Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis

Seit 1970 veranstaltet der in Idar-Oberstein ansässige Bundesverband der Edelstein- und Diamantindustrie den Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis. Im Jahr 1989 gesellte sich der Deutsche Nachwuchswettbewerb dazu. Bei den Wettbewerbsthemen, die jeweils vom Bundesverband vorgegeben werden, steht im jährlichen Wechsel einmal die „Schmuckbearbeitung in Verbindung mit dem Edelstein“ und einmal die „Edelsteinbearbeitung“ im Vordergrund. Teilnehmen können Schmuck- und Edelsteingestalter sowie Gold- und Silberschmiede aus dem In- und Ausland.

Die Arbeiten werden von einer hochkarätig besetzten und internationalen Jury bewertet, die zumeist aus fünf bis sieben Jurorinnen und Juroren unterschiedlicher Fachrichtungen besteht. Die im Vergleich zu anderen internationalen Wettbewerben hohe Dotierung der ausgelobten Preise stellt zudem für alle Teilnehmer einen zusätzlichen materiellen Anreiz dar.

Wettbewerbe 2015

Platz 1 Hauptwettbewerb 201546. Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises Idar-Oberstein 2015


Thema: „Light my fire“

Den 1. Preis erhielt John Dyer aus Edina/Minneapolis, USA für sein Edelsteinobjekt aus Citrin.

Begründung der Jury:
Bei diesem „betörend schönen Edelstein“, der sowohl als Objekt als auch als zentraler Stein in einem aufsehenerregenden Schmuckstück gesehen werden kann, handelt es sich nach einhelliger Meinung der sechsköpfigen Jury um die überragende Arbeit des diesjährigen Hauptwettbewerbes. Eine perfekte und keine Fragen offen lassende Edelsteinbearbeitung unter Kenntnis und effektvoller Ausnutzung der Lichtbrechung des verwendeten Edelsteins zeichnet diese sinnliche und zugleich kraftvolle Wettbewerbsarbeit aus. „Hier kann man nur in die Kiste der Superlative greifen“, so das Urteil der begeisterten Jury. Der Preisträger lässt den Betrachter zu seiner Arbeit mit dem Titel „Internal Fire“ wissen: „Brände beginnen nur mit einer einzigen Flamme. Sie springen über und breiten sich danach aus. Der Schliff des Edelsteins verkörpert auf den ersten Blick eine einzelne große Flamme. Wenn man den Stein jedoch näher betrachtet und ihn leicht seitlich kippt, erkennt man im Inneren aufgrund der sehr bewusst angeordneten feinen Gravierungen in der Tiefe des Steines viele weitere kleine züngelnde Flammen. Diese breiten sich der Länge des Steins folgend aus. Sie werden höher und höher mit zunehmender Intensität des brennenden Feuers.“ Der Preisträger erzielt mit vergleichsweise einfachen Mitteln, allerdings handwerklich überaus anspruchsvoll und perfekt zugleich, einen Rieseneffekt, mit der diese richtungsweisende Edelsteinkomposition auch das gestellte Wettbewerbsthema perfekt getroffen hat. Chapeau Mr. Dyer, die Jury entschied einstimmig.

Foto: Lichtblick Foto-Design, Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen  

Platz 1 Nachwuchsbewerb 201527. Deutschen Nachwuchswettbewerbes für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2015


Thema: „Hot stuff“

Hier errang den 1. Preis Monique Abeln aus Idar-Oberstein mit einem Edelsteinobjekt aus Lavagestein, Feueropal, geschwärztem Citrin und Silber.

Begründung der Jury:
Bei diesem überaus puristischen und archaisch anmutenden Edelsteinobjekt aus grobem, porösem und mattem Lavagestein, kombiniert mit einer fast diabolisch leuchtenden und im Gestein eingebetteten Feueropalzunge, handelt es sich nach einhelliger Meinung der Jury um die beste Arbeit des diesjährigen Nachwuchswettbewerbes. Einen heißen Lavastrom symbolisierend „sucht sich der energiegeladene Feueropal seinen Weg durch das schon erkaltete dunkle Gestein. Auf der Spitze befindet sich ein in Silber gefasster geschwärzter Citrin, der die Öffnung des Vulkans andeuten soll“ – so die Preisträgerin.
Diese Arbeit lebt von einer geradezu überwältigenden Kraft und Ästhetik und hat etwas gefährliches, fast dämonisches, das durch den spannungsreichen Kontrast von erkaltetem, dunklen Gesteinsmaterial und dem flüssigen, fast lebendig wirkenden, sich stetig fortbewegenden und leuchtenden Lavastrom hervorgerufen wird. Hinsichtlich des gestellten Wettbewerbsthemas ist der Preisträgerin eine Punktlandung gelungen, bei der sie mit einer minimalistischen und delikaten Materialauswahl eine überwältigende optische Wirkung erzielt hat. Diese Arbeit ist nicht nur symbolkräftig und überaus innovativ, sie eröffnet auch unbegrenzte Interpretationsmöglichkeiten und zieht den Betrachter mit einer fast magischen Wirkung in ihren Bann. Ohne Diskussionen entschied die Jury einstimmig.

Foto: Lichtblick Foto-Design, Hiltrud und Jürgen Cullmann, Schwollen 

Nähere Informationen zu den Wettbewerben und Fotos aller Preisträger gibt es auf der Homepage www.deutscher-edelsteinpreis.de.

 

 

mineralART Gestaltungswettbewerb

Der Wettbewerb mineralART wird alle zwei Jahre ausgelobt und hat sich im letzten  Jahrzehnt von einer eher mineralogisch orientierten Veranstaltung  für die Bearbeitung von in der Region Idar-Oberstein vorkommenden Mineralien in einen international beachteten Wettbewerb für innovative Gestaltung von Edelsteinen entwickelt. Der Wettbwerb richtet sich an Schmuck- und EdelsteingestalterInnen, Auszubildende, Schüler und Studierende der Fach- und Fachhochschulen, der Hochschulen und Akademien des In- und Auslandes. Ausrichter ist die Stiftung Deutsches Edelsteinmuseum, weitere Partner sind die Kreissparkasse Birkenfeld, der Landkreis Birkenfeld und Stadt Idar-Oberstein.

mineralArt 2014
1. PreisThema „between layers – Innenwelten des Achats“
Den 1. Preise errang Giovanni Securo, Italien mit “Bianchi Untitled 1-3″ (3 Ringe aus Achat und Gold)


Nähere Informationen zum Gestaltungswettbewerb gibt es auf der Homepage www.mineralart.de.