Idar-Oberstein und Rheinland-Pfalz helfen in Sri Lanka

Bei der Ausstellungseröffnung waren neben den Kooperationspartnern auch Vertreter des rheinland-pfälzischen Innenministeriums anwesend.

Bis zum 4. Dezember ist im Foyer der Stadtverwaltung die Wanderausstellung Ein Jahr nach dem Tsunami Rheinland-Pfalz hilft Sri Lanka zu sehen. Ergänzt wird die Präsentation des Innenministeriums durch Informationen über das 100 Häuser für Sri Lanka-Projekt der Stadt Idar-Oberstein, der RZ-Initative Helft uns Leben und weiterer Partner. Bei der Ausstellungseröffnung konnte Oberbürgermeister Hans Jürgen Machwirth unter anderem Dr. Carola Stein, Leiterin der Koordinierungsstelle Südostasienhilfe des Ministerium, Klaus Dahms, Betreuer der Hilfsprojekte in Sri Lanka, Susanne Loos, die in Sri Lanka lebt und Vizevorsitzende der Jayawickrema-Stiftung ist, sowie Rohan Serasinghe, Mitinitiator des Idar-Obersteiner Hilfsprojektes, begrüßen.

In seiner Ansprache blickte Machwirth nochmals auch die schreckliche Naturkatastrophe zurück, die am 26. Dezember 2004 in bisher unbekanntem Ausmaß die Küste Südostasiens zerstörte. Dem Inferno folgte ein noch nie da gewesen Welle der Hilfsbereitschaft. Die vom Innenministerium konzipierte und vom Landesmedienzentrum betreute Ausstellung dokumentiert auf großen Tafeln eindrucksvoll und mit bewegenden Bildern die Situation in Sri Lanka sowie die zahlreichen von der Landesregierung unterstützten Hilfsprojekte. Parallel dazu präsentiert die Stadt mit Dokumenten, Zeitungsausschnitten und Fotos einen Überblick über das Idar-Obersteiner Wiederaufbauprojekt 100 Häuser für Sri Lanka, das ebenfalls in der offiziellen Projektliste des Ministeriums geführt wird.

Aufgrund der seit mehr als 100 Jahren durch die Schmuck- und Edelsteinbranche bestehenden intensiven Beziehungen zwischen der Region Idar-Oberstein und Sri Lanka sollte die Hilfeleistung der Stadt in diesem Land erfolgen, erläuterte der OB. Die entscheidende Initiative zu dem Projekt, dass den Bau von Häusern für obdachlos Gewordene vorsieht, kam dann auch von einem Edelsteinhändler und zwar von Rohan Serasinghe, der aus Sri Lanka stammt und schon seit 30 Jahren in Idar-Oberstein lebt. Dafür konnte die Stadt wertvolle Kooperationspartner wie Helft uns Leben e.V. die Leserinitiative der Rhein-Zeitung Koblenz aber auch das Kirchberger Forum Notfallmedizin, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Service-Clubs Lions, Rotary und Kiwanis und die Stadt Speyer gewinnen.

Von zentraler Bedeutung für das Gelingen der Hilfsaktion war von Beginn an Rohan Serasinghe. Ohne sein Engagement und das seines Bruders Anuga wären wir mit der Realisierung des Projektes nicht da wo wir jetzt sind, unterstrich Oberbürgermeister Machwirth. Nachdem eine Delegation der Kooperationspartner selbst nach Sri Lanka gereist und vor Ort mit den Regierungsstellen über die Überlassung von Land für das Hilfsprojekt verhandelt hatte, übernahm Rohan Serasinghe die weitere Koordination der Maßnahme. Sein Bruder, der in Deutschland Bauingenieurwesen studiert hat, übernahm ehrenamtlich die Bauleitung. So konnte nicht nur eine optimale Aufsicht über die Bauarbeiten erreicht werden, sondern es wurde auch sichergestellt, dass jeder Cent von den Spendenmitteln in den Hausbau floss, erklärte der OB. Einen Wermutstropfen musste man jedoch hinnehmen. Von den gesammelten rund 200.000 Euro sollten eigentlich 100 Häuser und ein Gemeinschaftshaus gebaut werden. Durch einen rasanten Preisanstieg des Baumaterials verteuerte sich jedoch der Preis pro Haus von ursprünglich 1500 auf letztlich 3500 Euro. So konnten bisher nur 57 Häuser sowie das Gemeinschaftshaus gebaut werden. Aber der OB hofft noch auf Mittel des Landes, damit noch weitere Gebäude errichtet werden können.

Trotzdem sind wir stolz darauf, dass wir als Stadt Idar-Oberstein genauso wie auch das rheinland-pfälzische Innenministerium mit dazu beitragen konnten, möglichst vielen Menschen nach dieser verheerenden Flutkatastrophe nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch eine neue Zukunftsperspektive zu ermöglichen, stellte Machwirth fest.

Susanne Loos dankte in ihrem Grußwort der Stadt Idar-Oberstein und dem Land Rheinland-Pfalz für die bisherige Hilfe. Sie wies aber auch darauf hin, dass immer noch viele Menschen in Sri Lanka in provisorischen Hütten und Zelten hausen und fast schutzlos dem Monsunregen ausgesetzt sind. Der Tsunami ist noch lange nicht vergessen, die Hilfe muss weitergehen appellierte sie an die weitere Hilfsbereitschaft.

Zum Abschluss der Ausstellungseröffnung erläuterte Rohan Serasinghe, welche Probleme er und vor allem sein Bruder bei der Realisierung des Projektes zu bewältigen hatten. Bei seiner jüngsten Reise nach Sri Lanka Ende Oktober hatte Serasinghe die nunmehr fertig gestellten 57 Häuser jedes rund 60 Quadratmeter groß, mit zwei Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche und Bad an die bedürftigen Familien jede davon hat vier bis sechs Kinder übergeben. In einem bei seinem Besuch selbst gedrehten, rund halbstündigen Film dokumentierte er eindrucksvoll den Erfolg des Wiederaufbauprojektes, mit dem rund 400 Menschen zu einem neuen Zuhause verholfen wurde.

Die Ausstellung im Foyer der Stadtverwaltung ist montags bis mittwochs von 7 bis 17 Uhr, donnerstags von 7 bis 18.30 Uhr und freitags von 7 bis 12 Uhr geöffnet.