Neue Schmuckstücke für Idar-Oberstein

Tag der Städtebauförderung präsentiert gelungene Bauprojekte

Der Bahnhof Idar-Oberstein ist jetzt mit großformatigen Fotos...

...und einem Keramik-Kunstwerk auf die Schönheiten der Region hin.

Nach der Eröffnung des Café "Ella's"...

...lädt dieses zum gemütlichen Verweilen ein.

Projektleiterin Judith Losert (l.) und Bibliotheksleiterin Sandra Ley informierten die Gäste über die Baumaßnahme und das Konzept der Einrichtung.

Alexander Reinert las in dem neuen Kinderbereich aus seinem Buch "Ich bin der Fidel!".

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, am vergangenen Samstag an den zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen des ‚Tages der Städtebauförderung‘ teilzunehmen. Dabei wurden im Stadtteil Oberstein gleich drei Projekte, die mit Mitteln des Programms ‚Aktive Stadt‘ gefördert wurden, eröffnet: das sanierte und umgestaltete Bahnhofsgebäude mit dem Café ‚Ella’s‘ der Lebenshilfe Obere Nahe, die neue Stadtbibliothek Idar-Oberstein und das denkmalgerecht sanierte Industriedenkmal Jakob Bengel. Dazu gab es weitere Aktionen und Infostände entlang der Fußgängerzone.

Der Bahnhof ist jetzt ein Schmuckstück

Voller Stolz begrüßte Oberbürgermeister Frank Frühauf die zahlreichen Ehrengäste, die zur Einweihung des neuen Bahnhofsgebäudes gekommen waren und stellte fest: „Wir sind die einzige Stadt in Rheinland-Pfalz, die beim Tag der Städtebauförderung der Öffentlichkeit gleich drei fertiggestellte Projekte präsentieren kann.“ Das neue Bahnhofsgebäude ist ein Aushängeschild für die Stadt und ein tolles Willkommen für alle Bahnreisende. Die attraktive Gestaltung mit Fotos und Kunstwerken bringt sowohl die Themen Edelstein und Schmuck als auch Natur und Nationalpark zur Geltung. Oberbürgermeister Frühauf bedankte sich bei Staatssekretär Randolf Stich vom Innenministerium für die Förderung der Projekte im Rahmen des Bund-Länder-Programms‚ Aktive Stadt‘. „Ohne diese 90-Prozent-Förderung hätten wir diese Maßnahmen nicht umsetzen können.“ Außerdem dankte der OB den Mitarbeitern des Stadtbauamtes und des Gebäudemanagements, dem Architekturbüro Bill, Innenarchitektin Sabine Reiser und den ausführenden Firmen für die geleistete Arbeit. Ebenso bedankte er sich bei den Fotografen, Firmen und Privatpersonen für die zur Verfügung gestellten Fotos sowie bei der Keramik-Künstlerin Jehan Abuaffar für das Kunstwerk, das bei der Eröffnungsveranstaltung enthüllt wurde. Einen besonderen Dank richtete der Stadtchef auch an Matthias Rösch, den Landesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen. Er hat die Stadt sowohl bei der barrierefreien Ausgestaltung des Bahnhofsumfeldes und –gebäudes als auch bei weiteren Projekten beraten und dabei wertvolle Hinweise gegeben.

Staatssekretär Randolf Stich zeigte sich beeindruckt von dem, was in den letzten Jahren im Rahmen der Städtebauförderung in Idar-Oberstein umgesetzt wurde. „Als ich den Idar-Obersteiner Bahnhof im Jahr 2015 zum ersten Mal gesehen habe, war er schmuddelig und heruntergekommen. Jetzt ist er ein wahres Schmuckstück“, erklärte der Staatssekretär. Stich erläuterte, dass seit dem Start der Städtebauförderung im Jahr 1971 insgesamt 2,1 Milliarden Euro an Fördergeldern bewilligt wurden, dazu kommen noch 800 Millionen Euro Eigenanteile der geförderten Kommunen. Außerdem löse jeder Euro an öffentlichen Mitteln weitere acht Euro an privaten Investitionen aus, ergänzte Stich. „Damit ist die Städtebauförderung eigentlich ein Dauerkonjunkturprogramm. Und hier in Idar-Oberstein zeigt sich, dass die Fördermittel hervorragend eingesetzt werden“, unterstrich der Staatssekretär.

Architekt Rüdiger Bill ging anschließend kurz auf die Baumaßnahme ein, die eine große Herausforderung darstellte, da sie im laufenden Betrieb erfolgte. Er lobte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten und die Leistungsfähigkeit der vornehmlich regionalen Handwerksbetriebe. Das komplett sanierte Gebäude sei jetzt hell und freundlich, innovativ und informativ, unterstrich Bill und zog als Fazit: „Idar-Oberstein hat jetzt den schönsten Bahnhof im Nahetal.“

Nach der Enthüllung des Keramikkunstwerks von Jehan Abuaffar ging dann der Aufsichtsratsvorsitzender der Lebenshilfe Obere Nahe, der Herrsteiner Verbandsgemeindebürgermeister Uwe Weber, auf das neue Café ‚Ella’s‘ ein. Der Name ist eine Hommage an die Gründerin der Lebenshilfe Obere Nahe, Ella Haupt. Der Betrieb dieses integrativen Projektes sei eine große Herausforderung für die Mitarbeiter der Lebenshilfe – jedoch auch ein große Chance, erklärte Weber: „Unser Café ist regional, fair, sozial und mittendrin und wurde von allen Beteiligten mit großem Engagement und viel Herzblut auf den Weg gebracht.“

Landesbeauftragter Matthias Rösch wies darauf hin, dass der 5. Mai 2018 nicht nur der ‚Tag der Städtebauförderung‘, sondern auch der ‚Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung‘ ist. In Sachen Gleichstellung behinderter Menschen und Inklusion sei zwar schon vieles passiert, aber es bleibe auch noch einiges zu tun. „Dazu braucht es alle Menschen, daher nutzen Sie die Gelegenheit, die sich hier am Bahnhof mit dem Café ‚Ella’s‘ bietet“, rief er die Anwesenden auf.

Das Café Ella’s ist montags bis freitags von 6 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 bis 16 Uhr geöffnet und unter der Telefonnummer 06781/9880912 zu erreichen. Nähere Informationen unter www.lhio.de.

Die neue Stadtbibliothek – ein Ort der Bildung und Begegnung

Nach der Eröffnung des Bahnhofs machte sich die offizielle Delegation auf den Weg durch die Fußgängerzone in Richtung Stadtbibliothek. Dabei kamen die Gäste unter anderem am Infostand des Nationalparks Hunsrück-Hochwald sowie bei der OIE vorbei. Der regionale Energieversorger hat am Bahnhof seine neuste Ladesäule für E-Autos installiert und am Tag der Städtebauförderung in Betrieb genommen. Am Platz Auf der Idar informierte der Modepark Röther über die derzeit laufende Umbaumaßnahme, in deren Zuge die ehemalige Hertie-Immobilie in einen Modepark mit rund 6.000 Quadratmetern Verkaufsfläche verwandelt wird. Die Eröffnung des Modeparks Röther Idar-Oberstein ist für Herbst 2019 vorgesehen.

Im ehemaligen Geschäftshaus in der Hauptstraße 373a erfolgte dann die Eröffnung der neuen Stadtbibliothek Idar-Oberstein. Hier wurde in den vergangenen Monaten – ebenfalls mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Aktive Stadt“ – ein neues Domizil für die früher in der Bahnhofsstraße untergebrachte Stadtbücherei geschaffen. Die neue Bibliothek verfügt nunmehr auf drei Etagen über eine Hauptnutzfläche von rund 400 Quadratmetern. „Da gibt es jetzt ausreichend Platz für eine ansprechende Medienpräsentation, gemütliche Sitzgelegenheiten, praktische Arbeitsbereiche sowie Veranstaltungs- und Begegnungsflächen“, unterstrich OB Frühauf. Für die Barrierefreiheit sorgt ein Aufzug, große Glasflächen schaffen Transparenz und Helligkeit. Auch bei diesem Projekt hätten alle Beteiligten unter Leitung des städtischen Gebäudemanagements hervorragend zusammengearbeitet, erklärte Frühauf und bedankte sich auch für die Unterstützung des Landesbibliothekszentrums, der Harald-Fissler-Stiftung, der Firma Bito Lagertechnik, der Kreissparkasse Birkenfeld, der Malerinnung und Paul Markus Deus, der ein imposantes Kunstwerk für die Bibliothek geschaffen hat.

Judith Losert, seitens des Gebäudemanagements Projektleiterin für die Bibliothek, stellte anschließend einen interessanten Vergleich an. Zu Beginn der Maßnahme glich das frühere Geschäftshaus, das durch einen Brand stark angegriffen war, einem verbrannten Toast: hart, kantig, dunkel und angebrannt. Nachdem von der Kellerzisterne bis zum Dachfirst alles neu hergerichtet wurde, sei die neue Bibliothek „ein helles, rundes, frisches Äpfelchen – das ist ein kleines Wunder.“ Dafür bedankte sie sich ebenfalls bei allen Beteiligten.

„Die neue Stadtbibliothek bietet einen generations- und milieuübergreifenden Raum der Begegnung“, stellte Bibliotheksleiterin Sandra Ley anschließend fest. Die Büchereien stünden vor gravierenden Veränderungen, etwa durch den digitalen und demographischen Wandel, erläuterte Ley. Aber mit den neuen Räumlichkeiten habe die Stadtbibliothek Idar-Oberstein einen großen Schritt zur Verwirklichung des Zukunftskonzeptes, das zusammen mit dem Landesbibliothekszentrum entwickelt wurde, gemacht.

Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsfeier von Klaus Gerhold und Michael Gesemann, im weiteren Rahmenprogramm gab es eine Bibliotheksrallye für Kinder, Lesungen von Alex Reinert aus seinem Kinderbuch „Ich bin der Fidel!“ sowie Prosa und Gedichte von der Autorengruppe Nahe. Außerdem hatte die Buchhandlung Schulz-Ebrecht vor der Bibliothek einen Bücherflohmarkt organisiert.

Die Stadtbibliothek Idar-Oberstein ist nunmehr in der Bahnhofstraße 373a beheimatet und unter Telefon 06781/64470 sowie E-Mail stadtbibliothek@idar-oberstein zu erreichen. Sie ist montags und donnerstags von 10 bis 14 und 15 bis 18 Uhr sowie mittwochs und freitags von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Industriedenkmal Bengel erstrahlt in neuem Glanz

Aber auch nach der Eröffnung der Stadtbibliothek war der Veranstaltungsmarathon noch nicht vorbei. Am Christuskirchplatz informierten die Genossenschaft KonsumGut eG über das von ihr geplante Verkaufsgeschäft mit regionalen Produkten und das Stadtbauamt über aktuelle städtebauliche Projekten sowie Fördermöglichkeiten bei Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten. Und schließlich war die Delegation noch zu Gast im Industriedenkmal Jakob Bengel. Dieses wurde in den vergangenen fünfzehn Jahren denkmalgerecht saniert. Auch dieses Projekt wurde mit Mitteln aus der Städtebauförderung unterstützt. Im Rahmen einer kleinen Führung durch den Vorsitzenden der Jakob Bengel-Stiftung, Peter Wenzel, und Karl-Dieter Braun konnten die Besucher einen ersten Eindruck von der gelungenen Umsetzung des Sanierungsprojektes erlangen. Architekt Hanno Dietrich und Lothar Rohlik vom städtischen Gebäudemanagement, die die Baumaßnahme über den ganzen Zeitraum geleitet hatten, gaben einige Einblicke in die langwierigen Baumaßnahmen, die stets eng mit der Denkmalpflege abgestimmt werden mussten.

Die offizielle Neueröffnung des Industriedenkmals mit umfangreichem Rahmenprogramm findet an diesem Wochenende, am 12. und 13. Mai 2018, statt. Nähere Informationen dazu gibt es unter www.jakob-bengel.de.