Der Klang der Industrialisierung

Mit dem Hochofen begann vielerorts die Industrialisierung. (Foto: © Norenko Andrey / shutterstock.com)

Kreiskantor Roland Lißmann wagt sich mit dem Konzert "Der Klang der Industrialisierung" an eine weitere Großveranstaltung. (Foto: Michael Anton)

Im September widmet sich der Theatersommer Idar-Oberstein 2018 zunächst dem diesjährigen Kultursommer-Motto „Industrie-Kultur“. Mit der Kirche St. Nepomuk im Stadtteil Kirchenbollenbach begibt sich das Festival außerdem zu einem weiteren, ungewöhnlichen Spielort. Der Theatersommer wird gefördert von der Kreissparkasse Birkenfeld, der OIE AG, der Firma Effgen und dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz. Karten gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen oder unter www.ticket-regional.de, Inhaber der OIE Card erhalten einen um 10 Prozent ermäßigten Eintritt. Weitere Informationen unter www.idar-oberstein.de.

Zum Thema „Industrie-Kultur“

Am Sonntag, 2. September 2018, um 19.30 Uhr präsentiert der Theatersommer in Kooperation mit der Initiative StattKino und dem Kirchenkreis Obere Nahe einen abwechslungsreichen Abend zum diesjährigen Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Dazu ist im Stadttheater Idar-Oberstein zunächst der Film „Die stählerne Zeit – Im Reich des Stahlbaraons“ zu sehen. Er handelt von Karl Ferdinand Stumm, der 1836 in Saarbrücken geborene Unternehmer und Politiker mit Wurzeln im Hunsrück war im Zeitalter der industriellen Revolution eine der einflussreichsten Persönlichkeiten Deutschlands. Passend zum Thema serviert das Landgasthaus Böß um 18.30 Uhr ein Abendessen. Hierzu ist eine Voranmeldung bis spätestens Montag, 27. August 2018, unter Telefon 06781/64884 oder E-Mail kultur@idar-oberstein.de erforderlich.

Zum Inhalt des Films: Mit gerade einmal 22 Jahren übernimmt Karl Ferdinand Stumm ein kleines Stahlwerk und baut es zum größten privaten Unternehmen im Saarland aus. Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 ist die Nachfrage nach Produkten aus Eisen und Stahl groß. Das neue Kaiserreich industrialisiert sich mit rasanter Geschwindigkeit, und viele werden in kürzester Zeit märchenhaft reich. Täglich ist Karl Ferdinand Stumm in seinem Werk, kontrolliert alles und jeden, sein Regiment ist eisern. Die Arbeiter müssen sich seinem Willen unterwerfen und gehorsam sein. Er drohte zum Beispiel mit Entlassungen, wenn seine Arbeiter ohne Einwilligung heirateten. Dahinter stand die Sorge, die Arbeiter könnten zu früh eine zu große Familie bekommen, die sie nicht ernähren könnten. Gleichzeitig war Stumm einer der ersten Unternehmer, der Hilfskassen für die Arbeiter einführte. (Quelle: ARD)

Im Anschluss an die Vorführung geben der Regisseur des Films Rüdiger Mörsdorf und Pfarrer Erik Zimmermann aus Hottenbach weitere Einblicke in diese gerade auch für unsere Region spannende Zeit. Kreiskantor Roland Lißmann und Stefan Behr vom Theater Anu erläutern im Hinblick auf das folgende Konzert ihren künstlerischen Zugang zur Thematik der Industrialisierung. Moderiert wird das Gespräch von Dr. Kai-Michael Sprenger, Referent im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz.

Industrielle Revolution als Hörgenuss

Nach dem großen Erfolg der Aufführung der „Carmina Burana“ im Rahmen des letztjährigen Theatersommers wagen sich der Kirchenkreis Obere Nahe und Kreiskantor Roland Lißmann an eine weitere Großveranstaltung. Am Sonntag, 9. September 2018, um 17 Uhr gestalten über hundert Mitwirkende in der Kirche St. Nepomuk gemeinsam einen ganz besonderen Konzertabend unter dem Titel „Der Klang der Industrialisierung“.

Musik und Theater repräsentieren Träume und Wirklichkeiten der Menschen – sie können Katalysator sein, gesellschaftlich verbindend wirken und spiegeln gesellschaftliche Zustände wider. So stehen viele Kompositionen des 19. Jahrhunderts ganz im Zeichen der industriellen Revolution und der damit verbunden Umwälzungen in Gesellschaft und Kirche. Dieser Umbruch im Arbeits- und Privatleben haben auch unsere Region nachhaltig verändert.

Der Abend legt den Fokus auf den Protestanten, Unternehmer und Politiker Karl Ferdinand Stumm. Die Stücke von Komponisten jener Zeit, Johannes Brahms „Schicksalslied“ mit Texten von Hölderlin, die „Walpurgisnacht“ nach einem Text von Goethe, komponiert von Felix Mendelssohn-Bartholdy und „Stabat Mater“ von Theodore Gouvy, werden in den thematischen Zusammenhang gestellt.

Die Chöre der Kantoreien Obere Nahe und Idar-Oberstein, die Solisten Rahel Luserke (Sopran), Judith Braun (Alt), Marcus Elsäßer (Tenor) und Matthias Horn (Baß), das Barockorchester L´arpa festante und das Theater Anu entführen das Publikum auf eine eindrückliche Klangreise. Das Theater Anu erweitert akustisch die musikalischen Werke und macht den Wandel der Zeiten in eindrücklichen Texten erlebbar. Um den Hörgenuss noch zu verstärken sind zu Zuhörer dazu eingeladen, während der Inszenierung die bereitgelegten Augenbinden zu tragen.