Nahepassage wurde eingeweiht

Am Nikolaustag strahlten alle Beteiligten über die gelungene Neugestaltung der Nahepassage.

Gestern weihte Oberbürgermeister Frank Frühauf in der Fußgängerzone Oberstein die Nahepassage ein. Das frühere sogenannte Rampengebäude wurde im Zuge einer rund einjährigen Baumaßnahme umgestaltet und mit einer Ausstellung über die Naheüberbauung versehen.

Das Rampengebäude wurde im Rahmen der Errichtung der Naheüberbauung erstellt. Das mit Rolltreppen und einem Aufzug ausgestattete Gebäude dient vor allem als direkte Verbindung von der Austraße in die Fußgängerzone sowie als Zugang zur Fußgängerbrücke über die Naheüberbauung in Richtung Wasenstraße. „Aber die Rolltreppen waren schon lange außer Funktion und zugebaut, der Fahrstuhl oft defekt, das gesamte Gebäude dunkel und wenig einladend – ja geradezu ein Angstraum“, erklärte Oberbürgermeister Frühauf in seiner Ansprache. Daher stand die Umgestaltung des Rampengebäudes auch ganz oben auf der Prioritätenliste des Bund-Länder-Programms ‚Aktive Stadt – Innenstadt Oberstein‘.

„Durch die jetzt realisierte Maßnahme konnten die Funktionsfähigkeit und das Ambiente der Bauwerks grundlegend verbessert werden“, unterstrich Frühauf. Ein neuer Fahrstuhl wurde installiert, der jetzt in allen Geschossen hält, die defekten Rolltreppen wurden ausgebaut, die vorhandenen Deckenöffnungen dienen nunmehr als heller Luftraum, durch den das Gebäude natürlich ausleuchtet wird. Die Wände wurden in Sichtbeton ausgeführt und mit blauer Farbe freundlich und ansprechend gestaltet. „Der Clou des Ganzen sind aber sicherlich die großen Schautafeln und Bilder, die den Betrachtern Informationen über die Naheüberbauung geben“, unterstrich Oberbürgermeister Frühauf. Fotos, Skizzen, Texte und Zeitungsausschnitt dokumentieren die Planung und Ausführung dieses Jahrhundertbauwerks, das das Gesicht des Stadtteils Oberstein nachhaltig verändert und geprägt hat. Außerdem wurde am Zugang zur Fußgängerbrücke ein Kunstwerk von Kristina Boneva installiert. „Damit wird das Gebäude, das ab sofort Nahepassage heißt, nicht nur seinem ursprünglichen Zweck als barrierefreies Verbindungsbauwerk wieder vollumfänglich gerecht, sondern bietet durch die Informationen zur Naheüberbauung und die schöne Gestaltung darüber hinaus auch noch einen Mehrwert für die Nutzer“, unterstrich der OB. Damit die Nahepassage möglichst lange in einem guten Zustand bleibt, besteht die Ausstattung soweit als möglich aus widerstandsfähigen Materialien, außerdem wird das Gebäudeinnere videoüberwacht.

Die Kosten für das Bauprojekt bezifferte Oberbürgermeister Frühauf auf rund 490.000 Euro und dankte dem Land Rheinland-Pfalz für die 90-pozentige Bezuschussung der Maßnahme im Rahmen des Förderprogramms ‚Aktive Stadt‘. Ebenso dankte er allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit unter der Bauleitung des Architekturbüros Bill. Die Gestaltung des Gebäudeinneren hatte, wie bereits beim Bahnhof Idar-Oberstein, Innenarchitektin Sabine Reiser übernommen, das Konzept und die Texte der Infopaneele stammen von Dr. Regina Geiß-Dreier. Fotos und weiteres Material steuerten Foto Hosser, Gerd Stein, das Stadtarchiv und Wolfgang Augenstein bei.

„Dieses Bauwerk stellt eine wichtige fußläufige Verbindung zum Quartier Wasenstraße dar“, erklärte Architekt Rüdiger Bill so Bill in seinem Grußwort. Bei der Bestandsaufnahme und Vorplanung für die Baumaßnahme sei er oft vor Ort und überrascht gewesen, dass das Gebäude so stark genutzt wird, erklärte der Architekt – und das trotz des wenig einladenden Zustandes. „Dagegen ist die neue Nahepassage nunmehr offen, hell und freundlich, sie ist komplett barrierefrei und verfügt sogar eine behindertengerechte Toilette.“ Bill hofft, dass das neue Gebäude auf genauso positive Resonanz stößt wie der umgebaute Bahnhof. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und hatte als Überraschung für Oberbürgermeister Frühauf noch einen Beutel mit Goldtalern – leider nur aus Schokolade – dabei. Darüber hinaus spendete das Architekturbüro aber auch noch reale 1.000 Euro an die Stadt, die in weitere städtische Projekte fließen sollen.