen Theatersommers mit zwei ausverkauften Aufführungen von Carl Orffs „Carmina Burana“ in der Messe Idar-Oberstein. Neben der Kantorei wirkten dabei das Symphonische Blasorchester Obere Nahe und weitere Sängerinnen und Sänger aus der Region mit. Insgesamt 200 Personen standen unter der Leitung von Kreiskantor Roland Lißmann auf der Bühne und bereiteten den Zuschauern ein unvergessliches Erlebnis.

Neben dem eigenen Chorgesang engagiert sich die Kantorei auch in der musikalischen Kinder- und Jugendarbeit. So wurde vor zwei Jahren ein neuer Kinderchor gegründet, zahlreiche ehemalige Kinderchorsänger fanden durch die Kantorei Zugang zu großen Werken der Chorliteratur.

„Allein diese kurze Auflistung aus dem über 50-jährigen Wirken der Kantorei Idar-Oberstein belegt: Sie ist ein würdiger Preisträger des Förderpreises für Kunst und Kultur der Stadt Idar-Oberstein“, unterstrich Oberbürgermeister Frühauf. Das sah auch der Kulturausschuss so und beschloss die Auszeichnung der Kantorei Idar-Oberstein mit dem Kulturpreis 2017.

Superintendentin Jutta Walber bedankte sich für die Auszeichnung und hob hervor, dass viele Menschen an diesem Erfolg beteiligt sind. Neben dem Dirigenten und den Sängern seien dies auch die Verantwortlichen der evangelischen Kirchengemeinde Idar als Trägerin der Kantorei sowie des Kirchenkreises Obere Nahe. „Das zeigt: Wenn viele Menschen zusammenarbeiten, können sie gemeinsam die Stadt und die Region nach vorne bringen“, so Walber. Nach den Dankesworten ließen es sich die 50 Sänger der Kantorei nicht nehmen, dem Publikum eine Kostprobe ihres Könnens zu präsentieren. Im kommenden Jahr wird der Chor dann die komplette musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs gestalten.