Kitas erhalten Zertifikate für Qualitätsentwicklung

Fünf städtischen Kindertageseinrichtungen erhielten ihre Zertifikate für den erfolgreich durchlaufenen Schulungsprozess „Qualitätssicherung im Diskurs“.

Fünf städtischen Kindertageseinrichtungen – die Kinderkrippe Idar sowie die Kitas Enzweiler, Göttschied, Nahbollenbach und Weierbach – haben über die Dauer eines Jahres den Prozess der „Qualitätsentwicklung im Diskurs“ (QiD) durchlaufen. Dieses Qualitätsentwicklungs-Konzept wurde durch das Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit Rheinland-Pfalz (IBEB) der Hochschule Koblenz entwickelt und begleitet. Im Beisein von Oberbürgermeister Frank Frühauf und Vertretern des Stadtjugendamtes überreichte Marina Swat, wissenschaftliche Mitarbeiterin des IBEB, nunmehr die Zertifikate an die Leitungen der Kindertageseinrichtungen.

Haltung entwickeln – Qualität zeigen

Durch QiD können Fachkräfte Offenheit für Neues entwickeln und gleichzeitig Bewährtes würdigen und bestätigen. Fünf Tandems, jeweils bestehend aus der Einrichtungsleitung und einer pädagogische Fachkraft, durchliefen dafür fünf Regionalgruppentreffen, in denen sie Arbeitsaufträge vorbereiten, um diese anschließend in ihren Teams zu bearbeiten. Der Ansatz von QiD stellt die Beschäftigung mit Haltung als ständigem Reflexionshintergrund dar. Im Vordergrund stehen die Haltung der einzelnen pädagogischen Fachkraft und des Teams sowie die Möglichkeit, diese zu reflektieren und zu verändern. Denn Haltung wirkt sich bekanntlich auf Handlungen aus. Hierbei ist es nicht Aufgabe, von außen gesetzte Qualitätsstandards zu erfüllen, sondern anhand einer Situations- oder Sozialraumanalyse Teilbereiche der Eltern-, Familien- und Sozialraumorientierung herauszuarbeiten, die als aktuell und besonders bedeutsam erachtet werden. Der Prozess der Qualitätsentwicklung nimmt dann einen entsprechenden Teilbereich in den Fokus. Diese können sein Erziehungs- und Bildungspartnerschaft, Familienorientierung, Elternbeteiligung, Gestaltung der Übergänge, Sozialraum- und Gemeinwesenorientierung, Bedarfsorientierung, Vernetzung mit anderen Institutionen und Bedarfsplanung. „So kristallisierte sich in jeder teilnehmenden Institution ein Thema heraus, das nach Meinung des Teams bearbeitet werden sollte oder einer Veränderung bedurfte“, erläuterte Juliane Groß, Fachberatung der städtischen Kindertageseinrichtungen. Nach den Regionalgruppentreffen, die von einer Prozessbegleiterin des Instituts für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit unterstützt wurden, verfassten die Einrichtungen eine Prozessbeschreibung, führten ein Abschlussgespräch mit Institutsmitarbeitern und erlangten somit die erste Zertifizierung. Innerhalb von vier Jahren können sich die Teams erneut einen Teilbereich wählen, den sie weiterentwickeln möchten, um eine Folgezertifizierung zu erlangen.

„Mit der erfolgreichen Zertifizierung im Rahmen des QiD haben wir ein erstes Ziel erreicht“, unterstrich Michael Schweizer, Leiter des Stadtjugendamtes Idar-Oberstein, der Trägerin der fünf Einrichtungen. Er wies darauf hin, dass die Qualitätsentwicklung ein permanenter Prozess sei, den man auch weiterhin fortsetzen wolle. Auch Oberbürgermeister Frank Frühauf hob die große Bedeutung einer beständigen Fort- und Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher hervor: „Ich bin stolz darauf, dass wir so engagierte Mitarbeitende in den Kitas haben, die sich dieser fortwährenden Entwicklung stellen und sich dabei positiv einbringen“.

Vor der offiziellen Zertifikatsübergabe nutzten die Kita-Leitungen und pädagogischen Fachkräfte die Gelegenheit, um über ihren jeweiligen QiD-Prozess zu berichten. Hierbei wurden die vielfältige Auswahl der Themenschwerpunkte in den jeweiligen Einrichtungen sowie die individuelle Umsetzung deutlich. Vor allem das Bewusstsein für die eigene Qualität und die individuelle Weiterentwicklung der Kitas wurden von den QiD-Tandems als Bereicherung wahrgenommen. Alle Kitas betonten, dass sie ihre Wege der Qualitätsentwicklung im Diskurs fortsetzen möchten.