Rathaus

Zentral im Stadtteil Oberstein gelegen, ist das unter Denkmalschutz stehende Rathaus eine Augenweide des Stadtzentrums. Das zunächst als Schule errichtete Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich:
Errichtet wurde es in der Zeit von 1908 bis 1911 nach den Plänen des Obersteiner Stadtbaumeisters Müller. Am 24.04.1912 erfolgte die Einweihung als Volksschule unter dem Namen "Schillerschule". 

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Schillerschule Ende 1918 von den Franzosen beschlagnahmt und von diesen bis zu ihrem Abzug Mitte des Jahres 1930 besetzt gehalten. Danach wurde das Gebäude wieder als Volksschule genutzt, ehe es am 01.10.1933 von der städtischen Oberrealschule belegt wurde. Diese wiederum gab ihr bisheriges Schulgebäude an die Stadtverwaltung der neu geschaffenen Stadt Idar-Oberstein ab.

Während des Zweiten Weltkrieges war die Schillerschule zuerst von der Deutschen Wehrmacht, nach dessen Ende wiederum durch alliierte Truppen belegt. Noch während der Besatzung, im Oktober 1945, nahm das Göttenbach-Gymnasium seinen Unterricht auf. Aufgrund des herrschenden Platzmangels konnte aber nur an drei Tagen in der Woche unterrichtet werden. Dieser Zustand hielt bis zum Abzug der Besatzungstruppen im Jahr 1948 an.

Nach einigen ruhigeren Jahren wurde dann im Jahre 1960 auf dem vor der Schule gelegenen Sportplatz ein Erweiterungs- bzw. Neubau errichtet, in dem u. a. eine neue Turnhalle sowie eine Aula untergebracht wurden. Im März 1982 zog das Göttenbach-Gymnasium in das neue Schulzentrum "Auf der Bein" und der Altbau der Schillerschule wurde Privateigentum. Der im Jahr 1960 erstellte Neubau wurde gründlich renoviert und beherbergte danach das städtische Jugendamt, die Kfz-Zulassungsstelle und die Stadtwerke. Die ebenfalls renovierte Aula dient seit dem als Veranstaltungsort.

Im Juli 1991 kaufte die Oberstein-Idarer Elektrizitäts AG (OIE) das Gebäude und renovierte es für 1 Million DM. Für die Zeit zwischen dem Abbruch des alten und der Fertigstellung des neuen Verwaltungsgebäudes diente die Schillerschule der OIE als Ausweichquartier.

Zu dieser Zeit war die Stadtverwaltung in mehreren Gebäuden untergebracht. Im Mai 1994 beschloß dann der Stadtrat definitiv, das Gebäude zu kaufen und zum neuen Sitz der Stadtverwaltung umzubauen. Gleichzeitig wurden das bisherige Stadthaus und das Bauamtsgebäude an das Land Rheinland-Pfalz verkauft, welches dort nach von der Stadt durchgeführten Umbaumaßnahmen die Polizeiinspektion und das Katasteramt unterbrachte. 

Auch die Schillerschule wurde für die Zwecke der Stadtverwaltung erheblich umgebaut und es wurde ein kompletter Seitentrakt neu errichtet. Die Kosten der gesamten Maßnahme beliefen sich auf über 7 Millionen DM, wovon über 4 Millionen DM an Zuschüssen gewährt wurden. Seit Anfang April 1995 war die komplette Stadtverwaltung in der ehemaligen Schillerschule und ihren Nebengebäuden untergebracht. Im Jahre 2003 kam das alte Barbara-Haus als Verwaltungsgebäude hinzu, in dem nun das Jugendamt untergebracht ist.