Digitales Archiv für Rudolf Wild-Idar geplant

Das Werk des Malers soll umfassend dokumentiert werden

Er ist und bleibt der Maler schlechthin an der oberen Nahe: Rudolf Wild-Idar (1871-1960). Bereits im Jahre 1970 sagte Max Rupp, gebürtiger Obersteiner und ehemals Direktor der Mainzer Kunstschule, über Wild-Idar: Er ist der eigentliche und unerreichte Maler unserer Hunsrücklandschaft. Doch sein Gesamtwerk umfasst nicht nur die für ihn typischen Heimatlandschaften oder Gebäudeensembles, sondern auch andere Arbeiten wie Stillleben und vor allem Porträts. Der Künstler war durchaus vielseitig, er arbeitete in verschiedenen Techniken wie Öl-, Mineral-, Tempera- und Wasserfarben, aber auch mit Rötelstiften, Kohle oder Tusche und dies nicht nur auf Leinwand, sondern auch auf Holz, Pappe oder Transparentpapier.

Jetzt fast ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod soll auf Initiative von Prof. Dr. Hans Ulrich Bambauer und Hans Peter Brandt ein digitales Archiv des Gesamtwerks von Wild-Idar erstellt werden. Hierzu rufen der in Idar-Oberstein geborene Mineralogieprofessor Bambauer und Historiker Brandt Eigentümer von Wild-Idar-Werken zur Mithilfe auf. Denn dessen Oeuvre befindet sich größtenteils in Privatbesitz und ist an der oberen Nahe aber auch in ganz Deutschland verstreut. Um das Gesamtwerk vor der beginnenden Vergessenheit zu bewahren und eine möglichst umfassende Dokumentation des Schaffens von Wild-Idar zu erreichen, sollen die Bilder in einem digitalen Archiv für die Nachwelt erhalten werden. Dieses soll auch zur Erforschung der Kunst- und Kulturgeschichte der Region beitragen und zugleich eine Grundlage für Ausstellungen oder Veröffentlichungen liefern.

In einem ersten Schritt können sich Besitzer von Bildern Rudolf Wild-Idars beim Stadtarchiv Idar-Oberstein melden. Dort wird zunächst eine Auflistung der Zahl, Motive und Größe der Bilder erstellt. In einem weiteren Schritt sollen die Bilder dann mit moderner Digitaltechnik aufgenommen werden. Ob sie hierzu einige Tage ausgeliehen oder vor Ort aufgenommen werden, wird im Einzelfall mit den Eigentümern abgeklärt, bei denen auch selbstverständlich sämtliche Rechte, auch bei einer eventuell späteren Verwertung etwa für Publikationen, verbleiben.

Oberbürgermeister Bruno Zimmer hat der Initiative bereits seine Unterstützung zugesagt. Er will eine Projektgruppe einrichten, die sich um die weitere Bearbeitung und Auswertung des Projekts kümmern soll. Außerdem werden in einer ersten Testphase zunächst einmal alle im Besitz der Stadt befindlichen Bilder des Malers aufgenommen.

Im aktuellen Heimatkalender des Landkreises Birkenfeld war bereits ein Aufruf zur Gründung des digitalen Archivs von Rudolf Wild-Idar enthalten. Daraufhin haben sich bisher zehn Personen gemeldet, die ihre Wild-Idar-Werke für diesen Zweck zur Verfügung stellen möchten. Jetzt soll auch im größeren Umkreis für das Projekt geworben werden, um das Werk möglichst umfassend zu dokumentieren.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich melden beim Stadtarchiv Idar-Oberstein, Manfred Rauscher, Bahnhofstraße 1, 55743 Idar-Oberstein, Telefon 06781/27683, Fax 900443, E-Mail: <personname w:st="on">Stadtarchiv.IO@t-online.de</personname>.