Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis

Seit 1970 veranstaltet der in Idar-Oberstein ansässige Bundesverband der Edelstein- und Diamantindustrie den Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis. Im Jahr 1989 gesellte sich der Deutsche Nachwuchswettbewerb dazu. Bei den Wettbewerbsthemen, die jeweils vom Bundesverband vorgegeben werden, steht im jährlichen Wechsel einmal die „Schmuckbearbeitung in Verbindung mit dem Edelstein“ und einmal die „Edelsteinbearbeitung“ im Vordergrund. Teilnehmen können Schmuck- und Edelsteingestalter sowie Gold- und Silberschmiede aus dem In- und Ausland.

Die Arbeiten werden von einer hochkarätig besetzten und internationalen Jury bewertet, die zumeist aus fünf bis sieben Jurorinnen und Juroren unterschiedlicher Fachrichtungen besteht. Die im Vergleich zu anderen internationalen Wettbewerben hohe Dotierung der ausgelobten Preise stellt zudem für alle Teilnehmer einen zusätzlichen materiellen Anreiz dar.

Wettbewerbe 2016

47. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises Idar-Oberstein 2016


Thema: „It's a kind of magic“

Erstmalig in der Geschichte des Wettbewerbs wurde der 1. Preis doppelt vergeben bei gleichzeitigem Wegfall des 2. Preises.
1. Preis HauptwettbewerbEinen ersten Preis erhielten Claudia Adam und Jörg Stoffel aus Stipshausen für ihren Anhängerschmuck aus Bergkristall, Feingold sowie Golddraht.

Begründung der Jury:

Nach Ansicht der begeisterten Jury ist dieser Anhängerschmuck aus Gold und fast zufällig angeordnet wirkenden Bergkristallwürfeln mit seinen verborgenen Feingoldflächen „magisch“. Die handwerklich herausragende Kombination der feinen transparenten Bergkristallwürfel mit den im Inneren versteckten warmen und leuchtenden Goldflächen überzeugt durch die oftmals überaus schwierige Beschränkung auf das Wesentliche oder wie es Jury-Mitglied Myles Mindham formulierte: „Simplicity is very difficult to do“. Unter vortrefflicher Ausnutzung der Lichtbrechung und der Reflexionen der Bergkristallwürfel entstehen - je nach Betrachtungswinkel – schier grenzenlose Licht- und Reflexionsspiele, wie in einem optischen Irrgarten. Den Preisträgern, denen eine gleichermaßen poesievolle wie auch ästhetische Auseinandersetzung mit dem Wettbewerbsthema gelungen ist, haben die magischen Lichtreflexionen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt: „Der filigrane Golddraht wird mit der Zeit unumgänglichen Veränderungen, wie Biegungen, Verdrehungen, Windungen und Krümmungen ausgesetzt, und somit wird die den Anhänger tragende Person in das Wechselspiel von Licht und Raum mit eingebunden.“ Nach Auffassung der Jury geht von dieser sehr zeitgemäßen Wettbewerbsarbeit eine besondere Faszination und harmonische Balance der verwendeten Materialien aus. Die Jury entschied einstimmig.

Foto: Lichtblick Foto-Design, Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen
1. Preis HauptwettbewerbDen weiteren 1. Preis erhielt Harald Conrad aus Siesbach für seinen Armreif aus teils geschwärztem Silber, teils weißgesiedet, Brillanten und Edelstahldrähten.

Begründung der Jury:

Mit „Natural Magic“ hat der Preisträger seine ebenso aufwendig wie auch handwerklich vortrefflich gestaltete Wettbewerbsarbeit überschrieben. „In der Magie gibt es eine dunkle und eine helle Seite. Das Schmuckstück zeigt die Gegensätzlichkeit in Symbolik und Farbe. Die Rabenschädel mit den individuellen keltischen Gravuren stehen klassisch für die schwarze Kraft; als Gegenpol die helle Blüte für die weiße Energie“, so die kurze Beschreibung des Preisträgers zu seiner archaisch und teilweise fast bedrohlich wirkenden Wettbewerbsarbeit. „Wir haben hier ein dramatisches Bühnenstück“- urteilte Jurorin Deborah Sasson beeindruckt. „Es wäre der perfekte Anfang von der Königin der Nacht. Es ist einfach toll gemacht mit sehr viel Liebe zum Detail. Es ist zugleich eine sehr interessante Mischung aus schwarzer Magie, in deren Mitte sich ein Hoffnungsstrahl weißer Magie befindet.“ Die Hoffnung auf das Reine, das Helle und Gute tritt in einen spannenden Widerstreit mit den dunklen Mächten der Magie, verkörpert durch düstere schwarze Rabenschädel mit ihren keltischen Gravuren. Eine handwerklich perfekte und zugleich mystische Arbeit mit einer ungeheuren Symbolkraft und einer kaum zu überbietenden Liebe zum Detail, ein wahrhaft magischer Armreif, der aus einer anderen Zeit und einer anderen Welt stammen könnte. „Phänomenal“, lautete auf den Punkt gebracht das einstimmige Urteil der Jury.

Foto: Lichtblick Foto-Design, Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen 

28. Deutschen Nachwuchswettbewerbes für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2016


Thema: „I want to break free“

1. Preis NachwuchswettbewerbHier errang den 1. Preis Elisabeth Habig aus Wien mit ihrem Ohrschmuck aus geschwärztem Silber und Rauchquarzen.

Begründung der Jury:

Alles andere als opulent ist der handwerklich hervorragend gefertigte und eine überwältigende Kraft und Ästhetik ausstrahlende Ohrschmuck, bei dem es sich nach dem einstimmigen Votum der Jury um die beste Arbeit des diesjährigen Nachwuchswettbewerbes handelt. Mit einem minimalen und zugleich spannungsreichen Materialeinsatz sowie einer an Klarheit nicht zu übertreffenden Formensprache ist es der Preisträgerin vortrefflich gelungen, einen gut tragbaren und keine Fragen offen lassenden Ohrschmuck zu kreieren. „Genial, einfach, aufs absolute Minimum reduziert und das Thema sofort klar. Die Farben perfekt, die Verarbeitung super. Spannend ist auch, dass das eine Stück größer ist als das andere und am Ohr getragen einfach sensationell aussieht“, so das schlagwortartige Urteil von Jurymitglied Thomas Schubart aus Düsseldorf. „Dieser Ohrschmuck ist ‚Understatement total`. Sobald man die Stücke in der Hand hält, ist man hellauf begeistert. Am Ohr sehen sie spektakulär aus; ich würde sie sofort nehmen“ – so das begeisterte Statement der prominenten Jurorin Deborah Sasson. Passend zu ihrer puristischen Arbeit und der Erkenntnis „Manchmal ist weniger mehr“, beschreibt die Preisträgerin ihre Arbeit kurz und knapp: „Die Rauchquarze, die im Mittelpunkt des Stückes stehen, wollen aus der Fläche ausbrechen…. sich befreien.“ Die Jury hatte dem nichts hinzuzufügen und entschied einstimmig.

Foto: Lichtblick Foto-Design, Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen 

Nähere Informationen zu den Wettbewerben und Fotos aller Preisträger gibt es auf der Homepage www.deutscher-edelsteinpreis.de.

 

 

mineralART Gestaltungswettbewerb

Der Wettbewerb mineralART wird alle zwei Jahre ausgelobt und hat sich im letzten  Jahrzehnt von einer eher mineralogisch orientierten Veranstaltung  für die Bearbeitung von in der Region Idar-Oberstein vorkommenden Mineralien in einen international beachteten Wettbewerb für innovative Gestaltung von Edelsteinen entwickelt. Der Wettbwerb richtet sich an Schmuck- und EdelsteingestalterInnen, Auszubildende, Schüler und Studierende der Fach- und Fachhochschulen, der Hochschulen und Akademien des In- und Auslandes. Ausrichter ist die Stiftung Deutsches Edelsteinmuseum, weitere Partner sind die Kreissparkasse Birkenfeld, der Landkreis Birkenfeld und Stadt Idar-Oberstein.

mineralArt 2014
1. PreisThema „between layers – Innenwelten des Achats“
Den 1. Preise errang Giovanni Securo, Italien mit “Bianchi Untitled 1-3″ (3 Ringe aus Achat und Gold)


Nähere Informationen zum Gestaltungswettbewerb gibt es auf der Homepage www.mineralart.de.