Kulturpreis wurde gedrittelt

Oberbürgermeister Hans Jürgen Machwirth (2.v.r.) bei der Preisverleihung mit Kathy Becker - ?Die Kichererbsen?, Nadine Schuster - ?On Stage?, und Landrat Axel Redmer - ?Die Schnecke? (v.l.n.r.).

Der Förderpreis für Kunst und Kultur der Stadt Idar-Oberstein für das Jahr 2006 geht an die Mädchentheatergruppe Die Kichererbsen, die Showtanzgruppe On Stage sowie den Kulturverein Die Schnecke. Oberbürgermeister Hans Jürgen Machwirth übergab den mit insgesamt 2.500 Euro dotierten Preis während einer Feierstunde in der Göttenbach-Aula.

In seiner Ansprache machte Machwirth den hohen Stellenwert deutlich, den Kunst und Kultur für das positive Zusammenleben innerhalb der Bürgerschaft aber auch als wichtige Standortfaktoren im Wettbewerb der Kommunen haben. Neben den kulturellen Aktivitäten der Stadt käme dabei den Kultur treibenden Vereinen, Gruppen und Initiativen besondere Bedeutung zu. Sie bilden das Rückgrat des kulturellen Lebens in der Kommune, sagte der OB und ergänzte, dass mit dem Förderpreis das Engagement eben dieser Organisationen gewürdigt werden solle. Dass der Preis auch in diesem Jahr dreigeteilt wurde, mag nicht jedem gefallen, mutmaßte der Stadtchef. Aber der Kulturausschuss habe sich mit zahlreichen hervorragenden Leistungen konfrontiert gesehen und sich nach einer ausgiebigen Diskussion für die Drittelung entschieden.

Vor der eigentlichen Preisverleihung gab jeder der drei Preisträger eine Kostprobe seines Könnens. Den Anfang machten die Kichererbsen mit dem Kichererbsen-Rap aus ihrem Film Das rote Sofa und einem von den Mädchen selbst geschriebenes und in Reimform verfassten Theaterstück Der falsche Prinz. Zur Begründung für die Preisverleihung führte Oberbürgermeister Machwirth anschließend aus: Die Mädchentanzgruppe Die Kichererbsen wurde im Jahr 2003 von der Schauspielerin Kathy Becker gegründet und wird vom Stadtjugendamt unterstützt. Anfangs wurden die Theaterstücke komplett von Kathy Becker entwickelt, mittlerweile wirken die Mädchen selbst in weiten Teilen bei den Inszenierungen sowie beim Entwurf der Kostüme und Bühnenbilder mit. In den drei Jahren haben sich die jungen Damen nicht nur schauspielerisch weiterentwickelt, sondern auch in ihren Persönlichkeiten, stellte der OB fest. Außerdem würden sich mittlerweile auch die Eltern stark für die Gruppe engagieren, so dass aus dem Mädchentheaterprojekt mittlerweile ein Familientheaterprojekt geworden sei. Eine bessere Entwicklung kann es kaum geben, das ist wirklich vorbildlich im Sinne einer hervorragenden Heranbildung von Nachwuchskünstlerinnen, resümierte er.

Die Showtanzgruppe On Stage zeigte zwei Tänze aus ihrem Erfolgsmusical Elements on stage bevor sie ihren in Empfang nahmen. "On Stage", eine Gruppe des Idarer Turnvereins, wurde im August 2002 unter der Leitung von Nadine Schuster gegründet. Bereits nach der ersten Produktion zwei Stücke aus dem Musical "Gambler gab es begeisterte Reaktionen auf die Darbietung, die die Tänzerinnen und Tänzer zum Weitermachen motivierte. Nachdem jedes Jahr ein neues Programm zu bestehender Musik aufgeführt wurde, folgte dann im Jahr 2006 der bisherige Höhepunkt im Wirken von On Stage: das erste selbst produzierte Tanzmusical Elements on stage. Die knapp zweistündige Reise des Mädchens Lea durch die vier Elemente zeigt ein weites Spektrum von Tanz und Schauspiel. Das Musical begeisterte mehr als 2000 Zuschauer sowie den Kulturausschuss, der On Stage für diese Produktion den Förderpreis für Kunst und Kultur zusprach.

Als letzter der drei Preisträger traten Mitglieder des Kulturvereins Die Schnecke auf die Bühne. Sie zeigten einen Sketch über eine Sitzung des Kulturausschusses, in der es sinnigerweise um die Vergabe des Kulturpreises ging. Man meint fast, sie wären dabei gewesen, stellte Oberbürgermeister Machwirth anschließend fest und erläuterte die Begründung für die Preisverleihung: Der 1981 gegründete Verein "Die Schnecke - Forum Kultur und Gesellschaft" unter Vorsitz von Landrat Axel Redmer organisiert und veranstaltet seit 25 Jahren Kabarettabende, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, politische Informations- und Diskussionsveranstaltungen zu Fragen der Gesellschaftspolitik und vieles mehr. Er entwickelt damit eine große Bandbreite an Aktivitäten und die Namen der Künstler, die bei den bisherigen Veranstaltungen nach Idar-Oberstein kamen, lesen sich teilweise wie ein How is how der deutschen Kultur- und Kleinkunstszene. Die Schnecke hat damit in den vergangenen 25 Jahren die Kulturlandschaft in Idar-Oberstein und der Region um eine ganz entscheidende Facette bereichert und OB Machwirth hofft, dass der Verein auch noch viele weitere Jahre mit hochkarätigen Veranstaltungen aktiv sein wird.