Städtebauförderung


Stadtverwaltung
Stadtbauamt
Georg-Maus-Straße 1
55743 Idar-Oberstein
Telefon: 06781/ 64-630
Telefax: 06781/ 64-448
E-Mail: bauverwaltung@idar-oberstein.de

 

Damit die Städte die neuen Aufgaben und Herausforderungen besser bewältigen können, unterstützt der Bund die Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen mit Programmen zur Städtebauförderung. Dazu gewährt der Bund den Ländern Finanzhilfen gemäß Artikel 104 b Grundgesetz, die durch Mittel der Länder und Kommunen ergänzt werden. Die Bundesfinanzhilfen werden den Ländern auf der Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung (VV Städtebauförderung) zur Verfügung gestellt.



Ziele der Städtebauförderung sind:

  • Stärkung von Innenstädten und Ortszentren in ihrer städtebaulichen Funktion, auch unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes 
  • Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen in von erheblichen städtebaulichen Funktionsverlusten betroffenen Gebieten; Kennzeichen für solche Funktionsverluste ist vor allem ein dauerhaftes Überangebot an baulichen Anlagen, wie z.B. Wohnungsleerstand oder Brachflächen in Innenstädten, insbesondere von Industrie-, Konversions- und Bahnflächen 
  • Städtebauliche Maßnahmen zur Behebung sozialer Missstände.


Aktives Stadtzentrum - Innenstadt Oberstein

Als eine der ersten Kommunen in Rheinland-Pfalz wurde die Stadt Idar-Oberstein in das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen. Es löst die bisherige Form der Stadtsanierung ab und hat zum Ziel, die Innenstadt Obersteins als Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben zu entwickeln und die zentralen Versorgungsbereiche zu stärken. Das Fördergebiet umfasst den Schlossberg mit Schlosspark, den Platz Auf der Idar mit dem ehemaligen Hertie-Gebäude, den Bereich Nahe-Center mit Bahnhofsvorplatz, das ehemalige Firmengebäude Fa. Leysser sowie den Bereich Fußgängerzone und Austraße.

Der integrative Projektansatz fordert eine intensive Mitwirkungsbereitschaft der Bevölkerung. Diese wurde am 22. Februar in einer sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung über das Projekt informiert. Die beteiligten Büros ( WSW & Partner GmbH MAP Consult GmbH und  Büro für Gartendenkmalpflege und Freiraumplanung), das seitens der Stadt federführende Baumt sowie der Stadtmarketing-Verein trugen die verschiedenen Aspekte des Förderprogramms vor, in dessen Rahmen auch das im Jahr 2003 erstellte Stadtleitbild von Idar-Oberstein fortgeschrieben und aktualisiert werden soll.
Um die Ideen und Anregungen der Akteure - Anwohner, Geschäftsleute, soziale Einrichtungen, Vereine und Verbände - zusammen zu tragen und kanalisieren, wurden fünf Arbeitskreise für verschiedene Themenbereiche gebildet:

  • "Wohnen und Leben in der Innenstadt"
  • "Stadtgestalt, Ambiente, Grün- und Freiflächen"
  • "Kultur, Freizeit, Tourismus und öffentliche Einrichtungen"
  • "Gewerbe, Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistung"
  • "Verkehr, Mobilität, Erreichbarkeit und Parken"

In insgesamt zehn Arbeitsgruppensitzungen wurden von einem großen Kreis interessierter Bürger intensiv vielfältige Maßnahmen erarbeitet, die für die Entwicklung der Stadt von Bedeutung sein könnten. Abschließend wurden in einem gemeinsamen Termin von allen Vertretern der Arbeitsgruppen die ausgesuchten Maßnahmen nach Prioritäten bewertet. Diese Auswertung aller Maßnahmen, aber insbesondere derjenigen, die von vielen Teilnehmern als bedeutsam ausgewählt wurden, wurden dann in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses vorgestellt und beraten.
Parallel dazu wurden die Vorbereitenden Untersuchungen zum ursprünglichen Gebiet „Schlossberg“ um die Bereiche Fußgängerzone, Platz auf der Idar, Nahe-Center, Gewerbebrache Fa. F.A. Leysser, Bahnhof und Nahestraße aktualisiert und ergänzt und durch das Bauamt anhand der vorhandenen MesoDaten und durch Aufnahmen und Abgleich der Örtlichkeiten erstellt. Diese Vorgehensweise wurde mit den zuständigen Stellen bei Mdl und ADD abgestimmt, um das Gebiet als Sanierungsgebiet im vereinfachten Verfahren festsetzen zu können, bei dem neben Modernisierungszuschüssen steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Investoren ermöglicht werden können.

Modernisierungsrichtlinie

Durch das Büro WSW & Partner GmbH, Kaiserlautern wurde dann aus den erarbeiteten Entwürfen in enger Abstimmung mit dem Bauamt der Stadtverwaltung das Integrierte Entwicklungskonzept ausgearbeitet. Dieses Konzept beinhaltet alle Maßnahmen, die in Prioritätenlisten aufgeführt werden und anschließend in einer Kosten- und Finanzierungsübersicht mit einem Zuschussantrag beim Land Rheinland-Pfalz beantragt werden. Dieses Entwicklungskonzept wurde am 26.10.2011 vom Stadtrat beschlossen. Es bildet die Grundlage für die Genehmigung und Durchführung der darin aufgeführten Maßnahmen, die in den nächsten zehn Jahren möglichst umgesetzt werden sollten.
Nachfolgend finden Sie das Integrierte Entwicklungskonzept, die Pläne zu den einzelnen Handlungsfeldern und den Maßnahmeplan:

Das Integrierte Entwicklungskonzept verfolgt auch das Ziel, den besonderen Charakter des Obersteiner Stadtzentrums, vor allem auch in seiner stadtbildwirksamen Bausubstanz, zu erhalten und weiter zu entwickeln. Hierzu wurden stadträumlich differenzierte Hinweise und Empfehlungen in Form einer Gestaltungsfibel erarbeitet. Die Gestaltungsfibel dient der Information der Öffentlichkeit hinsichtlich der Bedeutung des Stadtbildes für die Stadt. Sowohl positive als z.T. auch negative Merkmale werden dargestellt und erläutert. Die Inhalte der Gestaltungsfibel sollen als Grundlage für die Beratung bei öffentlichen und privaten Vorhaben im Sanierungsgebiet dienen und stellen die Grundlage für die rechtlich verbindliche Gestaltungssatzung dar, die in einem nächsten Schritt zu erarbeiten ist.