Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis

Seit 1970 veranstaltet der in Idar-Oberstein ansässige Bundesverband der Edelstein- und Diamantindustrie den Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis. Im Jahr 1989 gesellte sich der Deutsche Nachwuchswettbewerb dazu. Bei den Wettbewerbsthemen, die jeweils vom Bundesverband vorgegeben werden, steht im jährlichen Wechsel einmal die „Schmuckbearbeitung in Verbindung mit dem Edelstein“ und einmal die „Edelsteinbearbeitung“ im Vordergrund. Teilnehmen können Schmuck- und Edelsteingestalter sowie Gold- und Silberschmiede aus dem In- und Ausland.

Die Arbeiten werden von einer hochkarätig besetzten und internationalen Jury bewertet, die zumeist aus fünf bis sieben Jurorinnen und Juroren unterschiedlicher Fachrichtungen besteht. Die im Vergleich zu anderen internationalen Wettbewerben hohe Dotierung der ausgelobten Preise stellt zudem für alle Teilnehmer einen zusätzlichen materiellen Anreiz dar.

Das Thema des 49. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises Idar-Oberstein 2018 lautet "different faces“", das Thema des 30. Deutschen Nachwuchswettbewerbes für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2018 lautet "changing colours". Nähere Informationen und die Wettbewerbsbedingungen enthält die Ausschreibung.

Wettbewerbe 2017

48. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises Idar-Oberstein 2017


Thema: „just an illusion“

1. Preis HauptwettbewerbDen ersten Preis errang Stefanie Dingel aus Veitsrodt mit einem Ring aus rhodiniertem Silber mit Bergkristall und Aquamarin.

Nach Auffassung der Jury handelt es sich bei diesem Edelsteinring, mit dem die Preisträgerin die geforderte „Illusion“ perfekt in Szene setzt, um das beste Stück des diesjährigen Hauptwettbewerbs und eine „sehr ausgereifte Arbeit“. Diese besticht durch eine kompromisslose sowie handwerklich perfekte Gestaltung, eine überaus klare Formensprache und einen auf das Wesentliche reduzierten Materialeinsatz, mit dem ein Maximum an optischer Wirkung erzielt wird. „Der Ring ist“, so die Preisträgerin, „aus rhodiniertem Silber mit Bergkristall und Aquamarin gearbeitet. In der Silberhalbkugel liegt ein frei beweglicher, runder facettierter Aquamarin. Darüber ist eine dünne Bergkristallscheibe gesetzt, die verhindert, dass der Aquamarin sich auf den Kopf drehen kann. Die Silberschale des Ringes ist mit einer Halbkugel aus Bergkristall abgedeckt. Der Bergkristall ist an der Oberseite abgeflacht und mattiert. Durch Bewegung des Aquamarins entsteht für den Betrachter der Eindruck, als sei eine Flüssigkeit unter dem Bergkristall.“ Die Jury befand, dass der 1. Preis hochverdient und die Thematik hervorragend getroffen ist. Die Materialauswahl überzeugt ebenso wie das spannungsreiche und effektvolle Zusammenspiel von mattierten und polierten Edelsteinflächen. Einen nicht sichtbaren und beweglichen, facettierten Aquamarin dazu zu bringen, die Illusion von ganz sacht und weich wogendem Wasser zu erzeugen, ist großartig und verdient ein großes Kompliment. Die Jury, die auch von der gelungenen Kombination teils polierter, teils mattierter Edelsteinflächen und der daraus resultierenden Lichtwirkung begeistert war, entschied mit großer Stimmenmehrheit.

29. Deutschen Nachwuchswettbewerbes für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2017


Thema: „hidden secrets“

1. Preis NachwuchswettbewerbHier errang den 1. Preis Fabian Johannes Kaddick aus München mit einem Edelsteinobjekt aus Achat, Rubin, Bergkristall, vergoldetem und oxidiertem Silber und Blattgold.

Keinen Zweifel ließ die Jury daran, dass es sich bei der mit „hidden secret Bergwerk“ überschriebenen Wettbewerbsarbeit um die beste Arbeit des diesjährigen Nachwuchswettbewerbes handelt. Die Jury war von der Idee begeistert, die Geschichte Idar-Obersteins in einem liebevoll und hand-werklich überzeugend gestalteten kleinen Edelsteinobjekt darzustellen. Jurymitglied Dr. Heide Rezepa-Zabel brachte es begeistert auf den Punkt: „Das Thema selbst ist als Geschichte umgesetzt, als Miniatur. Es erzählt sich selbst und das ist interessant und spannend zugleich.“ Jurykollege Robert Bentley war insbesondere von der magischen und geheimnisvollen Wirkung des Objekts begeistert. Der Preisträger selbst erläutert seine fantasievolle und zugleich handwerklich filigran gefertigte Arbeit so: „Das „hidden secret“ wurde passend zur Geschichte Idar-Obersteins angefertigt. So wurde der Stollen aus einem Achat als Hommage an die früheren Achatstollen Idar-Obersteins gestaltet. Sowohl die vergoldete Tür als auch das Ende einer Leiter, deren letzte Sprosse sich gerade noch dem Tageslicht zeigt, lassen den Betrachter bereits vermuten, dass sich im Inneren der Skulptur etwas Besonderes verstecken muss. Das Geheimnis lässt sich durch Öffnen der Türe lüften. Es offenbart sich das „hidden secret“. So findet man sich in einer Szene des Edelsteinabbaus inmitten eines Stollens wieder. Durch eine mit Blattgold und Bergkristall beladene Lore fühlt sich der Betrachter unmittelbar in das Geschehen versetzt. Zwei Leitern führen entlang der steilen Wände nach oben an das Ende des Stollens und ans Tageslicht.“ Die Jury, die von der symbolträchtigen und romantisch anmutenden Inszenierung des gestellten Wettbewerbsthemas überzeugt war, entschied einstimmig.

Foto: Lichtblick Foto-Design, Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen  

Nähere Informationen zu den Wettbewerben und Fotos aller Preisträger gibt es auf der Homepage www.deutscher-edelsteinpreis.de.