Fünf Jahre Film im Theater – eine Erfolgsgeschichte

Eine schöne Tradition: Vor der Filmvorführung versammeln sich die ehrenamtlichen Helfer auf der Bühne und wünschen dem Publikum gute Unterhaltung. Anne Effgen und Ingrid Dalheimer-Brunk (5. und 6. v. l.) riefen die Initiative StattKino vor fünf Jahren ins Leben.

Mit der Vorführung des Films „Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“ endete vor Kurzem die fünfte Staffel der Reihe „Film im Theater“. Seit dem Jahr 2013 veranstaltet die ehrenamtliche Initiative StattKino in Kooperation mit dem städtischen Kulturamt diesen Filmevent. Die Hauptakteure der Initiative, Anne Effgen und Ingrid Dalheimer-Brunk, zogen jetzt eine positive Bilanz.

„Unsere Intention war es, wieder etwas Kinoflair in die Stadt zu bringen. Dabei wollten wir aber keine aktuellen Blockbuster zeigen, sondern eher in Richtung Programmkino gehen“, erklärt Anne Effgen. Damit möchten die Initiatorinnen auch Personen ansprechen, die keine typischen Kinogänger sind. Dazu gehört auch, dass vor der Vorführung immer ein Essen angeboten wird, das mit dem Thema des Films korrespondiert. So bietet „Film im Theater“ den Besuchern stets einen besonderen Event, der von den Gästen gerne angenommen wird.

Der damalige Oberbürgermeister Bruno Zimmer und die städtische Kulturreferentin Annette Strohm unterstützten die Initiative von Anfang an. Auch der regionale Kinobetreiber Matthias Wild, Inhaber des Movietown Neubrücke, gab sein OK und so konnte am 12. April 2013 mit „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ die erste Vorführung über die Bühne gehen. Die Resonanz war hervorragend – rund 200 Besuchern kamen zur Premiere. „Und das ohne große Werbung“, blickt Ingrid Dalheimer-Brunk zurück. „OB Zimmer half sogar beim Catering, was einige kritische Stimmen, die anfangs aufkamen, verstummen ließ.“

Seither hat sich „Film im Theater“ fest im Veranstaltungskalender etabliert. Die sechs bis sieben Vorführungen werden hervorragend besucht und auch das Essen wird gut nachgefragt. „Anfangs haben wir das noch selbst zubereitet, aber der Aufwand war so groß, dass wir das nicht mehr alleine stemmen konnten“, erklärt Dalheimer-Brunk. So kam der Landgasthof Böß ins Spiel, der seither das Essen liefert. „Die Zusammenarbeit mit Hajo Böß klappt hervorragend, er lässt sich immer ein passendes Menü einfallen“, unterstreicht Effgen. Ansonsten machen die ehrenamtlichen Helfer aber alles selbst: Filmauswahl, Gestaltung der Werbeflyer, Herrichtung des Bankettsaals, Dekoration der Tische – ebenfalls passend zum jeweiligen Filmthema, Ausgabe der Getränke, Essen servieren und anschließend natürlich alles wieder aufräumen. „Wir haben ein Helferteam von rund 20 Personen, meist aus unserem Freundeskreis“, berichtet Anne Effgen. Etwa zehn Personen werden pro Veranstaltung benötigt. „Alle sind mit Freude und Herzblut dabei und das merken die Besucher auch“, unterstreicht Effgen, die sich bei den Unterstützern herzlich bedankt. Einen weiteren Dank richten die Initiatorinnen an Timo Fewinger. Der Mitarbeiter des Kulturamtes kümmert sich um die organisatorische Abwicklung der Veranstaltungsreihe. „Er ist ebenfalls mit großem Engagement dabei und nimmt uns die Verwaltungsarbeit ab“, so Dalheimer-Brunk.

„Wir sind schon stolz darauf, dass wir mit unserem ehrenamtlichen Engagement eine so tolle Veranstaltungsreihe etablieren konnten“, sind sich Effgen und Dalheimer-Brunk einig. In den fünf Jahren kamen rund 6.000 Besucher zu den Filmvorführungen. Die anfangs noch angebotenen Kinderfilme stießen zwar nur auf geringe Resonanz und wurden daher eingestellt, ansonsten entwickelt sich „Film im Theater“ aber prächtig und schreibt sogar schwarze Zahlen. „Aber auch nur, weil wir eben alles ehrenamtlich machen“, so Effgen. Und nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung – die Filmauswahl für die kommende Staffel läuft bereits. „Bis zu den Sommerferien soll das neue Programm stehen“, erklärt Ingrid Dalheimer-Brunk.

Mit ihrer Auswahl lagen die beiden Initiatorinnen bisher richtig. „Obwohl wir manchmal schon Bedenken hatten, da wir teilweise auch sehr kritische Filme gezeigt haben“, unterstreicht Effgen. Aber bislang war das Publikum immer begeistert. Und so steht einer weiteren erfolgreichen Staffel eigentlich nichts im Weg. Außer vielleicht die technische Ausstattung, denn der im Stadttheater vorhandene Beamer kommt langsam an seine Leistungsgrenzen. Die Bildqualität leidet unter der niedrigen Lichtstärke und der geringen Auflösung. „Daher suchen wir derzeit einen Sponsor für ein neues Gerät“, erklärt Anne Effgen. Etwa 10.000 Euro kostet ein Beamer, der die aktuellen Anforderungen erfüllt. Vielleicht findet sich ja ein Gönner, der die ehrenamtliche Initiative StattKino in dieser Hinsicht unterstützt.