Nur wenige Sinti und Roma überlebten

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus

Zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz findet am Samstag, 27. Januar, um 19 Uhr in der Göttenbach-Aula eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Ausrichter sind der Verein Schalom Begegnung mit dem Judentum in Kooperation mit dem Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Rheinland-Pfalz und der Stadt Idar-Oberstein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Eröffnung der Ausstellung Die Überlebenden sind die Ausnahme. Der Völkermord an den Sinti und Roma. Außerdem werden die Kindertotenlieder von Gustav Mahler vorgetragen sowie ein Gedicht von Johannes Bobrowski, das die Probleme der Sinti und Roma thematisiert. Ergänzend zur Ausstellung wird am 7. Februar der Dokumentationsfilm Auf Wiedersehen im Himmel Die Sinti-Kinder von der St. Josefspflege gezeigt.

Die deutschen Sinti und Roma sind eine alteingesessene nationale Minderheit. Entgegen weit verbreiteten Vorurteilen sind sie nicht hauptsächlich fahrendes Volk, sondern waren als Nachbarn und Arbeitskollegen in das gesellschaftliche Leben und in die lokalen Zusammenhänge integriert. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde diese Normalität zerstört. Die im Rahmen des Modellprojekts Sinti bearbeiten ihre Geschichte entwickelte Ausstellung dokumentiert den Völkermord an der Minderheit der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus. Ausgehend von dem in der Pfalz festzumachenden historischen Geschehen stehen die Berichte der Überlebenden im Mittelpunkt. Über 500.000 Sinti und Roma wurden im nationalsozialistisch besetzten Europa ermordet.

Die Ausstellung wird vom Beigeordneten Bruno Zimmer, Romeo Franz, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, sowie dem Schalom-Vorsitzenden Robert Strauß eröffnet. Wegen des schlimmen Schicksals gerade der Kinder der Sinti und Roma tragen Richard Logiewa (Gesang) und Klaus Gerhold (Klavier) als integralen Bestandteil der Eröffnungsveranstaltung die Kindertotenlieder von Gustav Mahler vor. Anne Sinclair, stellvertretende Schalom-Vorsitzende, rezitiert ein Gedicht von Johannes Bobrowski, das die Probleme der Sinti und Roma thematisiert.

Die Ausstellung kann vom 29. Januar bis 9. Februar besucht werden und zwar montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr. Der Verband der Sinti und Roma bietet am 29. und 30. Januar sowie am 6. und 7. Februar Führungen an, die sich besonders an Schulen richten. Am Mittwoch, 7. Februar, um 19 Uhr wird ebenfalls in der Göttenbach-Aula der Dokumentationsfilm Auf Wiedersehen im Himmel Die Sinti-Kinder von der St. Josefspflege gezeigt. Anschließend steht Romeo Franz für Gespräche zur Verfügung.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Anmeldungen für Führungen nimmt das Stadtjugendamt Idar-Oberstein, Dieter Hochreuther, Telefon 0678/64531, E-Mail dieter.hochreuther@idar-oberstein.de, entgegen.