2019 wird ein stürmisches Jahr

Oberst Felber beleuchtet beim Neujahrsempfang die Sicherheitslage

Beim gemeinsamen Neujahrsempfang in der Messe Idar-Oberstein hielt Oberst Dietmar Felber die Festansprache,...

...für die musikalische Umrahmung sorgte die Kantorei Idar-Oberstein.

Rund 500 Gäste nahmen gestern am gemeinsamen Neujahrsempfang der Artillerieschule, der Nahe-Zeitung und der Stadt Idar-Oberstein in der Messe Idar-Oberstein teil. In diesem Jahr übernahm Oberst Dietmar Felber, Kommandeur der Artillerieschule und General der Artillerietruppe, stellvertretend für die drei Veranstalter die Begrüßung der Gäste und hielt eine viel beachtete Ansprache. Mit ihr schlug der einen großen Bogen von der aktuellen Weltpolitik zu deren Auswirkungen vor Ort. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte die Kantorei Idar-Oberstein, die beim Neujahrsempfang des vergangenen Jahres mit dem Kulturpreis der Stadt Idar-Oberstein ausgezeichnet wurde.

In seiner Ansprache führte Oberst Felber aus, dass das Jahr 2018 turbulent zu Ende gegangen sei. „Wir haben uns in den Jahrzehnten nach der Wiedervereinigung daran gewöhnt, dass Politik berechenbar ist. Inzwischen sprießt die Unordnung“, konstatierte der Oberst. Als Beispiele nannte er die derzeitige Politik der USA, Italiens oder Ungarns, den Brexit, aber auch bedrohliche Faktoren wie den internationalen Terrorismus, Cyberkriminalität oder den Klimawandel. „Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen für Europa – und damit für uns alle – haben sich in den vergangenen vier Jahren signifikant geändert.“ Daher begrüßte es der Kommandeur der Artillerieschule auch, dass die EU im Rahmen der NATO nunmehr erhebliche Anstrengungen unternommen habe, um eigenständig handeln zu können: „Der Weg zu einer Armee der Europäer ist angelegt.“ Hier sei auch Deutschland vorne mit dabei unterstrich Oberst Felber und erinnerte daran, dass sich aktuell rund 12.000 deutsche Soldaten in Einsätzen, einsatzgleichen Verpflichtungen oder zur Ausbildungsunterstützung im europäischen und außereuropäischen Ausland befinden.

„Und was hat das alles mit uns hier an der Nahe zu tun?“, fragte Felber. Sehr viel, denn Soldaten wie zivile Angehörige der Bundeswehr in Idar-Oberstein und Baumholder müssten sich diesen Herausforderungen stellen. Dies habe auch Auswirkungen auf die Artillerieschule, die ab April personell und materiell aufwachsen werde. Zu den Voraussetzungen, Soldaten in gefährliche Missionen zu schicken, gehöre neben guter Ausrüstung die bestmögliche Ausbildung. Und Ausbildung und Übungen wären eben auch mit Schieß- und Fluglärm verbunden, erklärte der Oberst und nutzte die Gelegenheit, sich bei der Bevölkerung für deren Nachsicht und Verständnis hierfür zu bedanken. Dank zollte er auch denjenigen, die sich ehrenamtlich oder auch von Amts wegen für andere Menschen einsetzen. „Sie leisten Dienst an der Gemeinschaft – für uns alle – und haben dafür unseren Respekt und einen respektvollen Umgang mit ihnen verdient.“

Abschließend prognostizierte Oberst Felber, dass – nachdem 2018 ein turbulentes Jahr gewesen sei – das Europawahljahr 2019 ein stürmisches sein werde. Aber deshalb müsse man nicht ängstlich oder pessimistisch sein. „Vertrauen wir darauf, dass wir gemeinsam durch Mitmachen statt reden und Mutmachen statt zu kritisieren letztendlich erfolgreich sein werden“, schloss der Oberst seine Ansprache, die von den Gästen mit lang anhaltendem Applaus gewürdigt wurde.