Winterdienst fordert Mensch und Material

Obwohl es die derzeitige Wetterlage kaum vermuten lässt, bereitet sich der städtische Baubetriebshof derzeit auf den Winterdienst vor. Welche Arbeitsleistungen dabei von den Mitarbeitern zu bewältigen sind, macht der Leiter des Baubetriebshofs, Manfred Arndt, deutlich.

Der Winterdienst (Räum- und Streudienst) ist eine Pflichtaufgabe der Kommune zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit. Im Stadtgebiet von Idar-Oberstein wird diese Aufgabe vom Baubetriebshof wahrgenommen. Er führt sowohl einen maschinellen als auch manuellen Winterdienst durch. Dabei stellen nicht nur die jeweiligen Witterungsverhältnisse, sondern auch die topografischen Gegebenheiten eine Herausforderung für Mitarbeiter und Maschinen dar.

Beim maschinellen Winterdienst kommen zwei LKW und sieben Geräteträger zum Einsatz, wobei zwei Geräteträger fast ausschließlich Gehwege bedienen. Bei entsprechender Wetterlage werden die Fahrzeuge im Zweitschichtbetrieb eingesetzt, wobei aber vor allem an Wochenenden und Feiertagen flexibel reagiert wird. Bei voller Auslastung sind die Mitarbeiter von frühmorgens bis spätabends fast durchgehend im Einsatz und zwar im Zeitrahmen von montags bis donnerstags von 3 bis 21 Uhr, freitags von 3 bis 17.45 Uhr (bei Bedarf bis 21 Uhr), samstags von 3 bis längstens 20 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 6 bis längstens 20 Uhr. Darüber hinaus werden bei Großveranstaltungen wie zum Beispiel der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft auf der Bein Zuwegung und Umfeld des Veranstaltungsortes bis zum Ende der Veranstaltung bedient.

Zur immer wieder aufkommenden Frage, welche Straßen den zuerst zu räumen sind, weist der Baubetriebshofleiter darauf hin, dass verkehrswichtige und gefährliche Straßen vorrangig zu bedienen sind. Hierbei müssen jedoch beide Kriterien gleichzeitig erfüllt sein, macht Arndt deutlich. Diese rechtliche Vorgabe macht deutlich, dass in Idar-Oberstein über diese hinaus als Service für die Bürger maschineller Winterdienst geleistet wird. Arndt bescheinigt seinen Mitarbeitern, dass sie damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit auf den städtischen Straßen leisten. Dabei ist es aufgrund der personellen und maschinellen Ausstattung jedoch nicht möglich, alle Straßen zu bedienen, unterstreicht er.

Insgesamt bedient der Baubetriebshof mit seinen neun Fahrzeugen beim Streudienst rund 550 Kilometer Straßen und Gehwege. Ist Schnee zu räumen, erhöht sich diese Strecke auf rund 700 Kilometer, weil dann in vielen Straßen zwei Fahrspuren freizuhalten sind. Das bedeutet beispielsweise für die beiden LKW, die die größten Strecken absolvieren, bei Schneeräumung die Ableistung von je 150 km Strecke. Und bei entsprechender Wetterlage muss jede Strecke zweimal pro Schicht bedient werden, erklärt Arndt. Wobei in den Kilometerleistungen die Rückfahrten zum Baubetriebshof zum Beladen der Fahrzeuge nicht enthalten sind.

Beim manuellen Winterdienst räumen und streuen rund 50 Mitarbeiter in der normalen Arbeitszeit Gehwege, Verbindungswege, Treppen, Fußgängerüberwege und Fußgängerbrücken im gesamten Stadtgebiet. Die Einteilung von Schichtdiensten ist für diese Tätigkeit nicht gefordert. Bei entsprechender Wetterlage sind aber auch diese Mitarbeiter an Wochenenden und Feiertagen im Einsatz.

In einem durchschnittlichen Winter werden rund 1200 Tonnen Streusalz und 100 Tonnen Calzium-Chlorit-Lösung eingesetzt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf etwa 100000 Euro. Das ist aber nur ein Teil der Aufwendungen des Baubetriebshofes. In den ersten drei Monaten dieses Jahrs haben wir aufgrund der kalten und schneereichen Wetterlage Leistungen in Höhe von 473000 Euro erbracht, erklärt Arndt. Darin sind alle Kosten für Personal, Material und Maschinen enthalten.