Industriedenkmal Bengel feiert „Wiedereröffnung“

Das Bengel-Ensemble erstrahlt in neuem Glanz,...

...im Inneren scheint die Zeit stillzustehen. (Fotos: © Freundeskreis Jakob Bengel Denkmal)

Nach einer rund fünfzehnjährigen Planungs- und Sanierungsphase feiert die Stiftung Industriedenkmal Jakob Bengel am zweiten Maiwochenende mit einem vielfältigen und attraktiven Programm feierliche Wiedereröffnung.

Vor nunmehr rund fünfzehn Jahren wurde die Idar-Obersteiner Uhrketten- und Bijouteriewarenfabrik Jakob Bengel als Industriedenkmal von nationalem Rang erkannt. Seit Gründung der Stiftung Jakob Bengel haben sich viele Mitbürger, Fachleute aus Handwerk, Verwaltung, Industrie, Wissenschaft und Planungsbüros mit der anspruchsvollen Frage beschäftigt, wie der historische Bestand mit möglichst geringen Eingriffen in die Substanz dauerhaft gesichert und für die Nachwelt erhalten werden kann. Nachdem die formalen Voraussetzungen geschaffen waren, konnte das Denkmal mit einer Vielzahl unterschiedlichster Maßnahmen und Gewerke für ein interessiertes Publikum bewahrt werden.

Während in der Anfangsphase des Projekts Sicherungsmaßnahmen der äußeren Bausubstanz dominierten, waren in der Folge vielfältige Probleme der technischen Gebäudeausstattung zu lösen. Mit einem fein abgestimmten Planungs- und Baukonzept gelang es hierbei der örtlichen Projektgruppe, das Denkmal im laufenden Betrieb unter dem Aspekt des geringstmöglichen Eingriffs in Interieur und Bausubstanz  zu sanieren. Mit dem Abschluss der aktuellen Sanierungsmaßnahme sollen die Ergebnisse des Prozesses einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Hierzu wird den Besuchern am Samstag und Sonntag, 12. und 13. Mai, ein attraktives Programm von Führungen und Vorträgen geboten.

In Anwesenheit des Staatssekretärs im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Prof. Dr. Salvatore Barbaro, finden am Sonntag, dem 13. Mai, die feierliche Eröffnung des Denkmals und die Eröffnung der Ausstellung „Obersteiner Schmuck- und Metallwarenindustrie im 19. und 20. Jahrhundert“ statt. Begleitet wird das Programm auch von der Ausstellung „nsaio 6“ – Neuer Schmuck aus Idar-Oberstein der Hochschule Trier Fachbereich Edelstein und Schmuck, Idar-Oberstein. nsaio 6 ist die sechste Auflage der gleichnamigen Ausstellungsreihe, mit der die Hochschule am Standort Idar-Oberstein ausgewählte und ausgezeichnete Arbeiten der Fachrichtung würdigt.

Als Beraterin der „ersten Stunde“ setzt sich die Gebietsreferentin der Landesdenkmalpflege, Generaldirektion Kulturelles Erbe, Dr. Maria Wenzel unter dem Titel „Geschichte vor Schönheit“ mit der Frage auseinander, was ein Industriedenkmal erzählen kann. In diesem und weiteren Vorträgen bildet sich auch die interdisziplinäre und streng am Projekt orientierte Vorgehensweise der Sanierung ab.

Mit dem Abschluss der Sanierungsmaßnahmen bildet das Bengel-Ensemble in der Edelstein- und Schmuckstadt eine neue attraktive Facette im Zusammenspiel mit den traditionellen Sehenswürdigkeiten der Idar-Obersteiner Kernbranche. Zudem wird mit dem Industriedenkmal Jakob Bengel für die Zukunft ein Ort geschaffen, an dem die besondere Industrie- und Kulturgeschichte von Oberstein für die Zukunft gesichert werden kann.

Als ein lebendiges Museum und ein kulturelles Kleinod wird das Industriedenkmal Jakob Bengel Idar-Oberstein und die Nationalparkregion Hunsrück-Hochwald auf Dauer bereichern.