Auszeichnungen für ehrenamtliches Engagement

Helmut Franzmann (2. v. l. mit Ehefrau Käthe) und Bernd Schleich (4. v. l. mit Ehefrau Hiltrud) wurden von Oberbürgermeister Frank Frühauf mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt Idar-Oberstein ausgezeichnet.

Beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Stadt, Artillerieschule und Nahe-Zeitung am gestrigen Sonntag wurden unter anderem auch kommunale Ehrungen ausgesprochen. So zeichnete Oberbürgermeister Frank Frühauf mit Helmut Franzmann und Bernd Schleich zwei Bürger, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für das Gemeinwesen engagieren, mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt Idar-Oberstein aus.

In seiner Laudatio wies Oberbürgermeister Frühauf darauf hin, dass sich in keinem anderen deutschen Bundesland so viele Menschen ehrenamtlich engagieren wie in Rheinland-Pfalz. 48,3 Prozent der Einwohner und damit rund 1,7 Millionen Menschen im Land üben ein Ehrenamt aus. „Dieser Einsatz, dieses Engagement verdient unsere ganze Unterstützung und Anerkennung“, unterstrich der OB. Eine solche Anerkennung ist die Goldene Ehrennadel der Stadt Idar-Oberstein, die an Menschen verliehen wird, die sich für ihre Mitmenschen und das Gemeinwohl in besonderer Weise engagieren und verdient gemacht haben.

Einer von diesen Engagierten ist Helmut Franzmann, der bereits in jungen Jahren bei der Sportvereinigung Nahbollenbach als Trainer und Übungsleiter in der Leichtathletik, im Geräteturnen und im Ausgleichssport aktiv war. Dabei gründete er eine Männergymnastikgruppe, die bis heute fortbesteht. Von 1988 bis 2004 betätigte sich Franzmann auch als ehrenamtlicher Mitarbeiter im pädagogischen Beirat des NOK, des Nationalen Olympischen Komitees. Danach folgte jedoch ein Engagement in einem ganz anderen Bereich, Franzmann gründete im Jahr 2008 mit einigen Mitstreitern die Offene Gruppe Nahbollenbach, deren Sprecher er seither ist. Die Gruppe pflegt unter dem Motto „Gestalten und erhalten“ nicht nur die Grünflächen im Stadtteil Nahbollenbach, sondern hat in den vergangenen Jahren vor allem zahlreiche Bauprojekte realisiert, die zur Verschönerung des Ortes beitragen. So wurden der Ortseingang und der Ortsmittelpunkt neu gestaltet, Buswartehäuschen gebaut, ein Boule- und ein Basketballplatz errichtet, eine Offene Bücherei installiert, im ehemaligen Benzinlager ein Feuerlöschteich angelegt und ein „Treffplatz“ geschaffen. Es wurden aber auch zeitgeschichtliche Aspekte gewürdigt, indem Infotafeln zur Historie und Entwicklung von Nahbollenbach aufgestellt und ein Gedenkstein für den ehemaligen Ortsbürgermeister Paul Lang, der 1942 von den Nationalsozialisten ermordet wurde, aufgestellt wurden. Der bisherige Höhepunkt des Schaffens der Offenen Gruppe und eine Herzensangelegenheit von Helmut Franzmann war die Errichtung des Bikeparks zusammen mit dem Radsportclub „Blitz“ und zahlreichen Jugendlichen. Der Bikepark erfreut sich seither großer Beliebtheit bei den meist jugendlichen Radfahrern aus ganz Idar-Oberstein und der weiteren Umgebung und spielt auch eine große Rolle im Sommerferienprogramm des Stadtjugendamtes.

In einem ganz anderen Bereich engagiert sich Bernd Schleich, sein Name ist fest mit den Pfadfindern in Idar-Oberstein verbunden. Bereits sein Vater und sein Onkel waren mit einigen Gleichgesinnten in den 1920er Jahren Vorreiter beim Aufbau der bündischen Jugend, aus der sich später die Pfadfinder entwickelten. Schon in jungen Jahren widmete sich auch Bernd Schleich dieser Aufgabe. Als Stammesführer und erster Vorsitzender des späteren Vereins organisierte er zahlreiche große Lager sowohl im Inland als auch im benachbarten Ausland. Dabei knüpfte er schon früh Kontakt zu amerikanischen wie französischen Gruppen und hier besonders mit Burgund. Für den Eltern- und Förderkreis organisierte Bernd Schleich mehrfach Studienfahrten ebenfalls im In- und Ausland. Die Idar-Obersteiner Pfadfinder sorgten unter anderem auch für die Erhaltung von Fuhr’s Hütte und führten dort lange Jahre ihre Gruppenstunden durch. Nachfolgend wurde dann sogar ein altes Bauernhaus in Achtelsbach gekauft und in mühevoller Eigenleistung zum Landheim für Gruppenfreizeiten umgebaut. Nach der Atom-Katastrophe von Tschernobyl wurden auf Initiative von Bernd Schleich zahlreiche mehrwöchige Aufenthalte von geschädigten Kindern in dem Landheim durchgeführt. Hierfür sammelte er Geld- und Sachspenden und sorgte dafür, dass vor allem auch Kinder aus nicht privilegierten Familien an diesen Erholungsmaßnahmen teilnehmen konnten. Ein besonderes Augenmerk legte Bernd Schleich auch stets auf die Bewahrung des traditionellen Liedgutes der bündischen Jugend und legte sogar ein eigenen Liederbuch auf. Auch nachdem es um die Idar-Obersteiner Pfadfinder zwischenzeitlich merklich ruhiger geworden war, setzte Bernd Schleich sein Engagement fort und gründete einen Altpfadfinderkreis, der immer noch regelmäßige Treffen und Ausflüge organisiert.

„Beide Engagierte werden auf Beschluss des Stadtrates zurecht mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt Idar-Oberstein ausgezeichnet“, unterstrich Oberbürgermeister Frank Frühauf und steckte den Geehrten ihre Nadeln ans Revers. Den beiden Ehefrauen dankte der OB mit einem Blumenstrauß für deren Verständnis, „denn ohne den familiären Rückhalt wäre ein solches umfangreiches Engagement nicht möglich.“