Prunkstücke der römischen Kaiser - Gemmennachschnitte von Gerhard Schmidt

Datum: 17 März - 14 Oktober
Beschreibung: 

Gemma Augustea (Foto: Gerhard Schmidt)Zu den seltensten und kostbarsten Zeugnissen römischer Kaiserkunst zählen die wenigen erhaltenen Großkameen, geschnittene mehrlagige Achate mit aufwendigen Figurenreliefs. Aufgrund der kulturhistorischen Bedeutung und des immensen Wertes gehören sie zu den Prunkstücken der großen Museen der Welt.

Die Sonderausstellung im Deutschen Edelsteinmuseum zeigt vom 17. März bis 14. Oktober 2018 eine Auswahl herausragender Nachschnitte der berühmtesten Exemplare wie der Gemma Augustea oder des Grand Cameé de France. Sie stammen alle aus der Werkstatt des Idar-Obersteiner Gemmenschneiders Gerhard Schmidt und ermöglichen durch ihre hohe Qualität, die bereits die Aufmerksamkeit der Wissenschaft erregt hat, einen neuen Blick auf die Originale. So konnten wichtige innovative Ergebnisse zum Werkprozess und darauf aufbauend zur inhaltlichen Deutung gewonnen werden.

Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz entstanden ist, erklärt die teils komplexen Botschaften der dargestellten Figuren auf den Kameen. Sie bietet damit einen Blick hinter die Kulissen des römischen Cäsarenhofes mit seinen Intrigen und offenbart den Facettenreichtum der kaiserlichen Propagandapolitik. Auch die Herstellungstechnik sowie das nicht minder spannende Einzelschicksal der kostbaren Preziosen bis hin zu ihrer christlichen Umdeutung werden thematisiert.

Die Maße einiger Stücke sind außergewöhnlich: Stellt man sich unter einer Gemme eine kleine Brosche vor, wird man beim Anblick der „Gemma Augustea“ (Foto: Gerhard Schmidt) eines besseren belehrt. 19 mal 23 cm ist sie groß und man fragt sich, wozu die Römer sie verwendet haben? Die „Gemma Augustea“ gehört zu den Staatskameen und diente in erster Linie der Selbstdarstellung der kaiserlichen Familie und ihrem Machterhalt. Neben Kaiser Augustus sind daher auch sein Stiefsohn Tiberius und der Großneffe Germanicus abgebildet.

Mit großer Kunstfertigkeit wurde die kaiserliche Familie als erhabenes Relief in Edelstein graviert. Schmidt hat dabei dieselbe Technik verwendet, die schon vor über 3.000 Jahren zum Einsatz kam: „Die antiken Werkzeuge sind nicht genau bekannt, aber das Prinzip ist gleich. Nur verwenden wir heute einen Elektromotor als Antrieb der Gravierspindel.“

Schmidt führt die jahrhundertealte Tradition der Idar-Obersteiner Steinschneidekunst fort und genießt dank zahlreicher Ausstellungen und Veröffentlichungen weltweit einen internationalen Ruf. Er erklärt: „Um aus einem Rohstein ein Kunstwerk zu machen, braucht man heute wie vor 3000 Jahren vor allem Inspiration, Phantasie und Geduld. Jeder Stein ist anders. Man kann eine antike Gemme nicht einfach wie ein Gemälde kopieren. Einen Stein zu finden der exakt dem antiken Original entspricht, ist nicht möglich.“, so Schmidt.

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