Faust I
Fausts Streben zielt aufs Ganse. Er will erkennen, "was die Welt im Innersten zusammenhält". Jedes Mittel - ob Magie, Geisterbeschwörung oder Freitod - ist ihm recht, das Geheimnis des Lebens zu entschleiern. Keines bringt ihn ans erwünschte Ziel. Und so schließt er einen Pakt mit dem Teufel, seine Seele als Pfand setzend: "Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen. Dann will ich gern zugrunde gehen!" Ein Tröpfchen Blut besiegelt den Kontrakt, und Faust und Mephisto treten gemeinsam die Reise durch "die kleine Welt, dann die große Welt" an.
Sewan Latchinians "Faust I" läuft in wenig mehr als zwei pausenlosen Stunden in komprimierter Deutlichkeit und ohne zwanghafte Aktualisierungen ab. Der Regisseur wartet dabei nicht mit einer besonderen oder originellen Interpretation auf, sondern er erzählt mit klaren Theaterzeichen und sehr direktem Spiel einfach die Geschichte. Theater erweist sich als nicht alltägliche große Alltagsgeschichte.









