Artillerieschule und Stadt feierten das 25-jährige Bestehen ihrer Patenschaft

Brigadegeneral Heribert Hupka, Justizminister Jochen Hartloff und Oberbürgermeister Bruno Zimmer (v. l.) trugen sich im Rahmen des Festaktes in das Goldene Buch der Stadt ein.

Mit einem Festakt vor rund 200 geladenen Gästen – darunter der Bundestagsabgeordnete Fritz Rudolf Körper und Brigadegeneral Heinrich Fischer, Kommandeur der Heeresschulen und stellvertretender Amtschef des Heeresamts, sowie zahlreiche Ehrengäste von Politik, Verwaltung und Militär –feierten die Stadt Idar-Oberstein und die Artillerieschule das 25-jährige Bestehen ihrer Patenschaft. Dabei trugen sich der rheinland-pfälzische Justizminister Jochen Hartloff, der Kommandeur der Artillerieschule und General der Artillerietruppe, Brigadegeneral Heribert Hupka, und Oberbürgermeister Bruno Zimmer ins das Goldene Buch der Stadt ein.

In seiner Begrüßung würdigte Oberbürgermeister Bruno Zimmer die Idee der Gründungsväter der Patenschaft, Oberbürgermeister Erwin Korb und Brigadegeneral Heribert Göttelmann, die mit der Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde am 12. Juni 1988 „den Grundstein legten für das partnerschaftliches Miteinander, das bis auf den heutigen Tag und sicherlich noch in Zukunft das Zusammenwirken von Artillerieschule und Verwaltung, von Soldatinnen und Soldaten sowie Bürgerinnen und Bürgern hier am Standort Idar-Oberstein bestimmt.“ Dass die Patenschaft auch nach 25 Jahren so eng und vital ist wie zu Beginn, belegte der OB Zimmer mit zahlreichen Beispielen und unterstrich, dass das gute Verhältnis zwischen Militärs und Zivilsten hier vor Ort auch immer wieder von auswärtigen Besuchern bestätigt werde, wie zuletzt vom Vorsitzenden des Deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst Kirsch. Im Rahmen eines Informationsbesuchs war dieser zwei Tage lang zu Gast bei der Artillerieschule und erklärte anschließend bei einer Pressekonferenz: „In Idar-Oberstein ist die Welt von Standort und Kommune in Ordnung.“ Dass diese Welt hier noch in Ordnung ist, sei vor allem auch den jeweiligen Kommandeuren zu verdanken, die trotz der zahlreichen Bundeswehrreformen stets dafür sorgten, dass der Standort erhalten werden konnte, erklärte der Oberbürgermeister. Dafür dankte er ausdrücklich dem früheren Kommandeur der Artillerieschule, Brigadegeneral Heinrich Fischer, und dem aktuellen Kommandeur, Brigadegeneral Heribert Hupka.

General Hupka unterstrich dann auch in seinem Grußwort, dass keine Stadt in Deutschland so eng mit der Artillerie verbunden sei, wie die Stadt Idar-Oberstein, die seit 1956 Standort der deutschen Artillerieschule ist. Zwar wolle er nicht verhehlen, dass die Übungen der Artillerie und der Luftwaffe auf dem Truppenübungsplatz Baumholder auch Belastungen für die Menschen in der Stadt und der Region mit sich brächten, so der General. „Wahr ist aber auch, dass das Verhältnis zwischen der Stadt, der Region, ihren Bürgern und der Bundeswehr, hierdurch nie ernsthaft beschädigt wurde.“ Zumal sich die Lärmemissionen seit 1990 durch die Truppenreduzierungen erheblich verringert habe. Hupka ging auch auf die Bedeutung der Bundeswehr als Wirtschaftsfaktor ein, die Artillerieschule ist ein wichtiger Auftrag- und Arbeitgeber für die Region – und das auch in absehbarer Zukunft. Denn mit der Struktur- und Stationierungsentscheidung vom Oktober 2011 wurde Idar-Oberstein als Garnisonsstadt bestätigt, auch wenn die Rilchenbergkaserne ihren Status als Artillerieschule ab 2015 verliert und als Ausbildungsbereich dem Ausbildungszentrum Munster zugeordnet wird. Daher denke man derzeit darüber nach, wie die Fortsetzung der Patenschaft zwischen der Stadt und dem Ausbildungsbereich 2015 erneuert und bekräftigt werden könne, so der Kommandeur. „Denn die Soldaten fühlen sich in Idar-Oberstein nach wie vor wohl.“

Jochen Hartloff, Minister der Justiz und für Verbraucherschutz, überbrachte in seiner Festansprache die Glückwünsche der Landesregierung. Der gebürtige Kuselaner, von 1984 bis 2011 ehrenamtlicher Bürgermeister seiner Heimatstadt, betrachtet die die Auflösung des Standortes Kusel – das Artillerielehrregiment 345 wird nach Idar-Oberstein verlegt – mit Wehmut. „Aber die Soldaten sind hier in Idar-Oberstein ja gut aufgehoben“, bekannte der Minister und bezeichnete die Patenschaft von Stadt und Artillerieschule als Verankerung eines gemeinsamen Anliegens, das gepflegt werden müsse. In den vergangenen 25 Jahren habe sich die Lage in Deutschland und vor allem auch für die Bundeswehr grundlegend geändert, erklärte Hartloff. Mit der Wiedervereinigung, der damit verbundenen Verschmelzung von Bundeswehr und Nationaler Volksarmee und dem veränderten Auftrag, weg von der Landesverteidigung hin zur Teilnahme an Auslandseinsätzen im globalen Rahmen, habe sich für die Soldaten ein Paradigmenwechsel vollzogen. Vor allem vor dem Hintergrund der Auslandseinsätze und der Teilnahme an Kriegseinsätzen stelle sich für die Gesellschaft die Frage: „Wie gehen wir mit unseren Soldaten um?“. Hier komme einer Patenschaft – wie der zwischen der Stadt Idar-Oberstein und der Artillerieschule – eine große Bedeutung zu, so der Minister. „Sie drückt aus, dass die Gesellschaft hier in Idar-Oberstein hinter den Soldaten und ihrer schwierigen Aufgabe steht.“

Nach den Ansprachen trugen sich die Redner in das Goldene Buch der Stadt Idar-Oberstein ein und Oberbürgermeister Zimmer übergab Minister Hartloff die erste Gedenkmedaille, von denen für das Patenschaftsjubiläum extra 500 Stück angefertigt wurden. Auch das Blechbläserquintett des Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz, dass den Festakt musikalisch umrahmte, wurde von Zimmer mit der Medaille bedacht, genauso wie Oberst Axel Hermeling, Kommandeur des Artillerieregiments 100 in Mühlhausen, und Oberstleutnant Michael Maus, Kommandeur des Artillerielehrregiments 345 aus Kusel. Mehrere Hundert Soldaten aus diesen Verbänden waren zuletzt im Hochwassereinsatz und deren Einsatz wurde mit der Medaille symbolisch gewürdigt. Aus diesem Anlass wurde auch bei dem Festakt sowie tags zuvor bei einer Vortragsveranstaltung für Oberste und Generale Spenden für die Flutopfer gesammelt. Dabei kamen rund 1.100 Euro zusammen, die nunmehr den Menschen in den Überschwemmungsgebieten zukommen sollen.