Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis

Seit 1970 veranstaltet der in Idar-Oberstein ansässige Bundesverband der Edelstein- und Diamantindustrie den Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis. Im Jahr 1989 gesellte sich der Deutsche Nachwuchswettbewerb dazu. Bei den Wettbewerbsthemen, die jeweils vom Bundesverband vorgegeben werden, steht im jährlichen Wechsel einmal die „Schmuckbearbeitung in Verbindung mit dem Edelstein“ und einmal die „Edelsteinbearbeitung“ im Vordergrund. Teilnehmen können Schmuck- und Edelsteingestalter sowie Gold- und Silberschmiede aus dem In- und Ausland.

Die Arbeiten werden von einer hochkarätig besetzten und internationalen Jury bewertet, die zumeist aus fünf bis sieben Jurorinnen und Juroren unterschiedlicher Fachrichtungen besteht. Die im Vergleich zu anderen internationalen Wettbewerben hohe Dotierung der ausgelobten Preise stellt zudem für alle Teilnehmer einen zusätzlichen materiellen Anreiz dar.

Wettbewerbe 2018

49. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises Idar-Oberstein 2018


Thema: "different faces"

1. Preis HauptwettbewerbDen ersten Preis errang Carsten Kissner aus Schwetzingen mit einem Halsschmuck oder Armband aus Rot-, Rosé- und Gelbgold, Platin, Brillanten sowie einem Spiralcollier aus Edelstahl.

Bei diesem handwerklich vortrefflich gefertigten Schmuckstück, das sowohl als Armband als auch als Halsschmuck tragbar ist, handelt es sich nach einhelliger Meinung der Jury um die beste Arbeit des diesjährigen Hauptwettbewerbes. „Für meine ‚different faces‘ möchte ich einen Schmuck wie ein Chamäleon. Avantgardistisch und prachtvoll zugleich. Sowohl technisch als auch feminin. Etwas, das sich verwandeln und sich an mich und meine Stimmung anpassen kann, am besten noch am gleichen Abend“, beschreibt der Preisträger seine Gedanken zur Wettbewerbsarbeit. Jury-Mitglied Carola Paul war voll des Lobes: „Handwerklich eine grandiose Arbeit. Bis ins kleinste Detail perfekt ausgearbeitet, insbesondere was die Verbindungen des Schmuckstückes angeht. Sowohl von der Goldschmiedekunst als auch von der Schmuckgestaltung her gesehen der verdiente erste Platz.“ Jury-Kollegin VIOLA ergänzte: „Für mich erfüllt dieses phantasievolle Schmuckstück jedes Kriterium der Ausschreibung. Das Wandelbare, die Tragbarkeit als Armreif oder als Halsschmuck, begeistern mich. Die Arbeit erinnert mich an die Panzer-Schuppen eines Reptils oder auch die eines Insekts. Die Assoziation mit einem Tier hat etwas Geheimnisvolles, das Stück schmiegt sich an den Körper an und hat eine wunderbare optische Wirkung“. Auch dass es sich nach unten verjüngt und schier unbegrenzte Interpretationsmöglichkeiten eröffnet, überzeugte die Jury, die einstimmig entschied.


Foto: Lichtblick Foto-Design, Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen 

30. Deutschen Nachwuchswettbewerbes für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2018


Thema: "changing Colors"

1. Preis NachwuchswettbewerbHier errang den 1. Preis Ekaterina Tristan aus Darmstadt mit einem Anhänger mit Kette aus Silber und Gelbgold mit Amethyst und Chalcedon.

Bei diesem handwerklich überzeugenden und gut tragbaren Anhängerschmuck handelt es sich nach dem einstimmigen Votum der Jury um die beste Arbeit des diesjährigen Nachwuchswettbewerbes. Jury-Mitglied Martin Julier war nicht nur von der technischen Umsetzung des gestellten Wettbewerbsthemas mittels eines Drehmechanismus und einer verspiegelten Fläche sondern auch von der Farbauswahl von Amethyst und Chalcedon und den sich daraus ergebenden fließenden Farbeffekten begeistert. Die Preisträgerin erläutert ihre Arbeit, bei der die verwendeten Materialien in einen bezaubernden Dialog treten so: „In einer doppelseitigen Edelsteinfassung schweben ein Amethyst und ein meerblauer Chalcedon über einer hochglanzpolierten Schale aus Silber, in der sich die Farbe des jeweiligen Edelsteins spiegelt. Drückt man den geschwärzten Knopf herunter, lässt sich die Fassung drehen und rastet in einer von vier verfügbaren Positionen wieder ein. Auf den ersten Blick dominiert der nach vorne gerichtete Edelstein das Stück, doch es dauert nicht lange, bis sich dem Betrachter die raffinierte Design-Entscheidung dahinter offenbart. In der Schale reflektiert sich die Farbe des rückwärtigen Edelsteins und bietet dem vorderen Edelstein so die ganze Bühne. Das kühle und ruhige Blau des Chalcedons wird umrahmt vom lebhaften Violett des Amethysts und dem warmen Gold der ihn umgebenden Stäbchen. Anders herum schwebt der Amethyst scheinbar im Licht, wenn die Schale hinter ihm in der hellen Farbe des Chalcedons aufleuchtet. Die wohldurchdachte Konstruktion lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den verborgenen Teil des Stücks. So ruft es uns in Erinnerung, dass wir das Wesentliche nicht immer sofort erkennen. Nur durch geduldige Beobachtung eröffnet sich uns das wahre Wesen der Dinge“, so die tiefgründigen Anmerkungen der Preisträgerin zu ihrer Arbeit. Die Jury entschied einstimmig.


Foto: Lichtblick Foto-Design, Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen 

Nähere Informationen zu den Wettbewerben und Fotos aller Preisträger gibt es auf der Homepage www.deutscher-edelsteinpreis.de.