Zum 25-jährigen Jubiläum der Naheüberbauung gab es viel Begeisterung

v.l.n.r.: Oberbürgermeister Bruno Zimmer, LBM-Leiter Norbert Olk und Stadtarchivar Manfred Rauscher

Außergewöhnlich eröffnete Oberbürgermeister Bruno Zimmer die Ausstellung anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Naheüberbauung, eines außergewöhnlichen Bauwerks. Eine kurze Filmsequenz zeigte den Lichterfluss des Theater Anu, bei dem im vergangenen Jahr zur Eröffnung des rheinland-pfälzischen Kultursommers ca. 40 000 Teelichter eine Seite der Naheüberbauung illuminierten; bevor Zimmer die zahlreichen Gäste begrüßte. Allen voran den damaligen Oberbürgermeister Erwin Korb, der dieses Projekt trotz der vielen Widerstände und persönlichen Anfeindungen realisierte.

Nachdem bereits in den 1930er Jahren die Verkehrsverhältnisse in der Hauptstraße von Oberstein unzumutbar wurden und für die Zukunft eine weitere Zunahme an Fahrzeugen prognostiziert wurde, begannen 1958 die Untersuchungen verschiedener Lösungen. Bis zur Verkehrsfreigabe der Naheüberbauung am 24. September 1986 vergingen 28 Jahre, in denen vielen Widerständen, einer deutschlandweit negativen Berichterstattung und einer Bürgerinitiative getrotzt werden musste. Heute, mit 25 Jahren Abstand, können wir guten Gewissens sagen, der Aufwand hat sich gelohnt und die Verkehrssituation hat sich zum Guten entwickelt, resümiert Oberbürgermeister Zimmer. Wie wichtig die Naheüberbauung für Idar-Oberstein ist hat sich deutlich gezeigt, als vor fünf Jahren die erste größere Sanierung vorgenommen wurde aber auch im vergangenen Jahr, als für den Lichterfluss die Straße einseitig gesperrt wurde.

Darüber hinaus darf nicht in Vergessenheit geraten, dass nur durch die Naheüberbauung die Entstehung der Fußgängerzone überhaupt möglich war und diese bereits seit vielen Jahren als Kulturstätte etabliert ist, sei es mit dem Edelsteinschleifer- und Goldschmiedemarkt, das Straßentheaterfestival oder auch andere Veranstaltungen, die jährlich tausende Besucher anziehen.

Norbert Olk, Leiter des Landesbetriebes Mobilität Bad Kreuznach freute sich über die Würdigung des Straßenprojektes durch die Stadt Idar-Oberstein und hob die gute Qualität der Bauausführung hervor. Bisher sind in den 25 Jahren seit der Verkehrsfreigabe erst rund eine Million Sanierungskosten angefallen, was bei einem Projekt mit einer Bausumme von rund 300 Mio. D-Mark eine mehr als erfreuliche Quote war, beschreibt Olk die Sicht des LBM.

Der Geschäftsführer des LBM Koblenz, Dipl. Ing. Bernd Hölzgen beglückwünschte Idar-Oberstein zur Naheüberbauung und verwies darauf, dass die Straße damals schon sehr umfeldfreundlich gebaut wurde.

Von der Firma Bilfinger & Berger beschrieb Dipl. Ing. Detlef Knop kurz die gute Zusammenarbeit von Bauunternehmen, Politik und Verwaltung und überreichte als Geschenk eine Chronik über das 125-jährige Bestehen des Unternehmens. Bei seiner Einführung in die Ausstellung beschrieb Stadtarchivar Manfred Rauscher die seit vielen Jahren schon unzumutbare Verkehrssituation vor der Naheüberbauung und beschäftigte sich mit der Frage, ob die Nahe vor der Überbauung wirklich so idyllisch war, wie es damals in der Presse dargestellt wurde.

Die Ausstellung im Foyer der Stadtverwaltung ist noch bis 20. Januar 2012 zu sehen.