Kultur- und Weinbotschafter für das Naheland

In einer Feierstunde erhielten die neuen Kultur- und Weinbotschafter ihre Zertifikate. Zu ihnen gehören auch Susanne Bollenbacher (8. v. l., etwas verdeckt) und Christine Ranft (11. v. l.) aus Idar-Oberstein.

Das Naheland freut sich: Erstmals wurden 21 Gästeführer, darunter Susanne Bollenbacher und ihre Schwester Christine Ranft aus Idar-Oberstein, zu Kultur- und Weinbotschaftern im Weinland Nahe ausgebildet. Im Rahmen einer Feierstunde in der Römerhalle überreichte der Bad Kreuznacher Kreisbeigeordnete Hans-Dirk Nies die Zertifikate. Die Festansprache hielt Julia Klöckner, Bundestagsabgeordnete und ehemalige Naheweinkönigin.

Ziele des einjährigen Qualifizierungslehrgangs sind die Verbesserung der touristischen Angebote, die Intensivierung des Weinerlebnisses an der Nahe und die Stärkung der regionalen Identität. Ute Patt, Geschäftsführerin der Naheland-Touristik GmbH: Die bestens ausgebildeten Gästeführer steigern mit ihren neuen Führungen das Kultur- und Weinerlebnis und bereichern unser touristisches Angebot.

Das Weinland Nahe ist eine touristische Destination, die meist mit den Heilbädern Bad Kreuznach, Bad Münster und Bad Sobernheim in Verbindung gebracht wird. Die Kombination und die Vermarktung von weintouristischen Angeboten hat in der Vergangenheit trotz zahlreicher guter Ansätze zu wenig stattgefunden. Daher wurden durch das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Kultur- und Weinbotschafter ausgebildet, um das Thema Weinland Nahe nach innen und nach außen stärker zu kommunizieren. Darüber hinaus sollen Führungen angeboten werden, die das Thema Wein und Kultur emotional darstellen und die Gäste für den Nahewein und die Region begeistern.

Der Qualifizierungslehrgang startete im Mai vergangenen Jahres und endete in diesem April mit den theoretischen und praktischen Abschlussprüfungen. Zu den Inhalten des Lehrgangs gehörten wöchentliche Seminare zu verschiedenen Themen wie Regionale Identität, Kirchen und Klöster, Vielfalt der Naheweine, Wein- und Sektbereitung, Wein und Gesundheit, Fest- und Feierwesen sowie Kultur und Literatur an der Nahe. Daneben wurde die Weinbauregion Nahe im globalen Markt erörtert sowie das touristische Profil des Nahelandes vorgestellt. Die Methodik der Gästeführung zählte zu einer besonders wichtigen Seminareinheit.

Neben der Theorie hat die Praxis nicht gefehlt. So wurden ganztägige Exkursionen durchgeführt, bei denen den Teilnehmern vor Ort die Besonderheiten der Kulturlandschaft im Weinland Nahe veranschaulicht wurden. Dazu gehörten unter anderem eine Fahrt entlang der Naheweinstraße, Stadtführungen in Bad Kreuznach, Bad Münster am Stein-Ebernburg, Bad Sobernheim mit dem Freilichtmuseum, eine Lehrfahrt in die Edelstein- und Schmuckstadt Idar-Oberstein sowie die Besichtigung weiterer bedeutender Sehenswürdigkeiten. auf dem Programm. Selbstverständlich überzeugten sich die Kursteilnehmer bei einer Weinprobe selbst von den hervorragenden Naheweinen und den Möglichkeiten diese interessant zu inszenieren.

Die Abschlussprüfung enthielt neben dem theoretischen auch einen praktischen Teil. Dieser bestand aus der Vorbereitung und Präsentation einer Führung mit einem selbst gewählten Thema, so dass die Teilnehmer ihr erworbenes Wissen unmittelbar unter Beweis stellen konnten. Neben dem zeitlichen Aufwand beteiligten sich die Teilnehmer mit jeweils 350 Euro auch an den Kosten des Lehrgangs. Durch die enge Zusammenarbeit während des Kurses hat sich eine sehr harmonische und hoch motivierte Gästeführergruppe entwickelt, die interessierten Bürgern und Touristen die Kultur- und Weinlandschaft an der Nahe auf spannende und abwechslungsreiche Art und Weise näher bringen will. Dazu wollen die Kultur- und Weinbotschafter auch eine Interessensgemeinschaft gründen und ähnlich wie die Weinerlebnisbegleiter an der Mosel oder die Kultur- und Weinbegleiter in Rheinhessen mit ihrem Einsatz und ihren Aktivitäten zur positiven Präsentation der Kultur- und Weinlandschaft Nahe beitragen.